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Erfolgsstory...

Bucher Stahlhandel GmbH, Rottweil

Seit mehr als 100 Jahren handelt die Familie Bucher mit Stahl. 1901 gründete Theodor Bucher mit einem Kompagnon und 100.000 Goldmark einen Großhandel für Eisen und Walzstahl in Stuttgart. Sein Sohn Hans und sein Enkel Hans-Otto führten in den folgenden Jahrzehnten die Tradition fort. Aber als die Reihe an Axel Bucher kam, wollte er das Erbe seines Urgroßvaters nicht antreten: „Da mittlerweile 50 Prozent der Firma Thyssen gehörten, sah ich keine Entwicklungsmöglichkeit“, erklärt er. Der Wirtschaftsingenieur fand die USA viel interessanter.

1978 brach der damals 25-Jährige mit einem Stipendium nach Texas auf. Hans-Otto Bucher verkaufte daraufhin auch die restlichen Anteile an den Konzern. Nur die 1971 erworbenen Stahlhandlungen in Rottweil und Biberach blieben im Familienbesitz. Axel Bucher machte derweil Karriere bei einem Hersteller von Wärmerückgewinnungsanlagen in Dallas. Gerade war die erste Ölkrise vorbei, die Firma wuchs und er stieg zum Gesamtverkaufsleiter auf. Doch 1984 stellte ihn sein Vater vor die Wahl: Wenn er nicht nach Hause komme, würde die restliche Firma ebenfalls veräußert.

Obwohl er erst zwei Jahre mit einer US-Amerikanerin verheiratet war und sein Arbeitgeber weiter expandierte, folgte Axel Bucher dem Ruf. „Da der Stahlhandel Rottweil tief rote Zahlen schrieb, war nicht mit einem vernünftigen Erlös zu rechnen“, erklärt der heute 55-Jährige. Zu seinem Einstand betrug der Lagerbestand 1.470 Tonnen, das Unternehmen beschäftigte 40 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 12,3 Millionen Euro. Heute gehört Bucher zu den großen Stahlhändlern in Süddeutschland. 2008 lagerten in Rottweil 6.200 Tonnen Metall, 100 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von 58,3 Millionen Euro.

Rund 2.500 Kunden sorgen dafür, dass das Lager zehn Mal im Jahr umgeschlagen wird. Bei Bucher erhalten die Metallverarbeiter, Maschinenbauer und Handwerker 2.000 verschiedene Artikel: Riffelbleche oder Lochbleche, Flacheisen oder Winkeleisen, Rohre, Stahlträger, Gitterroste oder Betonstahlmatten. Sämtliche Stahlarten sowie mehr als 500 Blechsorten in allen Qualitäten, Mengen, Materialien und Oberflächen bietet der Betrieb. Nach Kundenwunsch wird zugeschnitten, zwischengelagert und mit dem eigenen Fuhrpark „just in time“ geliefert. „Es gibt keinen Konkurrenten, der so flexibel ist“, betont Axel Bucher.

Mit dem Umzug auf die grüne Wiese hat sich der Unternehmer zum Beginn des Stahlbooms schließlich perfekt positioniert: „Diese Investition mit Hilfe der MBG war entscheidend für unsere Entwicklung“, sagt er. Das 2003 erbaute Stahl- und Logistikzentrum mit vollautomatischem Hochregallager ist so groß wie ein Fußballfeld, mit der dreifachen Lagerkapazität gegen über zuvor. „Aus den ursprünglich geplanten und meiner Frau versprochenen fünf Jahre sind nun 24 geworden“, zieht Axel Bucher Bilanz. Aber die Ehe hat gehalten – und die Bucher Stahlhandel GmbH floriert wieder.

(Redaktion)


 


 

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