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Bürgerumfrage

Freiburger leben gerne in ihrer Stadt

Die Freiburgerinnen und Freiburger leben gern in ihrer Stadt. Das bestätigt die Bürgerumfrage 2010, deren Resultat das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung in Kooperation mit der Initiative LEIF – Lernen erleben in Freiburg jetzt vorgelegt hat.

Das rund 200 Seiten starke Heft mit dem Titel „Ergebnisse der Bürgerumfrage 2010“ fasst das Datenmaterial in sieben Themengebieten zusammen: Leben in Freiburg, Leben im Wohngebiet, Familie und Pflege, Migration und Integration, Bildung und Erwachsene, Bildung und Kinder sowie Politische Beteiligung.

5.684 Freiburgerinnen und Freiburger, per Zufallsstichprobe aus dem Melderegister ausgewählt, wurden Ende September 2010 gebeten, den 15-seitigen Bogen innerhalb von zwei Wochen auszufüllen. 2.580 Personen beteiligten sich an der schriftlichen Erhebung, was einer aus fachlicher Sicht guten Teilnahmequote von 45,4 Prozent entspricht. Damit können die Antworten zu Aussagen für die Gesamtbevölkerung der Stadt verallgemeinert werden.

„Leben in Freiburg“

Die Befragten sind mit der Stadt Freiburg und ihren Lebensbedingungen im allgemeinen sehr zufrieden. Das trifft insbesondere auf Ältere mit hoher Bildung und hohem Einkommen zu. Gegenüber den Ergebnissen von 2001 und 2003 ist der Anteil nochmals leicht gestiegen. Ebenso liegt der Anteil derjenigen, die gern in Freiburg leben, diesmal höher als in den vergangenen Bürgerumfragen.

Als Gründe für einen möglichen Umzug werden in erster Linie Arbeitsplatzwechsel, hohe Mieten oder zu geringe Wohnfläche genannt. Das betrifft je nach Lebenslage Studierende, Berufstätige oder Befragte mit niedrigem Einkommen. Für andere Bevölkerungsgruppen ist Umzug eher kein Thema.

"Leben im Wohngebiet"

Grundsätzlich bewerten die Freiburger/innen ihr Wohngebiet sehr positiv: 85 Prozent der Befragten gaben an, gern oder sehr gern dort zu leben, ein leichtes Plus gegenüber 1999 und 2001. Dabei schlagen insbesondere die Erreichbarkeit der Innenstadt, die Versorgung mit Schulen und der öffentliche Nahverkehr positiv zu Buche. Gut entwickelt hat sich nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer in den meisten Stadtbezirken der soziale Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Eher kritisch sieht man die eigene Wohnsituation und die außerschulischen Bildungsangebote.

Überdurchschnittlich gut werden die Wohnbezirke am Rand des Stadtgebiets beurteilt, zum Beispiel Waltershofen, St. Georgen-Süd oder Neuburg. Wesentlich unbeliebter sind die Stadtkern-Bezirke westlich der Bahnlinie wie Stühlinger, Haslach oder Weingarten. Das entspricht einer sozialen Spaltung innerhalb des Stadtgebiets, sichtbar gemacht durch unterschiedliche soziale Milieus. Die traditionelle oder liberale Oberschicht – zum Beispiel in Waltershofen oder der Wiehre zu Hause – verfügt über hohe Bildung und entsprechendes Einkommen. Folglich steht ihr mehr und besserer Wohnraum zur Verfügung, was sich wiederum positiv auf die Bewertung der eigenen Wohnung und des Wohnbezirks sowie des sozialen Zusammenhalts niederschlägt.

„Familie und Pflege“

Für die überwiegende Mehrheit sind Probleme in Lebenssituationen wie fehlende Unterstützung bei der Kinderbetreuung, geringes Einkommen, geringe Rente oder eigene Pflegebedürftigkeit kein Thema. Ausnahmen bilden besondere Bevölkerungsgruppen wie Familien, Studierende oder ältere Menschen. Gegenüber 2003 haben sich alle Werte stark verbessert.

Knapp ein Zehntel gab an, zur Zeit eine ältere, kranke oder behinderte Person zu pflegen – und zwar im Durchschnitt länger als es bei der Umfrage 2003 der Fall war. Auf die Frage nach einer hypothetischen Pflegetätigkeit sprachen sich die meisten für die Pflege zu Hause mit Unterstützung durch einen Pflegedienst aus, gefolgt von einer Unterbringung im Pflegeheim.

„Migration und Integration“

Grundsätzlich positiver als das Ergebnis einer gesamtdeutschen Stichprobenbefragung aus dem Jahr 2008 ist die Einstellung der Freiburger und Freiburgerinnen gegenüber Migrantinnen und Migranten: Ihr Nutzen für die Wirtschaft und die Kultur wird 2010 in Freiburg weniger in Frage gestellt als in der Vergleichsstichprobe zwei Jahre zuvor. Personen mit hohem Einkommen und höherem Bildungsabschluss haben zwar wenig persönlichen Kontakt zu Menschen aus anderen Herkunftsländern, stehen ihnen aber aufgeschlossen gegenüber, wenn es um ihren Beitrag zur Kultur und Wirtschaft geht oder ihre Rolle als Vorgesetzte. Die größte Offenheit gegenüber Zuwanderern findet man im liberal-bürgerlichen Milieu und in der liberalen Mittelschicht, die geringste in der traditionellen Unterschicht.

(Stadt Freiburg)


 


 

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