Sie sind hier: Startseite Südbaden Aktuell
Weitere Artikel
Prof. Dr. med. Elisabeth Pott

Gib Aids keine Chance

Entwicklungsdefizite bei Kindern

Elisabeth Pott: Ja, wir haben heute eine ganz andere gesellschaftliche Situation. Schauen wir uns nur die rasante Entwicklung neuer Medien und den zunehmenden Medienkonsum an. Die Kinder, die heute von klein auf vor dem Fernseher sitzen und sehr früh lernen, mit Computerspielen umzugehen, haben häufig Entwicklungsdefizite. Wir beobachten, dass die Ausstattung mit Medien gerade in den benachteiligten sozialen Schichten umfangreicher und größer ist als in gebildeteren Schichten. Wir stellen fest, dass gesundheitliche Risiken und Probleme bei Menschen, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben, gehäuft vorkommen. Deshalb müssen unsere Angebote gerade auch Menschen in schwierigen Lebenslagen erreichen. Deshalb haben wir einen Kooperationsverbund mit 52 relevanten Partnern initiiert, der eine Verbesserung der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten zum Ziel hat. Jährlich unterstützen wir einen bundesweiten Kongress „Armut und Gesundheit“.

business-on.de: Laut Statistik hat die Zahl der psychisch Kranken und die Zahl der Demenzerkrankungen in den letzten Jahren stark zugenommen. Kann die BZgA Hilfestellung leisten?

Elisabeth Pott: Sicherlich gehört es mit zu unseren Aufgaben, kontinuierlich zu beobachten was sich wie verändert, und zu prüfen, wie wir neue Situationen in unserer Arbeit berücksichtigen können. Dabei müssen wir natürlich feststellen, was von diesen Entwicklungen bereits hinreichend erforscht ist bzw. welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es über Zusammenhänge gibt. Wenn ich beispielsweise wirksame Maßnahmen zur Prävention von Demenz umsetzen will, dann muss ich erst einmal wissen, was tatsächlich präventiv wirkt. Aber ich kenne kein Programm, aus dem klar hervorgeht, was Demenz oder Alzheimer verhindert.

business-on.de: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Elisabeth Pott: Das ist sicherlich kein Acht-Stunden-Job.

business-on.de: Sie sagten, Sie leben gesund. Was heißt das ?

Elisabeth Pott: Das haben Sie gesagt. Ich glaube, dass es wichtig ist, mit sich im Reinen zu sein. Das heißt, Freude an der Arbeit zu haben, sich einigermaßen gesund zu ernähren. Die Bewegung kommt bei mir leider auch zu kurz, es sei denn, dass ich mal wieder zum nächsten Zug oder zum nächsten Termin rennen muss.

business-on.de: Aber Sport ist doch wichtig.

Elisabeth Pott: Klar. Ich hab auch immer viel Sport gemacht. Aber in den letzten Jahren, Sie kennen das, hat die Verdichtung der Arbeit durch Aufgabenzuwachs und die neuen Kommunikationsmittel zugenommen, sodass Sport inzwischen leider oft zu kurz kommt. Früher, in Hannover, konnte ich mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz fahren, hier geht das leider nicht. Wir wohnen in der Kölner Altstadt. Das macht zwar Spass, weil es viele Geschäfte um die Ecke gibt, aber nach Merheim gibt es leider keinen Fahrradweg.

business-on.de: Und wo machen Sie Urlaub?

Elisabeth Pott: Wenn Sie Urlaub im Sinne von Erholung meinen, fahren wir seit Jahren an die Nordsee nach Holland. Das ist schön nah und bietet viel Abwechslung. Man kann ins Wasser gehen, in den Dünen wandern oder Fahrrad fahren. Man kann Fisch essen. Ansonsten machen wir auch gern mal Städtereisen, beispielweise mal drei Tage nach London oder nach Paris.

business-on.de: Und wie sieht es mit Hobbies aus?

Elisabeth Pott: Ich lese sehr gern und höre gern Musik.

business-on.de: Gibt es spezielle Präferenzen bei der Lektüre?  

Elisabeth Pott: Nein. Ich lese alles. Aber wenn ich müde bin, dann lese ich Krimis. Bei der Auswahl der Lektüre muss es jedenfalls etwas sein, was sich gut lesen läßt, da ich ja schon beruflich bedingt eine ganze Menge lese.

business-on.de: Würden Sie aus heutiger Sicht beruflich alles wieder genau so machen?

Elisabeth Pott: Schon. Ich glaube, dass ich in meinem jetzigen Beruf meine Fähigkeiten und Begabungen voll einsetzen kann und das gibt mir eine große innere Zufriedenheit. Mir macht die Arbeit hier Freude. Ich leite die Bundeszentrale auch gerne, weil ich gerne mit Menschen umgehe.

business-on.de: Sie erwähnten, dass Sie nach Ihrer Pensionierung sich nicht aufs Altenteil zurückziehen möchten, sondern sich anderen Aufgaben widmen möchten. Haben Sie schon eine Vorstellung, was das sein kann?

Elisabeth Pott: Konkret nicht. Aber ich beabsichtige, mich in sozial tätigen Organisationen zu engagieren. Vorstellbar wären für mich auch internationale Gruppen. Aber bis zur Pensionierung ist ja noch viel Zeit.

(Karin Bäck)


 


 

Elisabeth Pott
Prof. Dr. med. Elisabeth Pott
Interview
Powerfrau
AIDS
Bundeszentrale für gesundheitl

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Elisabeth Pott" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: