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Blackberry - Zurück an die Spitze?
SaarLorLux. Nicht nur Börsenprofis ist es aufgefallen – RIM (Research in Motion) geht es schlecht. Ihre einst so beliebten Blackberrys-Handys haben sich zu Ladenhütern entwickelt. Vorbei die Zeiten, als Blackberrys zum Statussymbol der Erfolgreichen und Wichtigen gehörten, die ständig und überall ihre E-Mails abriefen.
Der Konzern befindet sich in einer desolaten Lage: Aktienkurs und Gewinn sind eingebrochen, die Marktanteile schrumpfen. Im Kerngeschäft mit Smartphones fiel der weltweite Blackberry-Marktanteil zuletzt auf 11 Prozent – von gut 15 Prozent im Jahr zuvor. Marktforscher wie Gartner rechnen damit, dass es noch weiter abwärts geht. Gartner-Analystin Carolina Milanesi malt beispielsweise ein düsteres Bild: „Die einstigen hohen Renditen werden nicht zurückkehren. Das Unternehmen braucht angesichts der starken Konkurrenz radikale Schritte, und zwar schnell. Die Zeit arbeitet gegen RIM.“
Trend verpennt
Der Smartphone-Hersteller ist nach erfolgreichen Zeiten tief gefallen. Vor allem unterschätzten die ehemaligen Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie den Erfolg des iPhones und der Android-Smartphones, vor allem bei Privatpersonen. Denen waren Push-Nachrichten nicht so wichtig, vielmehr standen Multimedia-Funktionen, Internet und somit große Bildschirme ganz oben auf der Haben-wollen-Liste.
Research in Motion reagierte auf diese Bedürfnisse zu langsam. Dazu kamen ein millionenschwerer Tablet-Flop (über das „Playbook“ ließen sich viele E-Mail-Konten nicht abrufen) und ein großer Server-Ausfall, durch den Blackberry-Nutzer im Oktober 2011 drei Tage lang keine E-Mails abrufen konnten.
Zeit für einen Neuanfang
Die Wende einleiten soll nun ein Deutscher. Thorsten Heins ist seit Januar RIM-Vorstandsvorsitzender. Ein radikaler Schritt für das Unternehmen, schließlich waren es die Gründer Lazaridis und Balsillie, die das Unternehmen aufgebaut und auf Erfolg getrimmt hatten. „Es gibt eine Zeit in der Entwicklung eines jeden Unternehmens, wo die Gründer die Notwendigkeit erkennen müssen, den Stab an eine neue Führung weiterzureichen", so Lazaridis. Er zieht sich auf den Posten des stellvertretenden Verwaltungsratschefs zurück. Balsillie wird Mitglied im Kontrollgremium.
Heins, bislang für das Tagesgeschäft bei RIM verantwortlich, setzt nun voll auf das neue Betriebssystem „Blackberry 10“ (ehemals BBX). Es soll im Laufe des Jahres erscheinen und vor allem das Problem lösen, dass es für Blackberry zu wenige Apps gibt. Die Lösung: Mit Blackberry 10 sollen auch Android-Apps funktionieren, wodurch gleich Hunderttausende Mini-Anwendungen auf einen Schlag zur Verfügung stehen würden.
Tatsächlich werden es wahrscheinlich aber nur einige Tausend sein, denn Blackberry-Geräte können vom Start ab aller Voraussicht nach keinen direkten Zugriff auf den Android Market bieten. Vielmehr steht eine Auswahl in einem von RIM betriebenen Marktplatz zum Herunterladen bereit. Ob das die Wende bringt?
Fraglich ist zudem, ob RIM den Zeitplan einhalten kann. Die ersten 10er Blackberrys kommen wahrscheinlich erst Ende 2012 auf den Markt, wenn mit großer Sicherheit Apples kommendes iPhone 5 und viele Android-Geräte mit dem neuen „Ice Cream Sandwich“-System schon lange Käufer anlocken. Blackberry 10 samt den dazu gehörigen Smartphones muss schon ein echter Knaller werden, um die zu übertrumpfen.
Es darf aber bezweifelt werden, ob das so schnell gelingen kann – schließlich ist auch das lange angekündigte und jetzt endlich erhältliche Edel-Phone P'9981 im Porsche-Design (Foto) für saftige 1500 Euro ein absolutes Nischenprodukt.
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(FN)
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