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Feiertage

Christen feiern die Auferstehung Jesu an Ostern

Ostern ist das höchste Fest der Christen und ihrer Kirchen. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah (Pessach)-Fest. Das deutsche Wort Ostern leitet sich vom indogermanischen Wort für Morgenröte ab. Die Osterzeit beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage später mit Pfingsten. Ostern ist neben Pfingsten das älteste christliche Fest.

Bedeutung von Ostern: Ostern (lateinisch: pascha; von hebräisch: pessach) ist die jährliche Feier aus Anlass der Auferstehung Jesu Christi, der als Sohn Gottes den Tod überwunden hat - so sagt es das Neue Testament. Die letzte Woche vor Ostersonntag nennt sich Karwoche und beginnt mit dem Palmsonntag. Am Palmsonntag feiern die Christen den Einzug Jesu in Jerusalem. Am Gründonnerstag feiert das Christentum das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Am folgenden Karfreitag wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag herrscht die Grabesruhe und am Ostersonntag, dem dritten Tage, wird schließlich die Auferweckung Jesu von den Toten gefeiert. Mit dem Ostersonntag beginnt die Freudenzeit („Osterzeit“), die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. Mit dem Aschermittwoch beginnt eine 40-tägige Fastenzeit, die mit dem 40. Tag am Karsamstag endet. Diese Zeit erinnert an die 40 Jahre, die die Israeliten in der Wüste verbracht hatten, aber auch an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete und betete.

Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern als einen Festtag. In der Alten Kirche wurde Ostern als Einheit des Andenkens an das Leiden Christi und der Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen („Vollpascha“). Ab dem 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Vorbe­reitungszeit zur Fastenzeit bestimmt; im 4. Jahrhundert wurden die drei heiligen Tage von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag Morgen als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt. Ab dem 4. Jahrhundert wurde Ostern das höchste Fest im Kirchenjahr als eine Drei-Tage-Feier (Triduum paschale) begangen. Die Gottesdienste erstreckten sich seitdem in den meisten Liturgien von der Feier des Letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend – dem Vorabend des Karfreitags – über den Karsamstag, den Tag der Grabesruhe des Herrn, bis zum Anbruch der neuen Woche am Ostersonntag.

Das Datum: Ostern gehört zu den sogenannten beweglichen Festen. Deren Kalenderdatum variiert jedes Jahr. Der Ostersonntag hängt vom Frühlingsvollmond ab, wobei der Frühlingsanfang festgelegt ist auf den 21. März (er wird aber im jüdischen Kalender anders berechnet).

Nachdem auf dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahre 325 eine erste allgemeinverbindliche Regelung zum Osterdatum beschlossen worden war, kam es durch die Einführung des Gregorianischen Kalenders erneut zu einem unterschiedlichen Osterdatum. Die meisten östlichen Kirchen (mit Ausnahme der Finnisch-Orthodoxen Kirche und der Ostsyrischen Kirche) nahmen den Gregorianischen Kalender zur Berechnung der beweglichen Feste nicht an. Die orthodoxen Kirchen berechnen Ostern nach dem julianischen Kalender, der gegenüber dem gregorianischen zurückhinkt Daher liegt der Ostertermin der westlichen Christenheit vor (!)  dem der orthodoxen und altorientalischen Kirchen, das Datum kann bis zu fünf Wochen voneinander abweichen.

Alle übrigen beweglichen christlichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet.

Das 1. Konzil von Nicäa hatte einst festgelegt, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ostersonntag nach dem im Westen gültigen gregorianischen Kalender frühestens am 22. März, spätest­ens aber am 25. April stattzufinden hat.

Die Osternachtfeier: Traditionell wird in orthodoxen und katholischen Kirchen die Osternacht gefeiert. Nach orthodoxer Tradition darf Ostern außerdem nicht vor oder zusammen mit dem jüdischen Passahfest gefeiert werden. Deshalb feiern orthodoxe und westliche Kirchen das Osterfest meist an unterschiedlichen Sonntagen.

Die Liturgie der Osternachtfeier besteht traditionell aus vier Teilen:

  1. Die Lichtfeier hat neben dem Halleluja-Ruf das Licht als wichtigsten Bestandteil. Meist erhalten die Gottesdienstteilnehmer bereits am Eingang der Kirche eine Kerze, die dann an der Osterkerze entzündet wird. Gelegentlich wird sogar ein richtiges Osterfeuer entfacht. Solche Feuer wurden bereits in heidnischer Zeit praktiziert: man versuchte, mit diesem Frühlingsfeuer die Sonne magisch auf die Erde herab zu ziehen. Die ersten christlichen Osterfeuer gab es um 750 in Frankreich, seit dem 11. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum verbreitet. Auch Flammenräder ließ man von Hügeln hinabrollen. Heute steht die Osterkerze im Mittelpunkt der Osternachtfeier. Erstmals erwähnt wurde eine Osterkerze 384 in Piacenza in einem Brief von Hieronymus. Spätestens 417 gebrauchte sie Papst Zosimus in Rom. Im 10. Jahrhundert etablierte sich die Osterkerze; sie brennt während der ganzen Osterfestzeit bis Pfingsten. Danach wird die Kerze neben den Taufstein gestellt und brennt bei Taufen.

  2. der Wortgottesdienst

  3. die Taufe bzw. Tauferneuerung: Im 4. Jahrhundert wurde die Osternacht zur großen Taufnacht der Kirche, dadurch entstand die Verbindung von Ostern und Taufe. In der katholischen Kirche weiht der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das ganze Jahr. Die Gläubigen nehmen das geweihte Wasser mit nach Hause, es soll sie zuhause ebenso so wie ihre Häuser vor Unheil schützen.

  und 4. Die Abendmahlsfeier (Eucharistie) als Vergewisserung der Gegenwart des Auferstandenen Christus.  Ein Teilablass wird demjenigen Gläu­bigen gewährt, der sein Taufverspre­chen nach einer dafür vorgesehenen Formel erneuert; geschieht dies während der Feier der Osternacht oder am Jahrestag der Taufe, so kann sogar ein vollkommener Ablass gewonnen werden.

Das Lamm - oder eine junge Ziege - ist Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter, es ist das klassische Opfertier im Alten Testament. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt.“ (Johannes Evangelium 1, 29). Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar, es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt.

Die Bedeutung der Eier: Im 12. Jahrhundert wurden erstmals nachweislich Eier geweiht. Eier gelten seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol; im Mittelalter waren sie als Zahlungsmittel bedeutend. Sie wurden zum Symbol der Auferstehung Christi, weil seine Auferstehung aus dem Grab dem Schlüpfen der Küken aus der Schale verglichen wurde. Neben Eiern wurden bald auch Schinken, Milchprodukte und Brot zur Weihe gebracht. Man wollte die lange Fastenzeit mit dem Verzehr der geweihten Speisen würdig beenden. Im 13. Jahrhundert werden erstmals bemalte Ostereier erwähnt. Nach den Fastenvorschriften war der Verzehr von Eiern in der Karwoche untersagt; die Hennen legten trotzdem, die Eier wurden gelagert; am Ostermorgen war dann der Eierkonsum besonders hoch. Man beschloss, diese gesammelten Karwochen-Eier zu bemalen und weihen zu lassen, damit sie sich von gewöhnlichen Eiern unterscheiden. Eine Färbung der Eier ist beispielsweise im Jahr 1615 durch einen Straßburger Handwerksmeister belegt, die kunstvolle Bemalung der Eier war vor allem in Osteuropa verbreitet.

Die Bedeutung des Osterhasen: Evangelische Familien entwickelten im 17. Jahrhundert den Osterhasen als Eierlieferanten, erstmals erwähnt – ebenfalls im Elsass - etwa um das Jahr 1680 von dem Mediziner Georg Franck von Frankenau. Er sollte die Eier bemalen, verstecken und legen. Damit wollten die Protestanten sich von den Katholiken distanzieren, deren Fastenbräuche und Eierweihe sie ablehnten. Der Osterhase ist Symbol für Ostern und neues Leben wegen seiner Fruchtbarkeit - besonders im Frühling - und weil er mit offenen Augen schläft. Aber auch der Hahn brachte in manchen Gegenden die Eier, in der Schweiz gar der Kuckuck, in Westfalen der Fuchs und in Thüringen der Storch. Im fränkischen Ansbach wurde im Jahr 1757 angeblich ein eierlegender Hase gefangen und darüber ein regelrechtes Protokoll verfasst. Erst im 19. Jahrhundert konnte sich der Osterhase überall durchsetzen.

Die Speisensegnung: Aus Polen stammt der Brauch der Speisensegnung. Am Karsamstag oder zu Ende der Osternacht-Feier werden in katholischen und auch in einigen orthodoxen Kirchen Speisen gesegnet, die die Gläubigen in Körben mitgebracht haben und die dann zum Frühstück am Ostersonntag im Kreis der Familie verzehrt wurden.

Das deutsche Wort Ostern leitet sich vom indogermanischen Wort für Morgenröte ab. Der im Deutschen gebräuchliche Name Ostern ist altgermanischen Ursprungs und hängt wohl mit der Himmelsrichtung „Osten“ -  wo die Sonne aufgeht - zusammen: Der Ort der aufgehenden Sonne gilt im Christentum als Symbol des auferstandenen und wiederkehrenden Jesus Christus. Viele Osterbräuche sind nichtchristlicher („heidnischer“) Herkunft.

(Redaktion)


 


 

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