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"Edelkorrespondent“

Claus Kleber Superstar

Beim ZDF kündigt sich ein Streit um wichtige Personalien an. Auslöser: ein neuer Vertrag für Nachrichtenstar Claus Kleber – inklusive Traumgage.

Wenn am Freitag der Verwaltungsrat des Zweiten Deutschen Fernsehens zusammentritt, steht auf der Tagesordnung eine überraschende Personalie: Theo Koll, Moderator des Politmagazins „Frontal21“, soll neuer Hauptredaktionsleiter Ausland werden und den bisherigen Chef Dietmar Ossenberg ablösen, der als Korrespondent an seinen alten Dienstsitz Kairo zurückkehrt. Der derzeitige Mann in Kairo, Luc Walpot, übernimmt in Mainz die Leitung der „heute“-Redaktion.

Doch die 14 Mitglieder des Gremiums, vor allem die Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD, Rheinland-Pfalz), Peter Müller (CDU, Saarland) und Roland Koch (CDU, Hessen), dürften sich weniger für Koll als für eine andere, weitaus wichtigere und seit Monaten unerledigte Personalfrage interessieren: die berufliche Zukunft des Chefmoderators und Leiters des „heute journal“, Claus Kleber, und die personellen Konsequenzen, die ein neuer Vertrag für Kleber auslösen würde.

Kleber verdient mehr als sein Chef

Im Dezember 2007 hatte Kleber das lukrative Angebot des „Spiegel“ abgelehnt, das Blatt als Nachfolger von Chefredakteur Stefan Aust zu übernehmen. Damals konnte er schon darauf hoffen, dass ZDF-Intendant Markus Schächter („Kleber ist der Spitzenmann des deutschen TV-Journalismus“) und Chefredakteur Nikolaus Brender seine Treue zum Mainzer Sender nicht nur mit rühmenden Worten belohnen würden.

Bekommt er als Dankeschön endlich seinen neuen Vertrag, darf sich Kleber, den viele für den besten Nachrichtenpräsentator im deutschen Fernsehen halten, etlicher Privilegien erfreuen, die vor ihm kaum ein öffentlich-rechtlicher Nachrichtenmann genossen hat. Dazu gehört vor allem ein von diversen ZDFlern staunend bis neidvoll kolportiertes Jahressalär von 600 000 Euro, das ihn wohl zum bestbezahlten News-Journalisten des deutschen Fernsehens machen würde. Sein Intendant verdient nicht annähernd so viel.

Eine herausragende Rolle spielt der 53-Jährige – zweifacher Fernsehpreisträger und vor Kurzem als Bambi-Kandidat nominiert – auch in den Strategien für die künftige Präsenz des Senders im Zeitalter des Internetfernsehens. Kleber wirkt verantwortlich mit am Aufbau eines ultramodernen digitalen News-Studios, das ab nächstem Frühjahr sämtliche Abspielkanäle vom klassischen Fernsehprogramm bis zum Handy-TV mit aktuellen Nachrichten und Korrespondentenbeiträgen, Hintergrundberichten und Dokumentationen bestückt.

Weil Kleber als fest angestellter ZDF-Mann, der er bisher war, jedoch das normale Gehaltsgefüge sprengen würde, soll er künftig als freier Mitarbeiter des Senders wirken, der in seinen zahlreichen moderationsfreien Wochen zudem als eine Art Edelkorrespondent von den Brennpunkten dieser Welt berichtet. Die „heute journal“-Redaktion dürfte er dann nicht weiter leiten. Eine Verwaltungsordnung des Senders untersagt die Einbindung freier Mitarbeiter in den organisatorischen Arbeitsablauf.

(rheinmain)


 


 

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