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Datenaffäre: Bahn paradox

Bahnchef Hartmut Mehdorn weiß, wie man Zug um Zug Druck aus dem Kessel nimmt. Die Beurlaubung seines Oberrevisors Josef Bähr, der Schlüsselfigur in der unglaublichen Datenaffäre beim Staatskonzern, war ein genialer Coup. Bähr, bei dem die Fäden für die Spitzelaktionen gegen die Belegschaft zusammenliefen und der Mehdorn direkt unterstellt war, stand damit gestern nicht dem Bundestag Rede und Antwort.

Die Opposition schäumt, die Union und Teile der SPD bleiben kühl. Bei ihnen ist das Interesse am Ende des Systems Mehdorn bemerkenswert gering. Längst geht es darum, dem Bahnchef eine Schonfrist zu geben. Erst gründliche Aufklärung und dann personelle Konsequenzen - diese Floskel steht für das Ziel, mit Mehdorn den Garanten für die Teilprivatisierung der Bahn zu halten. Teile der SPD wittern dagegen die Chance, durch schnellen Wechsel im Führerstand das Rad komplett zurückzudrehen - bloß weg von der Börsenbahn, Verstaatlichung hat derzeit sowieso Hochkonjunktur. Dass solche Pläne am Prellbock enden, ist auch das Ziel der Kanzlerin. Keine vorschnellen Urteile, ließ sie durch ihren Sprecher ausrichten. Schon paradox: Je massiver der Verdacht auf Rechtsverstöße, desto sicherer kann sich der Bahnchef fühlen.

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

(Redaktion)


 


 

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