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Verschuldungslast

DAX- Rettungspakete und Konjunkturprogramme ohne Ende ...

... und die Hoffnung auf eine rasche Wende ... Die globale Wirtschaftskrise veranlasst die einzelnen Regierungen dazu immer neue Rettungs- und Konjunkturprogramme auf den Markt zu werfen. Die Staatschulden erhöhen sich dadurch in einem immer schnelleren, nie zuvor gekannten Tempo. Der Verschuldungsgrad der so angehäuften Staatsschulden der Bundesrepublik Deutschland, erhöhte sich allein durch das erste Rettungspaket deutlich.

Die Europäische Union steht vor einer großen und harten Bewährungsprobe.

Belief sich zuvor die Verschuldungslast zum Jahresende 2008 auf ca. 470 EUR je Sekunde, so erhöhte sich diese nach dem ersten Konjunkturpaket im Januar 2009, um den Faktor 10 auf ca. 4.700 EUR je Sekunde. Ein deutlicher Hinweis wie schwer die Last weiterer staatlicher Rettungs- und Konjunkturprogramme künftig wiegt. Die gesamten Rettungsmaßnahmen basieren hingegen alleine auf dem Prinzip Hoffnung, das künftig doch nicht alles so negativ kommt, wie in den Ausarbeitungen der Wirtschaftsexperten zum Teil beschrieben. Mittlerweile sind angesichts der anhaltenden globalen Wirtschaftsprobleme erste Auswirkungen in der Realwirtschaft zu spüren. Trotz groß angelegter Konjunkturprogramme kommt es zu Unternehmensschließungen und den üblichen Begleiterscheinungen.

Die Zahl der inländischen Kurzarbeiter hat mittlerweile offiziell die ein Millionmarke überschritten und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Kommt es in der Realwirtschaft nicht zu einer baldigen Erholung wird die Zahl der Erwerbslosen sprunghaft ansteigen. Kein Unternehmen kann sich Kurzarbeit auf längere Sicht leisten. Die Spirale dreht sich weiter und führt infolge zu einem weiteren Einbruch bei der privaten Nachfrage, sinkenden Staatseinnahmen und aufgrund immer neuer Rettungs- und Konjunkturprogramme, zu drastisch steigenden Staatsausgaben. Die Frage wer diese Staatsschulden wann oder überhaupt, je zurückzahlen kann und soll, bleibt hingegen ungeklärt.

Bereits in den letzten Monaten waren die zur Refinanzierung dringend erforderlichen Staatsanleihen nur noch mit Mühe am Markt zu platzieren. Die Auktion zehnjähriger Staatsanleihen in der vergangenen Woche konnte infolge nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht vollständig platziert werden. Die Zahl der in diesem Jahr neu herausgebrachten Staatsanleihen (EU, USA) wird auf ca. drei Billionen USD geschätzt, eine Erhöhung zum Vorjahr 2008 um ca. 30 Prozent. Nicht eingerechnet sind dabei die Industrie- und Unternehmensanleihen die von den privaten Finanzinstituten am Markt platziert werden und für die der Staat entsprechend garantiert. Diese verdeckten Staatsanleihen (Industrie- und Unternehmensanleihen) sind gegenwärtig auch nur mit entsprechenden Risikoaufschlägen zu platzieren. Dadurch kommt es auch bei der Refinanzierung der Unternehmen zunehmend zu Schwierigkeiten bei der Liquiditätsbeschaffung. Insbesondere die USA gehen dazu über, den Markt weiterhin mit einer Geldschwemme zu fluten und begünstigen dadurch eine inflationäre Entwicklung.

Was bleibt ist die Erkenntnis, das derzeit von den jeweiligen Staaten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht wird, das Vertrauen der insbesondere großen, institutionellen Marktteilnehmern zu erhalten. Das Vertrauen dieser Marktteilnehmer ist besonderes wichtig, da bereits begründete Zweifel dieser Großinvestoren, das der jeweilige Staat seiner Verpflichtung auf Rückzahlung der aufgenommen Schulden nicht mehr nachkommen könnte, zu einem Vertrauensverlust und Abverkauf der jeweiligen Staatspapiere führt. Auch hier dreht sich die Spirale dann weiter, im ungünstigsten Fall hin zur kompletten Zahlungsunfähigkeit des jeweiligen Staates und einem Staatsbankrott. Nicht ohne Grund hat die Europäische Union in einem internen Arbeitspapier auf die Zahl der von den europäischen Finanzinstituten gehaltenen, sogenannten toxischen Wertpapieren aufmerksam gemacht. Der Vertrauensverlust von Großinvestoren an bedürftige EU-Länder (Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Portugal, Spanien) hat schon in der Vergangenheit zu einer Erhöhung der zuvor genannten Risikoaufschläge geführt. Vordergründig ist weiterhin der unbedingte Vertrauenserhalt dieser Großinvestoren durch vertrauensbildende Maßnahmen.

(Open PR)


 


 

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