Weitere Artikel
Porträt Wirtschaftsverband

"Der WVIB ist der Verband der Schwarzwald AG"

Der Verein Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB) ist keine Lobbyorganisation, sondern eine Kontakt- und Informationsbörse für knapp 1000 Mitgliedsfirmen im Südwesten. Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Münzer spricht in Anspielung auf das Verbreitungsgebiet der Firmen davon, dass der Verband die "Schwarzwald AG" vertrete. Gegenüber www.suedbaden.business-on.de erläutert Münzer, was die 30 Mitarbeiter des WVIB und die Mitgliedsfirmen selbst für den Verband leisten.

Ein Verband ist ein Zusammenschluss, bei dem es darum geht, sich gegenseitig zu helfen. Und das macht der WVIB im Bereich von Baden und Süd-Württemberg für knapp 1000 industrielle Unternehmen, bei denen es rund 160 000 Arbeitsplätze gibt. Diese "Schwarzwald AG" macht im Jahr 32 Milliarden Euro Umsatz, rechnet Christoph Münzer vor, Geschäftsführer des WVIB. Er ist sozusagen der oberste Hauptamtliche, Präsident Klaus Endress (Geschäftsführer Endress+Hauser AG, Reinach) der oberste Ehrenamtliche der Mitglieds-Unternehmen.

Münzer betont: "Der WVIB ist keine Lobbyorganisation!" Vielmehr verstehe sich der Verein als Dienstleister für seine Mitgliedsfirmen. Beratung, Weiterbildung und Kontaktvermittlung seien Schwerpunkte, "wir sind Netzwerk und Selbsthilfeorganisation. Den Nachteil, dass es bei und keine Konzerne wie Thyssen, BASF und ähnliche gibt, gleichen wir durch Veranstaltungen und Beratung aus".

Geschäftsführer Christoph Münzer nennt Zahlen, um die Aktivitäten des Verbandes zu erläutern. 25 000: So viele Mailadressen sind im Verteiler. 17 000: Das ist die Zahl der individuellen Kontakte pro Jahr, die über den WVIB laufen. 2000: So viele Teilnehmer treffen sich jährlich in den rund 50 Arbeitskreisen zu Fachthemen wie Personal, Einkauf, Internationales, Technik. 550: Das ist die Zahl der Unternehmenschefs, die sich in "Erfa-Chef-Gruppen" zweimal pro Jahr treffen. Der WVIB fühlt sich zuständig für den Bereich zwischen Karlsruhe und Basel sowie Stockach bis Stuttgart (Münzer: "Der Schoß des Alemannentums!").

Die einzelnen Dienstleistungen des WVIB sind zu umfangreich, um sie hier aufzuzählen. Um nur einige zu nennen: Erfahrungsaustausch in Arbeitskreisen, Gehaltsvergleich, Vermittlungsservice für Aufträge, Stellenbörse, Informations-Rundschreiben, gemeinsame Reisen und Messestände sowie Beratung (Umweltschutz, Qualitätsmanagement, Organisation, Recht, Steuer und vieles mehr). Und drei neue Einheiten zu den Themen Solar, Automotive und Medizin.

Konkrete Beispiele? Münzer: "Gerade habe ich für einen Brillengestell-Hersteller, der künftig für die Luftfahrt produzieren will, einen strategischen Kontakt hergestellt." Zum Thema Kurzarbeit "waren wir die ersten, die bereits im Febraur zusammen mit der Agentur für Arbeit eine Infoveranstaltung angeboten haben". Weiter habe der WVIB über eine neue Verordnung zum bleifreien Löten informiert ("die Mitglieder hatten einen Informationsvorsprung vor der Konkurrenz "). Außerdem helfe der Verband dabei, eine zweite Meinung einzuholen – wenn zum Beispiel ein Unternehmensberater eine bestimmte Software empfiehlt, stellt der WVIB Kontakt zu Mitgliedsfirmen her, die ähnliches schon nutzen.

Münzer nennt ein weiteres Beispiel: "Eine Firma möchte ein Hochregallager kaufen. Da geht es um Erfahrungen mit Herstellern, Kosten, wie lange der Bau dauert und mehr. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus, damit man die Fehler von anderen nicht wiederholt. Und das branchenübergreifend." Es geht oft um Kosten – zum Beispiel, ob ein Abteilungsleiter einen Dienstwagen haben muss und welche Größe der haben sollte. Außerdem gibt es Preisvergleiche – so darüber, was die einzelnen Firmen für Wirtschaftsprüfer-Abschlüsse zahlen. Daran lässt sich erkennen, ob man vergleichsweise viel zahlt und dort sparen kann. Was wichtiger geworden ist: "Wenn ein Senior-Inhaber ausscheidet, moderieren wir die Firmenübergabe und helfen, einen Nachfolger zu finden." Das ist manchmal überlebenswichtig für ein Unternehmen.

Der WVIB funktioniere selbst, so Münzer, "wie ein Unternehmen": Es gibt eine Strategie des Vorstands, Ziele, Budgets, Geschäftsfelder und Produktmanager. "Seit 64 Jahren sind wir sehr erfolgreich." Der WVIB hat 30 Mitarbeiter, das Verbands-Gebäude in Freiburg wird derzeit erweitert. Der Etat schwanke von Jahr zu Jahr, es seien ungefähr knapp fünf Millionen Euro. Der Mitgliedsbeitrag für die Firmen beträgt 330 Euro pro eine Million Umsatz, aber höchstens 6000 Euro. In diesem Mitgliedsbeitrag sind fast alle Serviceleistungen enthalten – Ausnahmen: Messestände, Reisekosten und Seminare.

Was Christoph Münzer betont: "Wir – Unternehmen und WVIB-Mitarbeiter - sind nach über 60 Jahren ein großes, eingeschworenes Team. Die Schwarzwald AG war in den letzten Jahren auf den globalen Märkten sehr präsent – eben weil wir uns gegenseitig helfen."

Mehr auf der Homepage des WVIB.

(Redaktion)


 


 

wvib
freiburg
münzer
endress
klaus
wirtschaftsverband
südwesten
seminare

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "wvib" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: