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Arbeitsmarktbericht

Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im August!

Die Arbeitslosigkeit im Südwesten ist im August deutlich angestiegen. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Quote bei 5,5 Prozent. Erstmals seit Februar 2007 lag die Arbeitslosenzahl wieder über 300.000. Insgesamt waren 307.799 Frauen und Männer ohne Job. Das sind 14.789 Menschen mehr (plus 5,0 Prozent) als im Vormonat. Gegenüber August 2008 sind 78.721 Menschen mehr arbeitslos (plus 34,4 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,1 Prozent.

Der Anstieg um 5,0 Prozent zwischen Juli und August ist der höchste seit 18 Jahren.

Er fällt in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch aus als sonst üblich. War der Zuwachs an Arbeitslosen im Juli noch moderat, verstärkt der Konjunkturabschwung den saisonbedingten Effekt im August deutlich. „Die Krise wirkt sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus und trifft vor allem junge Menschen, die mit ihrer Ausbildung fertig geworden sind“, sagte Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitsmarktexpertin rechnet bis Jahresende mit weiter steigenden Zahlen. „Die Agenturen für Arbeit helfen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen in der schwierigen Wirtschaftslage. Sie haben Maßnahmen, Geld und Personal.“

Die Arbeitsagenturen entlasten Betriebe mit Förderleistungen rund um das Kurzarbeitergeld. Sie sichern mit Hilfe von Kurzarbeit Beschäftigung und mit Hilfe von Qualifizierung Fachkräfte. Außerdem helfen die Agenturen Hochschulabgängern und Auszubildenden, den Übergang ins Arbeitsleben zu schaffen. Absolventen können direkt in Kurzarbeit gehen, wenn sie von einem Betrieb eingestellt werden. Strobel: „Arbeitgeber, die jetzt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterqualifizieren und junge Menschen ausbilden, bereiten sich optimal auf den Aufschwung und den demografischen Wandel vor.“
Die Arbeitslosigkeit, die jetzt entsteht, ist konjunkturbedingt und betrifft hauptsächlich die Arbeitslosenversicherung. Vor einem Jahr gehörten ihr 42,2 Prozent aller Arbeitslosen an, jetzt sind es 51,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist in diesem Bereich um 10.359 (plus 7,0 Prozent) gestiegen und beträgt jetzt 158.675. Der Grundsicherung gehören 149.124 arbeitslose Frauen und Männer an. Ihre Zahl nahm im Vormonatsvergleich um 4.430 zu (plus 3,1 Prozent).

Für weitere 18.000 Personen Kurzarbeit angezeigt

Kurzarbeit bleibt im Südwesten aktuell. Von Januar bis Juli 2009 haben bei den Agenturen im Bezirk der Regionaldirektion etwa 20.000 Betriebe für rund 546.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 1.700 Betriebe für 17.500 Beschäftigte. Nach ersten Erkenntnissen sind die Anzeigen im August gegenüber Juli rückläufig. Für den zurückliegenden Monat erwartet die Regionaldirektion Anzeigen für weitere 18.000 Personen.
Auch was die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter angeht – nicht alle Beschäftigte, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, arbeiten letztendlich auch kurz – gibt es vorläufige Zahlen: Demnach waren es im zweiten Quartal 2009 durchschnittlich 315.000 Personen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren es 162.000. Bislang sind im Land rund 100.000 Arbeitsplätze durch den Einsatz von Kurzarbeit gesichert worden.

Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen innerhalb des Landes haben auch im August dazu geführt, dass die Bandbreite der Arbeitslosenquoten groß ist. Sie liegt zwischen 4,0 Prozent (Landkreise Biberach und Ravensburg) und 10,7 Prozent (Stadtkreis Pforzheim). Insgesamt bleiben von den 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten 26 unter der landesweiten Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent. Im Vergleich der Regierungsbezirke war die Quote im Bezirk Tübingen mit 4,9 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Freiburg mit 5,3 Prozent und Stuttgart mit 5,6 Prozent. Schlusslicht ist Karlsruhe mit 5,9 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Stellen hat zwar im August im Vergleich zum Juli um 1.039 (plus 2,0 Prozent) zugenommen, gegenüber dem Vorjahresmonat sind es aber 27.880 Arbeitsplätze weniger (minus 34,4 Prozent). Derzeit sind 53.180 Stellen offen, etwa 90 Prozent sind ab sofort zu besetzen. Den Agenturen wurden seit Jahresbeginn 58.261 Stellen weniger (minus 28,0 Prozent) gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Sie konnten in dieser Zeit auch 35.000 Stellen weniger besetzen (minus 18,0 Prozent). Trotz des massiven Stellenrückgangs ist Bewegung am Arbeitsmarkt: Rund 40 Prozent derjenigen Menschen, die die Agenturen im August aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet haben, fanden eine neue Erwerbstätigkeit.

Arbeitslosigkeit steigt bei Jüngeren auf über sechs Prozent

Der Zunahme der Arbeitslosigkeit im August spiegelt sich auch in den Zahlen der einzelnen Personenkreise wider. Vor allem Männer sind von Arbeitslosigkeit bedroht: Viele arbeiten in den konjunkturanfälligen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Die Zahl der arbeitslosen Männer ist in diesem Monat um 6.216 auf mittlerweile 166.055 gestiegen (plus 3,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr sind damit 58.271 mehr Männer arbeitslos (plus 54,1 Prozent). Aber auch bei den Frauen fällt der Anstieg im August deutlich aus: Die Arbeitslosigkeit nahm um 8.573 (plus 6,4 Prozent) auf nun 141.744 zu. Im Vorjahresvergleich sind 20.450 Frauen (plus 16,9 Prozent) mehr arbeitslos.

Im August wuchs die Jugendarbeitslosigkeit saisonbedingt stark an: Junge Menschen melden sich nach Abschluss ihrer betrieblichen oder schulischen Ausbildung arbeitslos. Erstmals seit drei Jahren waren wieder mehr als 40.000 Frauen und Männer unter 25 Jahren ohne Arbeit. Insgesamt waren es 41.803, das sind 7.239 Jugendliche mehr (plus 20,9 Prozent) als im Juli und 14.655 mehr (plus 54,0 Prozent) als vor einem Jahr. Die Quote stieg auf 6,1 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 4,0 Prozent. Sie weist große regionale Unterschiede auf: Im Stadtkreis Pforzheim (10,2 Prozent) ist sie am höchsten, im Stadtkreis Freiburg (3,9 Prozent) am niedrigsten. 12.059 junge Menschen unter 25 Jahren – das sind 28,8 Prozent aller arbeitslosen Jugendlichen – gehören der Grundsicherung (SGB II) an. Die politischen Erwartungen an Agenturen und Kommunen im Land sind, dass kein Jugendlicher länger als drei Monate arbeitslos ist. Im August ist das bei 64 Prozent gelungen. Die Agenturen bieten den arbeitslosen Jugendlichen spätestens im vierten Monat eine Zusatzqualifizierung entsprechend dem erlernten Beruf an.

Bei den arbeitslosen Frauen und Männern, die 50 Jahre und älter sind, waren im August mit 77.682 Menschen 835 mehr arbeitslos (plus 1,1 Prozent) als noch im Juli. Im Vorjahresvergleich hat die Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis um 16.686 Menschen (plus 27,4 Prozent) zugenommen. Bei den arbeitslos gemeldeten Ausländern liegt die Quote mit 12,1 Prozent um 0,3 Prozentpunkte über der des Vormonats. Im August waren 72.041 Ausländer ohne Arbeit. Dies sind 1.562 mehr (plus 2,2 Prozent) als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind 17.936 Ausländer mehr (plus 33,2 Prozent) arbeitslos.

Ausbildungsmarkt nahezu ausgeglichen

Auch im August waren bei den Agenturen annähernd gleich viele Ausbildungsstellen wie Ausbildungsbewerber gemeldet. Seit Oktober 2008 ist die Zahl der Stellen auf 62.015 gestiegen. Das sind 1.719 weniger (minus 2,7 Prozent) als vor einem Jahr. Insgesamt 63.785 Bewerber suchen über die Arbeitsagenturen nach einer Lehrstelle. Das sind 5.403 weniger (minus 7,8 Prozent) als zum Vorjahreszeitpunkt. Mehr als 9.000 Lehrstellen sind in Baden-Württemberg kurz vor Ausbildungsbeginn noch unbesetzt. Allein 600 Stellen im Einzelhandel, knapp 500 Ausbildungsstellen als Koch oder Köchin, 360 im Restaurantgewerbe und 280 in Hotelbetrieben. „Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte sich schnell an die Berufsberaterinnen und Berufsberater in den Arbeitsagenturen wenden. Wir werden jedem Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative anbieten“, sagte Eva Strobel.

Ende Juni gab es im Land 3.860.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, das sind 30.564 (minus 0,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Vor allem Verarbeitendes Gewerbe, Wirtschaftsdienstleistungen und Zeitarbeit sind betroffen. Im Gesundheits- und Sozialwesen wurde hingegen Beschäftigung aufgebaut.

(Bundesagentur für Arbeit)


 


 

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