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Badhersteller

Duravit setzt langfristig auf Wachstum – aber 2009 wird hart

Trotz der globalen Wirtschaftsentwicklung im zweiten Halbjahr konnte Badhersteller Duravit in 2008 den Wachstumskurs fortsetzen und schloss das Jahr mit einem Umsatzplus von 7,6 Prozent ab. Dies hat er in erster Linie einer hervorragenden ersten Jahreshälfte zu verdanken, die vor dem Einbruch noch eine deutlich zweistellige Wachstumsrate aufwies. Für 2009 erwartet das Unternehmen deutlich weniger Umsatz. Von Kündigungen oder weniger Jobs ist jedoch derzeit nicht die Rede.

Der Gesamtumsatz an Dritte stieg damit in 2008 auf 335 Mio. Euro. Wesentliche Absatzmärkte waren Mitteleuropa, hier besonders Deutschland, Italien, Spanien, United Kingdom und Frankreich sowie die USA, der Nahe Osten und ausgewählte Länder Asiens. Der überwiegende Teil des Umsatzes wurde im Euro-Raum erzielt; der internationale Anteil am Umsatz lag im Duravit-Konzern bei insgesamt 77,8 %. 

In den internationalen Märkten, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU, stieg der Umsatz im Konzern weiterhin ein- bis zweistellig. Der größte Anteil an der Umsatzsteigerung geht auf Produkte zurück, die in den letzten vier Jahren in den Markt eingeführt worden sind.

Gegen den Branchentrend

In Deutschland hat die Duravit AG gegen den Markttrend ebenfalls ein Umsatzplus erzielt und gehört mit einem Zuwachs von 2,5 % zu den positiven Zahlen der Branche, denn die Baubranche in Deutschland erreichte in 2008 kein Wachstum. Der Rückgang entstand vor allem im 2. Halbjahr. 

Insgesamt operiert Duravit mit 25 Tochtergesellschaften und ist in über 80 Ländern präsent. Die Produktion erfolgt an mehreren nationalen und internationalen Standorten: Hornberg, Schenkenzell, Meißen (Deutschland), Bischwiller (Frankreich), Kairo (Ägypten), Istanbul (Türkei), Chongqing (China) und Bizerte (Tunesien). Die Duravit-Gruppe hatte im Jahresdurchschnitt 5436 Mitarbeiter. 



Im Zuge der internationalen Markenentwicklung stand bei Duravit in 2008 das Thema Showroom auf dem Programm: So investierte der Badhersteller in den USA und eröffnete erstmals in der Madison Square Avenue in New York. Dieser Showroom soll einerseits dem amerikanischen Markt neue Impulse geben und andererseits die Internationalisierung des Unternehmens weiterentwickeln. In Paris wurde der „Salon d’Eau“ runderneuert und stellt nun eine weitere wichtige Anlaufstelle für das internationale Projektgeschäft dar. Darüber hinaus investierte Duravit in die Ausstellung am Standort Meißen und schuf dort einen geschützten Bereich zum „Probebaden“. 



Aufbau von Produktionskapazitäten



Aufgrund der gestiegenen Nachfragen in den verschiedenen Bereichen erforderte das Jahr 2008 den Aufbau von Produktionskapazitäten. Im Badmöbelbereich organisierte Duravit nach der Erweiterung der Produktionsfläche auch die Fertigung neu. Zum bestehenden Maschinenpark wurden hochmoderne, computergesteuerte Maschinen angeschafft. Anfang Mai übernahm das Unternehmen 51 % des tunesischen Keramikherstellers „Manufacture Tunisienne des Céramiques“ (MTC), der über eine Produktionsstätte nordwestlich von Tunis verfügt. Das Werk in Ägypten wurde mit dem ehrgeizigen Ziel erweitert, die jährlichen Kapazitäten von 1,2 Millionen auf 2 Millionen zu erhöhen. Am 17. Oktober 08 legte Duravit dann den Grundstein für eine neue Produktionsstätte in Indien. 



Umsatzrückgang  2009



Nachdem das Unternehmen in den Jahren zuvor stets zweistelliges Wachstum realisieren konnte und bis zur ersten Jahreshälfte 08 auch noch realisiert hat, sind die Umsätze in einigen wichtigen Wachstumsmärkten seit dem letzten Quartal 2008 rückläufig. Insgesamt erwartet der Vorstand in 2009 in Deutschland wie in den internationalen Märkten eine schwache Marktsituation und rechnet mit einem deutlichen Umsatzrückgang. Durch spezifische Maßnahmen wie etwa Abbau von Gleitzeitkonten und Absenkung der tariflichen Arbeitszeit, Streckung von Investitionen und Vermeidung nicht zwingend notwendiger Aufwendungen, steuert Duravit diesem Trend entgegen. 

Doch Duravit will im Entwicklungstempo nicht nachgelassen, sondern das Tempo eher steigern. Das Ergebnis sind unter anderem Produkte, die sogar neue Geschäftsfelder bedeuten. Ein Potenzial für seine Produkte sieht das Unternehmen auch im Zusammenhang mit der durch die Krise aufkommenden Rückbesinnung auf reale Werte. Vorstandsvorsitzender Franz Kook: „Es gibt Anzeichen, dass viele Menschen der Immobilie als Wertanlage wieder Bedeutung zuordnen; das gilt überall dort, wo einen Immobilie nicht als Spekulationsobjekt gesehen wird, sondern als Werterhaltungsobjekt.“ Wer also eine erhaltende Investition sucht, die über Generationen hinweg Menschen Lebensunterhalt geben soll, entdeckt seiner Meinung nach den Wert einer Immobilie neu. „Geht es um Wertsteigerung und Werterhalt eines Objekts, rückt automatisch auch das Thema Bad als fest eingebauter Bestandteil wieder in den Blickpunkt“, ist sich der Vorsitzende sicher. Deshalb ist das Unternehmen zuversichtlich, dass es langfristig gelingt, den Wachstumskurs à la Duravit wieder aufzunehmen. Aktuell liege das Augenmerk aber darauf, stabil und sicher durch die Krise zu kommen. Franz Kook: „Wann steigende Umsätze und Ergebnisse wieder möglich sind, wird auch von der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen.“

(Redaktion)


 


 

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