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  • 11.05.2009, 11:27 Uhr
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Ventilatoren- und Motorenhersteller

ebm-papst rechnet mit fünf Prozent weniger Umsatz

Der Ventilatoren- und Motorenhersteller ebm-papst hat trotz Weltwirtschaftskrise das am 31.März 2009 endende Geschäftsjahr mit nur einem leichten Umsatzrückgang von 1,9 Prozent mit etwas über einer Milliarde Euro abgeschlossen. Für das laufende Jahr erwartet der Technologiekonzern jedoch fünf Prozent weniger Umsatz. Besonders betroffen vom Auftragsrückgang ist das im Schwarzwald gelegene Tochterunternehmen ebm-papst in St. Georgen.

ebm-papst rechnet mit fünf Prozent weniger Umsatz

Die ebm-papst Gruppe beschäftigte zum Geschäftsjahresende 08/09 weltweit 9.677 Mitarbeiter. Gegenüber Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 221, der überwiegend aus dem Personalabbau innerhalb von osteuropäischen Fertigungen sowie einem Abbau von Leiharbeitern und befristeten Mitarbeitern resultiert. Der Anteil der im Inland beschäftigten Mitarbeiter lag zu diesem Zeitpunkt mit 5.111 Personen bei einem Anteil von 53 Prozent und damit weiterhin über dem Ausland. Siehe auch unser Artikel "ebm-papst will 250 Arbeitsplätze streichen".

„Noch zum Abschluss des dritten Geschäftsquartals, Ende Dezember, lag unser Gruppenumsatz rund vier Prozent über Vorjahresniveau. Die Krise war noch nicht wirklich spürbar, zumindest an unseren Standorten Mulfingen und Landshut, wo wir zu diesem Zeitpunkt um zehn beziehungsweise sechs Prozent gewachsen waren“, so Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der ebm-papst-Gruppe. Doch schon einen Monat später hatten sich die Vorzeichen geändert und die weltweite Flaute war auch beim Ventilatorspezialisten angekommen. 

In den Produktbereichen Automobil, Maschinenbau und Telekommunikation musste das Unternehmen Auftragsrückgänge im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Besonders betroffen ist das im Schwarzwald gelegene Tochterunternehmen ebm-papst St. Georgen. 
Neben sinkenden Marktbedarfen kämpft dieser Unternehmensstandort im Produktprogramm der Kompaktlüfter gegen asiatische Wettbewerber und erlöste mit 233 Mio. Euro Umsatz knapp ein Viertel weniger als noch vor zwölf Monaten geplant war. Da interne Einschätzungen einen weiteren Rückgang auf höchstens 205 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr erwarten lassen, gibt es bei ebm-papst Pesonalabbau in St. Georgen und Herbolzheim.

Vorteil im ist laut ebm-papst der kontinuierliche Ausbau im Bereich der energiesparenden EC-Ventilatoren und Gebläsen, die im Schwerpunkt an den Standorten Landshut und am Hauptsitz in Mulfingen entwickelt und produziert werden. „Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten sind diese elektronisch gesteuert und bis zu 70 Prozent sparsamer“, sagt der Unternehmenschef. ebm-papst sieht sich hier als Pionier und Marktbereiter, denn bereits seit dem Jahr 2001 steht beim Umweltpreisträger Baden-Württembergs die energetische Optimierung seiner Produkte im Unternehmensfokus. „Der Markt der Luft-, Kälte und Klimatechnik war zu dieser Zeit nicht für stromsparende EC-Produkte bereit, aber wir waren sicher, dass die Kosten für Energie in den kommenden Jahren steigen würden. Heute nutzen Kunden die Vorteile und berücksichtigen Amortisations- und Lebensdauerzeiten in ihrer Preiskalkulation“, weiss Beilke. Den Produktanteil an energiesparenden EC-Ventilatoren und Gebläsen konnte ebm-papst im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent auf 54 Prozent (570 Mio. Euro) gegenüber traditionellen AC-Produkten in Wechselstromtechnik weiter steigern. Um die Marktstellung auf diesem Gebiet weiter auszubauen investierte ebm-papst allein an den deutschen Standorten 54 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung.

ebm-papst bedient heute mit über 10.000 Produkten viele Branchen, die sich das Unternehmen u.a. auch aufgrund vergangener Krisen wie 2001 in der Telekommunikation oder 1992 im Maschinenbau aufgebaut hat. Dies kommt dem Pionier der stromsparenden EC-Ventilatortechnologie aktuell zu Gute. Während Umsatzerlöse in den Segmenten wie IT/Telekommunikation (minus 13 Prozent) und Hausgeräte (minus neun Prozent) deutlich zurückgingen, konnte ein leichtes Wachstum im Bereich der Luft, Kälte Klimatechnik (plus zwei Prozent) erzielt werden. Im Segment Maschinenbau konnte ebm-papst aufgrund der Branchenzuordnung zur überproportional zunehmenden Umwelttechnologie (u.a. Windkraft, Solar) den Einbruch mit minus zwölf Prozent relativ gering halten.
Besonders erfreulich war ein Umsatzplus von 14 Prozentin der Heiztechnikindustrie. Diese war noch im Vorjahr Sorgenkind des Unternehmens. ebm-papst konnte seine Marktstellung hier deutlich ausbauen. Positiv wirkte dabei die Beteiligung an Argus Vision, einem auf die Entwicklung von elektronischen Steuerungen spezialisierten Unternehmen, die ebm-papst den strategischen Ausbau auf dem Gebiet elektronisch geregelter Gasbrennwertgeräte ermöglichte.

Der Exportanteil des Ventilatorspezialisten blieb mit 70 Prozent (740 Mio. Euro) nahezu konstant. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs um 1,8 Prozent auf 159 Mio. Euro, hervorgerufen durch ein schwaches IT/Telekommgeschäft in China, ist Asien weiterhin bedeutender Wachstumsmarkt für ebm-papst. Durch die Produktionserweiterung in Indien sowie einer Niederlassungsgründung in Vietnam baut das Hohenloher Unternehmen seine weltweite Präsenz weiter aus. 

Entgegen den Erwartungen und dem weltweiten Trend sanken die Umsätze in Amerika nur leicht um 2 Mio. auf 120 Mio. Euro. „Wir registrieren in Nordamerika einen starken Wandel zum Umweltbewusstsein, denn unsere energiesparenden EC-Ventilatoren erfreuen sich einer kontinuierlich steigenden Nachfrage“, so Beilke. Der europäische Markt ging um 3,1 Prozent auf 463 Mio. Euro, resultierend aus Investitionsstaus in Osteuropa, zurück. Deutschland hingegen blieb mit 314 Mio. Euro auf konstantem Niveau.

Mit 64 Mio. Euro ungebrochen hoch, waren die Investitionen, die ebm-papst allein an seinen inländischen Standorten Mulfingen, St. Georgen und Landshut tätigte. Zwar wurde noch im Jahr zuvor die Rekordsumme von 85,1 Mio. Euro investiert, diese war im Schwerpunkt jedoch einem Fabrikneubau für große energiesparende Ventilatoren in Mulfingen-Hollenbach zuzuschreiben. Dieser Bau wurde aufgrund seiner vorbildlichen Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe mit dem Energy Efficiency Award der Deutschen Energie Agentur „dena“ ausgezeichnet.

(Redaktion)


 


 

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