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Dr. Gregor Wittke- Stressmanagement

Effektives Multitasking?

In der Arbeitswelt geht es manchmal drunter und drüber, vor allem wenn parallel an verschiedenen Aufgaben gearbeitet wird: Multitasking. Es macht vielleicht sogar den Eindruck, man sei unheimlich produktiv. Tatsächlich hält diese Meinung einer Überprüfung selten stand. Meist stehen wir uns dabei selbst im Wege. Das ständige Umdenken verhindert, dass wir uns auf ein Ziel fokussieren und dieses effizient erreichen. Letztendlich machen wir uns damit zusätzlichen Stress. Am besten Sie stellen auf Singletasking um.

Kann Multitasking effektiv sein?
Wahrscheinlich gehört es zum modernen Arbeitsleben einfach dazu, mehrere Projekte oder Arbeitsaufgaben parallel zu verfolgen, oder sogar mehr als eine Arbeitsstelle wahrzunehmen. Wie kann man das Beste daraus machen?
Effizienz im Multitasking hängt vor allem ab von:

- Persönlichkeit

- Intelligenz

- Art der Aufgaben

Diese Voraussetzungen für Multitasking sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Interessant ist, was Wissenschaftler zu diesem Thema sagen. Im Jahr 2005 beispielsweise fand eine Forschergruppe der University of London heraus, dass der IQ von Mitarbeitern zweimal stärker sinkt, wenn sie von Email und Telefonanrufen bei ihrer Arbeit unterbrochen werden, als wenn sie Marihuana rauchen. Wissenschaftler der University of California konnten zeigen, dass man ca. 25 Minuten braucht, um sich von einer Unterbrechung durch einen Telefonanruf zu erholen und wieder so konzentriert zu arbeiten, wie zuvor. Multitasking scheint also generell Leistung zu reduzieren.

Es ist nachvollziehbar: Wenn Aufgaben nur noch unter Druck und in Eile verrichtet werden, leidet oft die Qualität. Ständige Eile und Hetze empfinden die Betroffenen als Stress. Verstärkt werden solche multiplen Belastungen im beruflichen Kontext oft durch zusätzliche Anforderungen der Familie. Folge: Die Worklife Balance ist fern, der Burn-Out vielleicht nah. Wird die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben z.B. Telefonieren beim Autofahren, während man sich gleichzeitig das auf dem Beifahrersitz liegende Frühstück reinstopft zur Gewohnheit, von der man nicht mehr lassen kann, spricht man auch von der „Hurry Sickness“ (engl.: „Hetzkrankheit“).

Was kann man/können Sie tun?
Nimmt man nun das Zusammenspiel von Körper und Geist - insbesondere die Emotionen - als Ausgangspunkt für die Überlegungen, dann ist es für die Leistungsfähigkeit besser, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren. Dies gilt besonders, wenn die Aufgabe eine hohe Konzentration und die ganze Aufmerksamkeit erfordert. Mehrere davon gleichzeitig anzugehen bedeutet meist, dass für keine der Aufgaben genügend Konzentration zur Verfügung steht.
Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Multitasking u.a. ein Grund für Burn Out sein kann.

Warnzeichen erkennen und vorbeugen
Wenn Zeitdruck und Multitasking krank machen oder Fehler sich häufen, gilt es, möglichst schnell zu reagieren und sich Freiräume zu schaffen. Zum Beispiel mit diesen Strategien: Organisieren Sie Ihre Arbeit so, dass Sie möglichst nur eine Aufgabe zu gleichen Zeit bearbeiten. Bearbeiten Sie Ihre Post / Email nur einmal am Tag, legen Sie Telefonzeiten fest. Trennen Sie verschiedene Projekte. Sie könnten beispielsweise so vorgehen: Räumen Sie Ihren Schreibtisch leer und nehmen Sie nur Unterlagen eines einzigen Projekts zur gleichen Zeit heraus. Wenn Sie das nächste Projekt bearbeiten, räumen sie den Tisch zuvor wieder ganz leer und nehmen dann nur die Papiere für das andere Projekt heraus. Das hilft Ihnen umzuschalten und sich auf die aktuelle Tätigkeit voll zu konzentrieren.

Regelmäßige Ausgleichsaktivitäten wie Bewegung und Entspannungsübungen können helfen. Pausen sind ebenso wichtig. Dazu gehören sowohl Minipausen im Büro, beispielsweise ein Gang zum Fotokopierer oder ein Spaziergang während des Tages - als auch größere Auszeiten, wie der Jahresurlaub. Sind bereits Krankheitssymptome wie Depressionen und Schlafstörungen vorhanden, sollten Sie ärztlichen und therapeutischen Rat hinzuziehen.
Finden Sie sich wieder? Wollen Sie etwas ändern? Dann fangen Sie am besten gleich heute an!

(Redaktion)


 


 

Multitasking
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Stress
Stressmanagement
Dr. Gregor Wittke
Psychologe
Berlin

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