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Ein günstiges Internet-Häppchen für zwischendurch

So mancher Dauersurfer dürfte bei diesem Gedanken kalte Füße bekommen: Ein Internettarif, bei dem jeder Tag einzeln bezahlt werden muss. Doch mit einem solchen Angebot bringt der Mobilfunkdiscounter Fonic jetzt teure Hotspotbetreiber und Handykonkurrenten wie T-Mobile und Vodafone ins Schwitzen: Für eine Tagespauschale von 2,50 Euro können sich Laptopbesitzer ins Internet einwählen.

"Das Angebot ist ideal für alle Privatkunden, die ab und zu unterwegs ins Internet wollen", sagt Fonic-Geschäftsführer Björn Flormann.

Die Internet-Tagesflatrate der o2-Tochter funktioniert denkbar einfach: Eine bestimmte Anzahl an Tagen muss nicht gebucht werden, zudem gibt es weder Vertragsbindung noch Grundgebühr. Die Einwahl erfolgt über eine ausreichend aufgeladene Fonic-Karte, die in ein kompatibles Internetverbindungsgerät gesteckt wird. Die Internet-Tages-Flatrate kann als Option auf den bestehenden Fonic-Tarif aufgebucht werden. Interessenten müssen sich dafür an die Kundenbetreuung wenden, die Umstellung ist gebührenfrei. Wer kein mobiles Surfgerät hat, kann sich einen so genannten "Fonic-Stick", der über einen USB-Steckplatz mit dem PC verbunden wird, für einmalig 99,95 Euro kaufen.

Während Prepaid-Datentarife in Deutschland noch längst nicht zum Internetalltag gehören, können in mobile Webnutzer bereits seit Jahren ihre kurzen Netzbesuche im Voraus bezahlen: Seit 2002 bietet AOL spezielle Prepaidkarten an, die den Zugang ins Internet für eine bestimmte Zeit ermöglichen und nicht an einem bestimmten Tag abgesurft werden müssen. Das Starterkit kostet 9,99 Dollar und umfasst 400 Minuten Internet. Ist die Karte leer, kann das Zeitkontingent mit sogenannten "refill kits" aufgeladen werden - 20 Stunden Surfzeit kosten dann 29,99 Dollar.

In Deutschland gilt Vodafone als Prepaid-Pionier: Bereits im Oktober 2006 boten die Düsseldorfer ihre WebSessions für Credit und Debit an. Seit Ende Februar gibt es Zeitkontingente von 30 Minuten, einer Stunde oder 24 Stunden. Die halbe Stunde kostet 1,95 Euro, eine Stunde ist für 2,95 zu haben und die Tageskarte kostet 4,95 Euro - vor der Preissenkung berechnete Vodafone für eine Tages-WebSession satte 14,95 Euro. Die Abrechnung erfolgt über das CallYa-Konto, die CallNow-Karte, Kreditkarte oder Vodafone-Mobilfunkrechnung. Vorteil bei Vodafone: Das Guthaben muss nicht an einem bestimmten Tag versurft werden.

Im Februar 2008 zog T-Mobile nach und bot eine sogenannte "DayFlat" für 4,95 Euro an. Dabei wird eine SIM-Karte mit einem vorher aufgeladenen Guthaben ins Handy, die Laptop-Modemkarte oder ein anderes Endgerät eingelegt. Die 4,95 Euro für einen Kalendertag werden automatisch bei der ersten Einwahl ins Netz am jeweiligen Tag vom Guthaben auf der Karte abgezogen. Je nach Funkversorgung am Aufenthaltsort erfolgt die Datenübertragung mit GPRS, EDGE, UMTS oder HSDPA.

Wer in Deutschland mit Fonic zu Discountpreisen ins Netz gehen will, muss mit einigen Pferdefüßen leben: Nicht enthalten sind Voice-over-IP und Peer-to-Peer-Anwendungen wie Filesharing. Außerdem behält sich Fonic vor, bei besonders aktiven Kunden mit einem Datenverbrauch von über einem Gigabyte pro Tag die Übertragungsgeschwindigkeit auf GPRS-Niveau zu reduzieren.

Telekommunikationsexperten stellen dem neuen Fonic-Angebot trotzdem ein gutes Zeugnis aus: "Der Preis ist schon fast revolutionär", findet Markus Weidner vom Vergleichsportal "Teltarif.de". Der Tarif sei nicht nur für Geschäftsleute interessant, sondern auch für Besitzer eines Wochenendhauses oder Internetsurfern, die UMTS als Alternative zum heimischen Funknetzwerk entdecken: "In manchen Wohnblöcken ist der WLAN-Empfang durch die Fülle benachbarter Netzwerke derart gestört, dass man mit UMTS durchaus schneller surfen kann", sagt Weidner. Der Surf-Stick von Fonic ist dabei nicht zwingend erforderlich: "Man benötigt nur eine Fonic-Handykarte", unterstreicht Weidner. Einziger Pferdefuß: Wer auf das ganz schnelle Surfen via UMTS Wert legt, guckt unter Umständen in die Röhre: Derzeit sind erst rund 60 Prozent Deutschlands mit dem UMTS-Netz aus dem Hause o2 abgedeckt.

Richtig sparen können vor allem solche Internetsurfer, die unterwegs bislang auf WLAN-Hotspots, also kommerziell betriebene Funknetzwerke, zurückgegriffen haben: T-Mobile berechnet an seinen Hotspots für Nichtkunden satte acht Euro für magere 60 Minuten Internetzeit. Ähnlich happig ist das Surfvergnügen per Hotspot bei Vodafone: 30 Minuten kosten hier 3,95 Euro, zwei Stunden sind für 9,95 Euro zu haben und 24 Stunden für 24,95 Euro.

(ots / Björn Godenrath )


 


 

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