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Moratorium zur Kernenergie beeinflusst Ergebnis des ersten Quartals

Mit einem Plus bei Umsatz und Stromabsatz beendete die EnBW Energie Baden- Württemberg AG das erste Quartal 2011. Nach den heute in Karlsruhe veröffentlichten Ergebnissen erhöhte sich der Umsatz des Konzerns gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 2,7 Prozent auf 5.033,7 Millionen Euro.

Der Stromabsatz des EnBW-Konzerns steigerte sich in den ersten drei Monaten 2011 um 2,4 Prozent auf 38,9 Milliarden Kilowattstunden. Das Adjusted Ebit , also das operative Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und Beteiligungsergebnis ging dagegen, wie in Teilen so erwartet, im ersten Quartal 2011 um 15 Prozent auf 744,4 Millionen Euro zurück. Bereinigt um Konsolidierungseffekte – hierzu zählen beispielsweise der Verkauf der Geso sowie der Aktientausch PRE und PT – betrug der Rückgang des Adjusted EBIT 10,6 Prozent.

„Im operativen Geschäft machte sich die Abschaltung der zwei Kernkraftwerke im Ergebnis des ersten Quartals 2011 bereits bemerkbar. Dabei führte auch die Wiederbeschaffung der bereits am Terminmarkt veräußerten Strommengen aus den betroffenen Kernkraftwerken zu Belastungen“, so Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW.

Im Geschäftsfeld Strom, Erzeugung und Handel blieb das Adjusted EBIT mit 632,1 Millionen Euro um 13,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsfeld Strom, Netze und Vertrieb konnte das Adjusted EBIT im ersten Quartal 2011 um 49,2 Prozent auf 37,3 Millionen Euro gesteigert werden. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war der Vertriebsbereich. Das Adjusted EBIT im Geschäftsfeld Gas verringerte sich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um 32,8 Prozent auf 83,2 Millionen Euro. Dabei machte sich insbesondere die Veräußerung der Geso bemerkbar. Bereinigt um Konsolidierungseffekte beträgt der Ergebnisrückgang in diesem Geschäftsfeld 13,4 Prozent. Zu dieser Ergebnisentwicklung trugen temperaturbedingt ein geringerer Gasabsatz sowie geringere Netznutzungsentgelte aufgrund gesunkener durchgeleiteter Gasmengen im Vergleich zur Vorjahresperiode bei. Im Geschäftsfeld Energie- und Umweltdienstleistungen stieg das Adjusted EBIT bei konstantem Umsatz um 2,9 Prozent auf 28,3 Millionen Euro.

Das neutrale EBIT fiel im ersten Quartal 2011 mit minus 133,0 Millionen Euro deutlich negativ aus. Grund hierfür sind Aufwendungen in Höhe von 140,1 Millionen Euro im Bereich der Kernenergie. Die EnBW erwartet für ihr Kernkraftwerk Neckarwestheim I Nachrüstanforderungen, die im Ergebnis Investitionen nach sich ziehen, die einen dauerhaft wirtschaftlichen Weiterbetrieb nicht ermöglichen. Aus diesem Grund hat die EnBW ihre Stilllegungsrückstellungen aufgrund des zu erwartenden früheren Rückbaus erhöht.

Positiv hat sich dagegen der Operating Cashflow entwickelt. Er erhöhte sich in den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2011 um 59,9 Prozent auf 886,8 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor Finanzierung erhöhte sich im selben Zeitraum um 83,2 Prozent auf 684,7 Millionen Euro.

Aufgrund des hohen Free Cashflow konnte die EnBW ihre bereinigten Nettoschulden zum 31. März 2011 gegenüber dem Jahresende 2010 um 700,1 Millionen Euro auf insgesamt 7.439,7 Millionen Euro reduzieren.

Die Investitionen im EnBW-Konzern beliefen sich in den ersten drei Monaten 2011 auf insgesamt 302,9 Millionen Euro. Davon entfielen 215,8 Millionen Euro auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dies entspricht einem Anteil an den Gesamtinvestitionen von 71,2 Prozent. Der Anteil der Investitionen für Wachstumsprojekte betrug im Berichtszeitraum 2011 rund 60 Prozent. Die verbleibenden 40 Prozent entfielen auf Ersatz- und Erneuerungsmaßnahmen, insbesondere für Kraftwerke und Netzinfrastruktur.

„Das erste Quartalsergebnis 2011 spiegelt einerseits die finanzielle Stärke der EnBW und anderseits die Auswirkungen der energiepolitischen Maßnahmen in den letzten Wochen wider. Das dreimonatige Kernenergiemoratorium führt zu Ergebniseinbußen aus dem Wegfall der Deckungsbeiträge der Kraftwerke sowie zu weiteren mittelbaren Effekten, die 2011 zu erheblichen finanziellen Belastungen führen werden. Entsprechend gehen wir heute auf Konzernebene von einem  Rückgang des Adjusted EBIT in Höhe von 15 bis 25 Prozent aus“, so Villis.

(Energie Baden-Württemberg AG)


 


 

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