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Energieversorger badenova will auch als Energieberater Geld verdienen und senkt den Gaspreis

Freiburg. badenova will sein ökologisches Profil schärfen und wird zum Dienstleister in Sachen regenerative Energien umgebaut. Vorstandvorsitzender Thorsten Radensleben kündigt an, dass das Unternehmen mittelfristig bis zu 40 Prozent seiner Umsätze im Bereich Ökostrom und Energieberatung machen wolle.

badenova will im Privatkundengeschäft neue Märkte erschließen. So wolle man aus der „Umsatzdelle“ herauskommen, die dem Unternehmen durch abwandernde Privatkunden, die sich Ökoanbietern zugewandt haben, entstanden ist. Bis zum 1. April kündigt das Unternehmen außerdem eine Senkung des Gaspreises im zweistelligen Prozentbereich an.

Es gehe nicht mehr darum, um jeden Preis viel Strom und Gas zu verkaufen. Die Kunden seien bewusster geworden. Strom ohne Kohle und Atomkraft sei gefragt. „Wir werden uns nicht an neuen Kohlekraftwerken beteiligen, auch wenn damit Geld zu verdienen wäre“, sagt Radensleben und sein Vorstandskollege Mathias Nikolay ergänzt, dass man derzeit bei zwei großen Biogasprojekten im Raum Freiburg engagiert sei, die ab 2009 und 2011 Strom einspeisen werden.

Mit ihrem neuen Kurs schielt die badenova vor allem auf das riesige Marktpotenzial, das der energetischen Sanierung von Gebäuden zugetraut wird. Das Handwerk sieht da mögliche Milliardengeschäfte, und badenova will etwas von diesem Kuchen abhaben. „Da stehen wir einerseits im Wettbewerb, andererseits auch in Kooperation mit dem Handwerk“, sagt Radensleben, dem vorschwebt, dass Hausbesitzer bei seinem Unternehmen von der Beratung bis zur Vermittlung des Handwerkers alles aus einer Hand kaufen sollen. „Wollen wir mal sehen, wer das günstigste und kompetenteste Angebot für Solardächer zum Festpreis machen kann“. Die Imagepflege sei dabei sekundär, man wolle schließlich mit Ökologie Geld verdienen und vom eigenen ökologischen Know How profitieren, statt dieses nur an andere weiter zu geben.

Dieser Schritt sorgt jedoch für gespitzte Ohren beim Handwerk: „Wenn badenova diese Neuausrichtung ohne Abstimmung mit dem Handwerk angeht, dann wird das für Unruhe bei den Betrieben und der Kammer sorgen“, sagt Johannes Burger , Geschäftsführer der Handwerkskammer in Freiburg. Der Ökokuchen sei nicht unendlich groß und badenova stoße in ein Feld vor, in dem sich bereits vom Handwerker bis zum Architekten viele Akteure tummeln.

(Ralf Deckert)


 


 

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