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Entscheidung bei Opel naht

(bo/ddp.djn). Eine Entscheidung über die Zukunft des traditionsreichen deutschen Autoherstellers Opel scheint kurz bevorzustehen. Der schwer angeschlagene US-Mutterkonzern General Motors (GM) sollte am Dienstag dem Kongress in Washington ein Sanierungskonzept vorlegen. Unterdessen dauern in Deutschland die Diskussionen um Beteiligungen des Bundes oder der Länder an Opel an. Die Thüringer Landesregierung ist zu Hilfen für Opel bereit. Es könne aber nur eine gemeinsame Lösung des Bundes und der Länder geben, sagte die amtierende Ministerpräsidentin Thüringens, Birgit Diezel (CDU). Er sei von einer «guten Zukunft Opels überzeugt», sagte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) lediglich.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) appellierte unterdessen an die GM-Führung von Werksschließungen bei Opel in Europa abzusehen. Um die Lage mit GM-Vertretern zu besprechen, war Rüttgers zu Wochenbeginn für sechs Tage in die USA gereist. Geplant sind unter anderem Gespräche mit GM-Vorstandschef Wagoner sowie führenden Ford-Managern. «Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen», sagte er dem Westdeutschen Rundfunk in Washington. Wer meine, er könne einfach Werke stilllegen, müsse wissen, dass dies sehr teuer werde. Er glaube nicht, dass General Motors ohne Opel auf Dauer überleben könne. Auch Koch hält Werksaufgaben für «nicht akzeptabel».

Auf Berichte über Werksschließungen oder -verkäufe im deutschen Eisenach und Bochum sowie im belgischen Antwerpen, die das GM-Rettungskonzept laut Medienberichten vorsieht, wollte ein Opel-Sprecher auf Anfrage nicht eingehen. Es handele sich dabei um «Spekulationen», die man nicht kommentiere. Weiter kündigte er an, dass GM am Abend in Washington Einzelheiten des Sanierungsplans bekannt geben wolle.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) liegt nach eigenen Angaben noch kein Konzept von GM vor. Dies sei jedoch die Voraussetzung für «flankierende» Schritte der Bundesregierung, sagte Guttenberg im ARD-«Morgenmagazin».

 Der GM-Rettungsplan namens «Renaissance», den der Konzern am Dienstag vorstellen wollte, sieht Medienberichten zufolge ein baldiges Ende der europäischen GM-Marken und -Unternehmen vor. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz forderte deshalb bereits die Ausgliederung von Opel in ein eigenes Unternehmen. Laut «Handelsblatt» (Dienstagausgabe) sieht der Rettungsplan eine Ausgliederung von Opel vor. Mit einer Minderheitsbeteiligung von GM könnte der Autobauer sich neue Partner, Investoren und Gesellschafter suchen sowie sich auch für eine Beteiligung des Staates öffnen, um das Stammkapital zu erhöhen.

Thüringens amtierende Regierungschefin Diezel sagte, derzeit sei man in intensiven Gesprächen mit der Bundesregierung, den betroffenen Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und mit Opel über die Rettung der deutschen Opel-Standorte. Dabei gehe es unter anderem um Bürgschaften. Ob auch eine Beteiligung an Opel in Frage komme, ließ Diezel offen. Sie schließe das nicht aus, aber eine Beteiligung halte sie nur «in einem Konstrukt aus Bund und Ländern» für möglich.

General Motors leidet unter der schwachen Nachfrage auf den Automobilmärkten. Der Sanierungsplan soll beweisen, dass das Unternehmen die weltweite Wirtschaftskrise mit staatlichen Hilfen überstehen kann. Im Februar erhält der Autobauer wie geplant weitere vier Milliarden Dollar. Bisher waren dem Unternehmen bereits von der US-Regierung Darlehen in Höhe von mehr als neun Milliarden Dollar gewährt worden, die an die Bedingung geknüpft waren, dass der Autobauer ein tragbares Geschäftsmodell entwickelt. Ansonsten werden die Darlehen am 31. März zurückgefordert.

Opel beschäftigt am Stammsitz im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum (Nordrhein-Westfalen), Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) knapp 30 000 Mitarbeiter.

Lesen Sie auch das Interview mit dem neuen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

(Redaktion)


 


 

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