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Erdbeben

Erdstösse in Tegernau / Landkreis Lörrach

Um 03.39 Uhr, 05.05.09 waren im Ortenaukreis zwei leichte Erdstöße zu spüren. Das Epizentrum des Bebens lag in Tegernau/Steinen - Landkreis Lörrach und hatte eine Stärke von 4,5 auf der Richter - Skala.

Um 03.39 Uhr war am Dienstagmorgen für viele Menschen die Nacht zu Ende. Ein Erdbeben der Stärke 4,5 erschütterte den Süden Baden-Württembergs, weite Teile der angrenzenden Schweiz sowie die französische Region Elsass. «Es war wie eine Explosion», sagt Rentner Willi Uehlin (74). «Wir wurden alle aus dem Schlaf gerissen.»

Häuser zitterten, Wände wackelten. Das Epizentrum des Bebens lag in Steinen im Südschwarzwald (Kreis Lörrach), rund zehn Kilometer unter der Erde. Die Erschütterungen waren im Umkreis von mehr als 100 Kilometern spürbar.

Doch es blieb beim nächtlichen Schreck. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», sagt Uehlin. Größere Schäden wurden nicht bekannt. Es gab auch keine Verletzten. Nur vereinzelt kippte Geschirr aus dem Schrank, fielen Bücher aus dem Regal oder Bilder von der Wand. Fensterscheiben blieben ganz.

«Wir haben keine Kenntnis darüber, dass es irgendwo einen Schaden gegeben hat», sagt der Lörracher Polizeisprecher Dietmar Ernst. Er hat das Erdbeben selbst erlebt. «Es hat einen immensen Schlag gegeben. Ich stand sofort senkrecht im Bett.»

Nicht nur er: Mehrere hundert Menschen waren derart besorgt, dass sie den Notruf wählten. Die Telefone in den Notrufzentralen standen nicht mehr still. «Die Polizei hat mehrere hundert Anrufe bekommen», sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion in Freiburg. «Zahlreiche Bürger sind aus dem Schlaf gerissen worden. Sie waren sehr verängstigt. Der Schreck war groß.»

Die meisten ließen sich beruhigen. Doch nicht alle: Im südbadischen Herrischried setzten Hausbewohner die Feuerwehr in Gang, weil sie nach dem Erdbeben Gasgeruch in der Nase hatten. Das Problem konnte schnell gelöst werden: Das Haus hatte gar keinen Gasanschluss.

«Nach dem Beben gingen überall die Lichter an», sagt der Lörracher Kreisbrandmeister Bernd Schwöble. «Ich dachte zuerst an ein Zugunglück. Oder an ein Auto, das gegen das Haus gefahren ist. Als ich hörte, dass es ein Erdbeben war, bin ich beruhigt wieder ins Bett gegangen.» Jenseits der Grenze blieb es dunkel. In den Schweizer Gemeinden Pratteln und Muttenz fiel für fünf Minuten der Strom aus. Betroffen waren knapp 1.000 Stromkunden.

Der baden-württembergische Landeserdbebendienst kam nach den Erdstößen nicht mehr zur Ruhe. Es gingen mehr als 100 E-Mails sowie zahlreiche Anrufe ein. «Es haben sich Menschen aus ganz Baden- Württemberg, aus der Schweiz und aus Frankreich gemeldet», sagte der Leiter des Diensts, Wolfgang Brüstle. Er gab den Anrufern Entwarnung.

«Erdstöße dieser Größenordnung kommen in Baden-Württemberg alle zwei bis drei Jahre vor», so Brüstle. In den kommenden Tagen könne es zwar spürbare Nachbeben geben. Grund zur Sorge bestehe aber nicht. «Unsere Häuser sind so stabil, dass Erdbeben dieser Größenordnung keine ernsthafte Gefahr darstellen.»

Die Hälfte aller Erdbeben in Deutschland haben ihr Epizentrum laut Brüstle in Baden-Württemberg. Vor allem der Rheingraben hat ein hohes Erdbebenrisiko. Grund sind Gesteinsplatten in der Erde, die sich verschieben und damit die Erde erschüttern.

(Redaktion)


 


 

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