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Eric Clapton/ Steve Winwood

Große Namen, große Hits, riesiger Applaus

Genau 41 Jahre ist es her, dass die kurzlebige „Supergroup“ „Blind Faith“ ihre Karriere erlebte. Aus der damaligen Zusammenarbeit von Gitarrengott Eric Clapton und dem musikalischen Wunderkind der Sechziger Steve Winwood gingen wunderbare Aufnahmen von Klassikern wie „Well Alright“ von Buddy Holly oder Steve Winwoods „Can´t Find My Way Home“ hervor.

Auf der Bühne, so die Musiker später, sei die Band aber eine Katastrophe gewesen. Das bügeln sie nun aus, denn seit zwei Jahren lassen Clapton und Winwood dieses gemeinsame Kapitel ihrer Karrieren wieder aufleben.

Beim Konzert in der mit 9000 Besuchern ausverkauften Basler St. Jakobshalle am Mittwoch machte der damalige erste Song des einzigen „Blind Faith“ Studioalbums „Had To Cry Today“ den Konzertauftakt. Und am Ende gab es, wie bei allen Konzerten der Tour, mit dem alten „Traffic“ Stück „Dear Mr. Fantasy“ ebenfalls einen Winwood Song zu hören. Dazwischen lagen runde zwei Stunden Spielfreude bei den alten Herren da oben und Begeisterung bei den Massen in der Halle, die Rockklassiker erlebten wie J.J. Cales „Cocaine“ oder waschechte Bluesstücke wie Big Bill Broonzys „Key To The Highway“ und, als unbestrittenen Höhepunkt der Show, eine Viertelstunde „Voodo Chile“ von Jimi Hendrix, bei dessen Aufnahme Steve Winwood einst beteiligt war und das er nun mit donnernder Hammondorgel und beseeltem Gesang zum Erlebnis werden ließ. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte die Technik auch die schwierige Hallenakustik im Griff.

Eric Clapton und Steve Winwood sind mittlerweile beide über 60, da überlässt man natürlich nichts mehr dem Zufall. Anders als zu „Blind Faith“ Zeiten ist die Tourband der beiden mit Keyboarder Chris Stainton, Schlagzeuger Steve Gadd, Bassist Willie Weeks und den Sängerinnen Michelle John und Sharon White nicht nur hochkarätig besetzt, sondern auch bestens eingespielt. Und natürlich ist Claptons Gitarrenspiel noch immer begeisternd und Winwoods vom Soul getränkte Stimme hat nichts von ihrem Zauber verloren. Seine Interpretation von Ray Charles´ „Georgia On My Mind“ war wundervoll und erwiese dem großen Jazz- und Soulmusiker Charles alle Ehre. Positiv war überhaupt, dass bei aller Routine immer wieder berührende Momente aufflammten. Da waren der Gesang beider Stars bei Claptons „Presence Of The Lord“ oder die erhebende Stimmung des Winwood Songs „While You See A Chance“. Da gab es Claptons Soloausflüge in einem Instrumentalstück im „Phillie-Sound“ der Siebziger, das „Well Alright“ vorausging und für einige Minuten die geschmackvolle Lightshow zum Star des Konzerts machte und Las Vegas Atmosphäre auf die Bühne zauberte. Clapton spielte zudem einen wunderbar staubtrockenen „Tuff Luck Blues“ von Big Maceo, der seine Autorität auf dem Bluesterrain unterstrich. Dass Winwood ein hervorragender Gitarrist und Keyboarder ist und Claptons Stimme noch immer voller Ernsthaftigkeit vom Leid des Blues berichtet, veredelte den Abend in Basel immer wieder. Clapton sorgte wiederholt für die erwarteten Bluesmomente, selbst ein einfacher Gassenhauer wie „How Long Blues“ von Leroy Carr wurde frenetisch vom Publikum gefeiert. Dazu überraschten die alten Haudegen das Publikum mit „Gimme Some Loving“ von der „Spencer Davis Group“, bei der Steve Winwoods Karriere einst als Teenager begann.

In Deutschland sind Clapton und Winwood in den kommenden Tagen vier Mal zu sehen, wobei es wohl nur noch Karten für das Konzert am heutigen Freitag in Düsseldorf gibt.

(Ralf Deckert)


 


 

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