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Private Equity

Erneuerbare Energien bleiben attraktives Betätigungsfeld für PE-Investoren

Mit der „SuperReturn“ in Berlin hat vergangene Woche der wichtigste Kongress der deutschen Private Equity-Branche stattgefunden. Diskutiert wurde unter anderem, welche Branchen künftig als Investment für Private Equity-Investoren von Interesse sind. Hierzu wurde nach dem Kongress ein Gespräch mit Dr. Helmut Vorndran, Managing Partner und Mitgründer der Private Equity-Gesellschaft Ventizz Capital Partners, geführt und er wurde auch zu den Branchenaussichten für 2010 befragt:

Herr Dr. Vorndran, wie beurteilen Sie die derzeitige Stimmung in der Private Equity-Branche?

Ich denke, die Stimmung in der Branche ist nach den Monaten der tiefen Krise inzwischen wieder verhalten optimistisch. Da aber in den kommenden Monaten von einer leichten Verschlechterung der Situation auszugehen ist, weil Faktoren wie die Griechenland-Krise, die Währungsspekulationen gegen den Euro oder das wieder abgeschwächte Wirtschaftswachstum aktuell dominieren, fehlt natürlich das Vertrauen in die Rückkehr zu einer stabilen und positiven Entwicklung. Somit gibt es natürlich überall noch Hemmungen, zum „Business as usual“ zurückzukehren. Ich gehe aber davon aus, dass wir in absehbarer Zeit wieder mehr Deals sehen werden. Auf längere Sicht dürfte sich die Branche auch wieder vollständig erholen.

Warum hat sich Ihre Private Equity-Gesellschaft, Ventizz Capital Partners, unter anderem auf Investments in erneuerbare Energien spezialisiert?

Die Führungskräfte von Ventizz haben sich bereits seit der Unternehmensgründung vor zehn Jahren aus einem einfachen Grund auf diese Branche fokussiert: Wir sind überzeugt, dass wir in diesem Segment überdurchschnittliche Wertsteigerungen für unsere Investoren realisieren können. Schließlich hat Private Equity, was die erneuerbaren Energien am Dringendsten benötigen, nämlich Kapital. Es reicht aber nicht, den Unternehmen einfach nur Finanzmittel bereit zu stellen. Vielmehr ist unternehmerische Kompetenz und umfassende Branchenkenntnis ein wichtiger Faktor, um Unternehmen und deren Wachstumschancen im Vorfeld genau zu analysieren und später wirklich erfolgreich sein zu können. Die Partner von Ventizz verfügen nicht nur über unternehmerische Expertise, sondern auch über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Ener-gien. Das ist für Private Equity übrigens nicht der „Industriestandard“, vielen Private Equity-Gesellschaften fehlt genau dieses Branchen-Know-how. Ohne unsere Fachkenntnis wären unsere äußerst erfolgreichen Wachstumsfinanzierungen für ersol und PV Crystalox vermutlich längst nicht so herausragend gewesen. Kompetenz und Kapitalstärke sind also die Erfolgsfaktoren in unserem Geschäft.

Welches sind aus Ihrer Sicht in dieser Branche die interessantesten Sparten für mögliche Investments in diesem Jahr und warum?

Zu den interessantesten Zielbranchen innerhalb des Bereichs erneuerbare Energien gehören aus unserer Sicht derzeit insbesondere die Windkraft sowie weiterhin die Photovoltaik, dabei vor allem die Solarausrüster. Diese müssen im Gegensatz zu den Solarmodulproduzenten die Konkurrenz aus Asien nicht so sehr fürchten, da sie mit ihrem Technologievorsprung signifikante Markteintrittsbarrieren geschaffen haben. Die langfristigen Aussichten im Bereich erneuerbare Energien sind insgesamt intakt, der Markt wird auch in Zukunft deutlich schneller wachsen als die allgemeine Wirtschaft. Experten erwarten für erneuerbare Energien langfristige jährliche Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent – damit bleibt dieser Sektor auch in der Zukunft ein attraktives Betätigungsfeld.

Warum sollte ein Unternehmen lieber mit Ihnen als Wachstumsfinanzierer arbeiten als zum Beispiel Fremdkapital aufzunehmen?

Weil wir ein viel stärkeres Interesse am Unternehmenserfolg als eine Bank haben. Bei einem Investment von Ventizz steht immer im Vordergrund, das akquirierte Unternehmen durch Kapital und Management-Unterstützung erfolgreich in seinem Wachstum zu unterstützen. Dieses Wachstumskapital beschleunigt die positive Entwicklung des Unternehmenswerts, und es ist doch so: Am Ende des Tages ist ein Anteil an einem größeren und besseren Unternehmen meist deutlich mehr wert ist als eine Allein-Eigentümerposition an einem kleineren Unternehmen. Außerdem muss das Interesse eines Fremdkapitalgebers im Gegensatz zu einem Eigenkapitalinvestor wie Ventizz nicht unbedingt im Sinne des Unternehmens gelagert sein. Damit die Erfolgsaussichten für das von uns begleitete Untenehmen möglichst hoch sind, investiert Ventizz übrigens nur in bereits etablierte Gesellschaften mit einem bewährten Geschäftsmodell und überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial.

Sie haben mit ersol, PV Crystalox und SAF drei sehr erfolgreiche Exits vollzogen. Wann sehen wir die nächste Transaktion dieser Art?

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt dazu noch nichts sagen können. Die Ventizz-Funds haben in ihrem Portfolio durchaus Unternehmen, deren Entwicklung an einem Punkt angekommen ist, an dem auch über einen Exit nachgedacht werden kann. Welcher Weg dabei jeweils gegangen wird, muss jeweils im Einzelfall geprüft werden. Nicht immer sind Börsengänge die richtige Lösung. Natürlich würden wir immer auch einen IPO ins Auge fassen, dazu müsste aber das Fenster an den Märkten im richtigen Moment und zudem ausreichend geöffnet sein.

(cometis AG)


 


 

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