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  • 05.02.2009, 15:12 Uhr
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Kahlschlag bei Micronas

Ernste Lage bei Micronas in Freiburg

Freiburg. Nach einer langen Serie von verlustreichen Monaten zieht der größte private Arbeitgeber der Stadt Freiburg die Reißleine und legt ein radikales Sparpaket auf. In Freiburg werden 460 Vollzeitstellen gestrichen, wie die Badische Zeitung berichtet.

Das seit langem defizitäre Geschäft mit der Unterhaltungselektronik wird jetzt geschlossen. 800 bis 900 Arbeitsplätze weltweit, davon 500 bis 600 in Deutschland – der größte Teil davon in Freiburg, werden laut Unternehmen gestrichen.

Das Geschäft von Micronas ist in zwei Bereiche unterteilt: Chips für Unterhaltungstechnik wie Fernseher einerseits und für Autos andererseits.

Teile dieser Sparte sollen verkauft werden. Die Produktion für die Autoindustrie, die derzeit aber unter dem Absatzeinbruch der Autobauer leidet, soll weiter laufen.

„Wir müssen mit Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass wir trotz eines sehr attraktiven Produkteportfolios und gut umgesetzter Restrukturierung den anvisierten Turnaround nicht geschafft haben. Wir sind heute gezwungen, tiefgreifende Massnahmen bekannt geben zu müssen“ erklärt Micronas Verwaltungsratspräsident Thomas Lustenberger.

In Deutschland werden in der Produktion, der Verwaltung und im Bereich Consumer insgesamt 500 bis 600 Stellen abgebaut. Für Teile des Consumer Bereichs finden Gespräche mit potenziellen Käufern statt, die auch Mitarbeiter übernehmen wollen. Bei der Micronas GmbH wird in der Fertigung zusätzlich Betriebsruhe vom 16. Februar bis zum 1. März 2009 eingeführt werden. Der Rest des Consumer Bereichs wird geschlossen. “Wir bedauern diesen Schritt ausserordentlich, aber unsere Analysen haben ergeben, dass angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und insbesondere auch wegen der notwendigen hohen Entwicklungs- und Marketingkosten und enormen Preisdrucks im Bereich Consumer in den nächsten Jahren nicht mehr profitabel gearbeitet werden kann“ sagt Wolfgang Kalsbach. Micronas hat in den letzten Monaten intensive Gespräche mit möglichen Investoren geführt und ist zuversichtlich, auf diesem Wege einen Teil der Produkte und die dazugehörenden Arbeitsplätze zu erhalten.

„Wir glauben, dass wir mit den heute bekannt gegebenen Massnahmen die Strukturen schaffen, um die grossen Herausforderungen bewältigen zu können. Mit Automotive haben wir die Basis für die weitere Entwicklung von Micronas“ erklärt Thomas Lustenberger.

Der Kurs der Aktie legte im Handel an der Züricher Börse bis zum Mittag um 24 Prozent an Wert zu. Ein Papier kostete etwas mehr als vier Franken. Zweistellige Kurssprünge gab es auch im Handel an den Börsen Frankfurt und Stuttgart.

Lesen Sie dazu auch unseren aktuellen Artikel zum Trident-Verkauf: Link

(Redaktion)


 

 

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