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Konjunkturumfrage

Erwartungen trüben Stimmung am Oberrhein

Freiburg. Die Finanzmarktkrise hinterlässt ihre Spuren in der regionalen Wirtschaft. Die Stimmung der Unternehmen am Südlichen Oberrhein hat sich deutlich eingetrübt. Dies ist vor allem auf gesunkene Erwartungen der Unternehmen in allen Branchen zurückzuführen. Der IHK-Konjunkturklimaindex sinkt um 25 Punkte auf 76 Zähler. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997.

"Insbesondere bei den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate zeigt sich die Unsicherheit", betonte IHK-Präsident Karlhubert Dischinger bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Aktuell geht mehr als die Hälfte der Unternehmen von einer rückläufigen Geschäftsentwicklung aus. Die Beurteilung der aktuellen Lage ist dagegen etwas freundlicher: Mehr als Dreiviertel der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als "gut" oder "zufriedenstellend".

Einen regelrechten Stimmungseinbruch gibt es in der südbadischen Industrie. Die konjunkturelle Abkühlung wichtiger Auslandsmärkte, die Krise in der Automobilindustrie und rückläufige Ausrüstungsinvestitionen zeigen sich im Stimmungsbild der Zuliefererindustrie und der Hersteller von Investitionsgütern. Nur noch knapp ein Viertel der Unternehmen schätzt seine Geschäftslage als gut ein, wohingegen 31 Prozent ihre Situation als schlecht bezeichnen.

Zwar ebenfalls erkennbar negativer, aber unter den Branchen noch am besten schneiden die Dienstleistungen ab. Die Geschäftslage liegt hier noch eindeutig im positiven Bereich. Jedoch macht das konjunkturelle Umfeld vor dieser Branche nicht halt. Eine weitere Abnahme des Umsatzes wird erwartet.

Der Handel ist bislang, insbesondere zu Weihnachten, weitgehend von der Wirtschaftskrise verschont geblieben. Die Händler befürchten allerdings eine zunehmende Verunsicherung ihrer Kunden im Hinblick auf die Entwicklung der Finanz- und Wirtschaftskrise und als Folge einer negativen Tendenz am Arbeitsmarkt.

Ein ähnliches Bild meldet der ebenfalls konsumabhängige Sektor der Gastronomie/Hotellerie. Auch hier sind die aktuellen Ergebnisse besser, als die Zukunftsprojektionen. Die überwiegende Mehrheit der Gastronomen beurteilt die gegenwärtige Lage nach wie vor als gut oder befriedigend. Für die kommenden Monate allerdings sehen auch 39 Prozent schwierigere Zeiten auf sich zukommen.

Die zunehmende Verunsicherung zeigt sich auch bei den Beschäftigungsabsichten der Unternehmen. Vor einem Jahr planten noch 24 Prozent der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen, aktuell sind es nur noch sieben Prozent. Allerdings will die Mehrheit der Unternehmen ihr Personal auch nicht verringern. Dischinger lobte in diesem Zusammenhang insbesondere die Verlängerung der Kurzarbeit als sinnvolle Maßnahme: "Die Firmen wissen, wie schwer Fachkräfte auf dem Markt zu bekommen sind. Sie wollen deshalb ihre Stammbelegschaften auch in der Flaute halten, um im nächsten Aufschwung personell gerüstet zu sein. Maßnahmen wie Kurzarbeit oder Arbeitszeitkonten stabilisieren die Beschäftigung."

(Redaktion)


 


 

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