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Flughafen Basel Mulhouse

Tagung der Trinationalen Umweltkommission

Die Trinationale Umweltkommission des Flughafens Basel-Mulhouse bietet den Anrainervertretern die Möglichkeit des direkten Dialogs mit den Entscheidern am Flughafen. Die Kommission trägt dazu bei, dass außer Information auch Probleme offen gelegt werden können.

Wenn das Geschäftsmodell des Flughafens sich von den Interessen der Anrainer entfernt, kann die Umweltkommission eine nützliche Aufgabe erfüllen.

Die diesjährige Sitzung stand mehr als bisher im Zeichen der Anliegen der Bürgerinitiativen ADRA und BISF.

Die Flughafenleitung selbst stellte Auszüge aus einer neuen Studie vor, die die sozio-ökonomischen Wirkungen des Flughafens auf die Region beschreiben. Es wird interessant sein die Studie beurteilen zu können, wenn sie bald komplett zur Verfügung steht.

ILS 33 und OW-Piste
In Sachen Instrumentenanflugsystem ILS33, das insbesondere im Süden Basels für Unmut sorgt, hat sich die Kommission nicht auf eine Abstimmung geeinigt. Die gesamte Kommission stellt sich dessen ungeachtet einhellig hinter die Beibehaltung der zur Zeit geltenden Regelungen inklusive der 5 Knotenregelung.

Ebenso wurde das Thema „Verlängerung der Ost-West-Piste" diskutiert. Die Flugsicherungen und die Flughafenleitung bestätigten, dass sie bisher nicht mit einer Nutzungsänderung dieser Piste befasst sind oder waren. Insbesondere von französischer Seite wurde dargestellt, dass Aktivitäten in Richtung eines Ausbaus dieser Piste auf Widerstand stoßen werden.

Transparenz der Flugrouten
Die Anrainervertretungen ADRA und BISF aus Frankreich und Deutschland bemängelten, wie schon in früheren Jahren, die mangelnde Transparenz der Flugverfahren. Vom Flughafen selbst sind nur Momentaufnahmen der Flugaktivitäten erhältlich (CIEMAS). Ein System, mit dem Flugverfahren und deren Änderungen zeitlich verfolgt und verglichen werden können, fehlt bisher. So haben die ADRA und die BISF seit langem die Einführung eines solchen Systems angefragt, wie es z.B. in Frankfurt oder Kloten existiert (Stanly Track). In der Vergangenheit hat der Flughafen die Einführung mit dem Hinweis abgelehnt, dass das System in Frankreich verboten sei. Es stellte sich heraus, dass diese Aussage nicht haltbar ist. Hier wird die weitere Entwicklung abzuwarten sein. Einstweilen lassen sich durch den Deutschen Fluglärmdienst e.V. Flugspuren am EAP anhand Transponderdaten der Flugzeuge, wenn auch lückenhaft, darstellen.

Eine verbesserte Transparenz der Darstellung der Flugverfahren ist umso dringender als ein Teil der An- und Abflüge nicht den offiziell niedergelegten Routenführungen entsprechen, sondern mittels Radar Vectoring davon abweichen.

Der Flughafen hat in diesem Zusammenhang zugesagt, nach Wegfall des militärischen Sperrgebietes Meyenheim auf komplizierte Kurvenanflugverfahren zu verzichten, welche bisher jeweils doppelt, links und rechtsrheinisch, Emissionen verursachen.

Seit Einführung der von ADRA, Forum und Schutzverband betriebenen Lärmmessstationen kann die Spitzenbelastung sehr genau bestimmt werden. Dies wurde ebenso vom Flughafen anerkannt. Damit lässt sich die besondere Belastung durch Flugbetrieb in den sensiblen Tagesrand- und Nachtzeiten zweifelsfrei belegen.

Nachtflug
Die Nachtflugaktivitäten, insbesondere im Hinblick auf das Frachtfluggeschäft, bleiben ein Hauptproblem der Anrainer. Während für Basel-Stadt eine Nachtflugverbotsdauer von acht Stunden gilt, erhalten die anderen Anwohner nur eine Dauer von fünf Stunden zugestanden. Diese Regelung wird seitens des Flughafens mit Hinweis auf ähnliche Regelungen in Leipzig verteidigt, obwohl der Vergleich des EAP mit einem Nachtflugdrehkeuz der DHL schwer nachzuvollziehen ist. Die Anrainervertreter streben eine einheitliche Nachtflugregelung an.

Beschwerdesystem
Das Ausmaß der Beschwerden über Flugereignisse hat ein Niveau erreicht, das die Wirklichkeit nicht mehr repräsentativ wiedergibt. Auf der einen Seite steht ein Beschwerdesystem, das von vielen Anrainern als zu kompliziert angesehen wird. Einzelne Personen haben aber Lösungen gefunden sich effektiv zu beschweren, was dazu führt, dass viele Beschwerden auf wenige Personen verteilt sind.

Beschwerdezahlen werden als direktes Maß für die Betroffenheit vom Flughafen insbesondere dann veröffentlicht, wenn die Beschwerden rückläufig sind. Es geht in diesem Zusammenhang nunmehr um ein Spiel mit Zahlen, als um einen Ausdruck der Betroffenheit der Anrainer. Es wurde erklärt, dass sich die Anrainer diffamiert fühlen, wenn der Flughafen die Beschwerdeführer in der Presse „gute Kunden" nennt. Es ist zu hoffen, dass in Zusammenarbeit mit dem Nachfolger von Herrn Dr. Tschopp als Leiter der Umweltstelle (H. Mahrer), eine nachhaltige Verbesserung des Beschwerdewesens erreicht wird, um die Umweltstelle des Flughafens von der jetzigen Situation entlastet wird.

Ausblick
In seinem Schlusswort lobte Tagungspäsident Regierungsrat Brutschin erfreut den konstruktiven Sitzungsverlauf. Die Anrainervertreter erhoffen sich, dass sich dieser positiver Eindruck von den konstruktiven Positionen der Anrainer in einer tatsächlichen Entlastung für die Anrainer fortsetzt. Die Ergebnisse werden in der nächsten Sitzung diskutiert.

(Open PR)


 


 

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