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Grün gefällt den Gästen in Freiburg

Studierende der Albert-Ludwigs-Universität haben untersucht, was die Stadt Freiburg für den Tourismus attraktiv macht.

Freiburg liegt als touristisches Ziel im Trend: Reisende schätzen vor allem das historische Ambiente der Innenstadt, und durch die touristische Vermarktung als „Green City“ vermag Freiburg künftig noch mehr Besucherinnen und Besucher anzuziehen – was die Anwohnerinnen und Anwohner im Vorzeige-Viertel Vauban allerdings zunehmend als Belastung empfinden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Untersuchung, die Studierende am Institut für Kulturgeographie der Universität Freiburg im Juni 2011 erarbeitet haben. Sie haben etwa 350 Reisende und 20 Fachleute für Tourismus, Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel in Freiburg befragt, was die Touristinnen und Touristen an der Stadt reizt und wie sie ihren Aufenthalt dort gestalten.

„Der Freiburger Tourismus zeigt eine äußerst starke räumliche Konzentration im Innenstadtbereich“, berichtet Prof. Dr. Tim Freytag vom Institut für Kulturgeographie, der das Studienprojekt gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Ernst-Jürgen Schröder und Hans-Jörg Weber betreut hat. Einige Restaurants verdankten den Reisenden mehr als drei Viertel ihres Umsatzes. Auch der Einzelhandel profitiere: Im Durchschnitt gebe ein Tagesgast mehr als 40 Euro in der Stadt aus. „Es ist daher verständlich, dass man sich von steigenden Besucherzahlen wirtschaftliches Wachstum erhofft“, sagt Ernst-Jürgen Schröder. Im Tourismusmarketing setze Freiburg zunehmend auf das Image der „Green City“. Diese Strategie sei geeignet, um neue Gäste anzulocken, um dafür zu werben, dass sie sich länger in der Stadt aufhielten und um die Tourismusentwicklung auch außerhalb der Innenstadt zu fördern. In der Hotellerie beispielsweise könnten umweltbezogene Qualitätsstandards zu einer erfolgreichen Vermarktung beitragen. Dies beginne bei der Produktauswahl für das Frühstück und reiche von Maßnahmen zur Energieeinsparung bis zur Einführung zertifizierter Öko-Labels.

Die geographische Projektstudie kommt zum Ergebnis, dass der Tourismus außerhalb der Freiburger Innenstadt nur sehr behutsam weiterentwickelt werden sollte: „Der Stadtteil Vauban liefert schon jetzt ein alarmierendes Beispiel dafür, wie ein Wohnviertel durch den Reisebusverkehr belastet und die Privatsphäre der Bevölkerung durch Besuchergruppen beeinträchtigt werden können“, sagt Freytag. Stattdessen solle das Image der „Green City“ vor allem in der Innenstadt noch stärker betont werden. Die Mehrzahl der Reisenden, die für die Studie befragt wurden, sei bereit, für ökologisch zertifizierte Produkte der Hotellerie, der Gastronomie und des Einzelhandels Aufpreise zu zahlen. Eine längerfristige Perspektive könnte darin bestehen, ein Dokumentations- und Besucherzentrum für ökologisches Bewusstsein und nachhaltige Stadtentwicklung am Hauptbahnhof oder in der Innenstadt zu errichten und es zu einem touristischen Anziehungspunkt auszubauen.

(Redaktion)


 


 

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