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Guter Sex macht glücklich!

Freiburger Informationszentrum berät seit 10 Jahren zum Thema Sexualität und Gesundheit

Rund 5.000 Menschen rufen Jahr für Jahr beim verein ISG in Freiburg an. Der Vereinsname steht für „Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V.“. Dahinter steckt ein bundesweit einmaliges Infoangebot für Menschen, die mit ihrem Sexleben unzufrieden sind, die sich mit Fragen und Sorgen zum Thema Sex plagen und die im Schutz einer anonymen Telefonberatung einen Einstieg suchen, um ihre sexuellen Probleme und Schwierigkeiten in Griff zu bekommen.

Einer der Gründer des ISG ist der Psychiater und Psychotherapeut Michael Berner (40). „Wir haben den Verein vor zehn Jahren gegründet, als Viagra auf den Markt kam. Viele Menschen hatten hier einen Informationsbedarf. Erektionsstörungen waren auf einmal ein Thema geworden, aber die Männer hatten kaum jemand, mit dem sie darüber sprechen konnten“, so Berner. Aus den sieben Gründern sind mittlerweile 1.300 Vereinsmitglieder geworden.

„Als ich als Student die Arbeiten der Pioniere Masters und Johnson zum Thema Sexualität in Partnerschaften gelesen habe, da entdeckte ich wie spannend dieses Feld als Forschungs- und Arbeitsthema ist“, sagt Berner. Seither hat der Sex ihn nicht mehr losgelassen. Als Oswald Kolle der Uni Freiburg will er mit seiner Arbeit jedoch nicht verstanden werden: „Kolle ging es sehr um eine technische Sichtweise auf das Thema und dementsprechende Aufklärung.

Wir widmen uns hier jedoch mehr der Frage nach Glück und Erfüllung für die Partnerschaft und der Enttabuisierung von sexuellen Störungen.“ Denn: Für vier Fünftel der Bevölkerung in Deutschland ist ein erfülltes Sexleben wichtig für eine glückliche Partnerschaft, so eine Umfrage im Auftrag des ISG. Sex wird also ähnlich wichtig eingeschätzt wie finanzielle Sicherheit, Kinder oder gemeinsame Interessen. Aber wann ist Sex eigentlich so richtig „gut“? „Ich würde sagen, wenn beide Partner auf ihre Kosten kommen, ohne dass einer dem anderen schadet, sich verliert oder zum Dienstleister des anderen wird“, umschreibt Michael Berner seine Sicht. Dafür brauche es Zeit und Raum für die Liebe , die Bereitschaft aufeinander einzugehen und den gesunden Egoismus, auch über eigene Wünsche zu sprechen. „Diese ganz soften Männer, von denen heute manchmal die Rede ist, die sind genau so unglücklich, wie manch anderer, der von seinem Leistungsdenken oder Schönheitswahn auch im Bett geprägt ist.“ Er könne sich kaum vorstellen, so Berner, dass ein Supermodel, das kaum zwei Scheiben Brot zum Frühstück essen dürfe, oder ein Workaholic, der 14 Stunden am Tag Leistung bringe, ein erfülltes Sexleben haben könne. Druck und Leistungsdenken seien die Lustkiller Nummer eins. „Solch überzogenen Vorstellungen, Ansprüchen und Bildern kann man in der Beratung aber gut beikommen. Rund 60 Prozent der von uns beratenen Paare geben hinterher an, dass es ihnen durch die Beratung besser geht!“

Dass „es“ häufig nicht so recht funkt in den Betten der Deutschen liegt aber auch an der großen Zahl von Menschen, die an sexuellen Funktionsstörungen leiden: Erektionsstörungen plagenzahlreiche Männer, überproportional häufig übrigens als Folge des Rauchens. Jede zehnte Frau leidet an fehlender Lust auf Sex. Für manchen Mann ist der Sex hingegen viel zu schnell vorbei: „Auch das Problem vorzeitiger Ejakulation kann man heute medikamentös und therapeutisch angehen“, sagt Michael Berner. „Wichtig ist vor allem, dass die betroffenen den Mut haben, darüber zu sprechen, um Hilfe bekommen zu können!“ Denn ein ausgeglichenes Sexleben macht nicht nur glücklicher, es ist auch gesund: Ein bis zwei Mal Sex in der Woche stärkt sogar das Immunsystem.

Infotelefon: 0180/5558484 (14 Ct./Min.)     www.isg-info.de

(Ralf Deckert)


 


 

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