15.12.2011  08:31 Uhr

Rechtzeitig zur Adventszeit
Freiburger Münster erstrahlt in neuem Licht

Südbaden. Die erste größere Kirche in Deutschland wird mit 110 speziell dafür entwickelten LED-Leuchten beleuchtet.

Rechtzeitig zur Adventszeit erstrahlt das Freiburger Münster in einem neuen Licht. Per Knopfdruck schalteten gestern Baubürgermeister Martin Haag und Dompfarrer Wolfgang Gaber die innovative Beleuchtung des Freiburger Wahrzeichens mit LED-Lampen an. Damit ist das Münster die
erste größere Kirche in Deutschland, deren Fassade vollständig durch LED-Leuchten angestrahlt wird.

Für die neue, warme Außenbeleuchtung wurden 110 speziell für das Münster entwickelte, hocheffiziente LED-Strahler hergestellt. Das mächtige gotische Bauwerk wird dennoch sehr behutsam erhellt und lässt den Münsterplatz, wie bisher, relativ im Dunkeln.

55 Bodenstrahler wurden rund um das Gebäude eingelassen, weitere 55 Strahler sind direkt am Freiburger Wahrzeichen und auf den umliegenden Dächern installiert.

Der Großteil der Bodenstrahler ist etwa 1 Meter vom Münster entfernt in das Pflaster eingelassen und jeweils rund 80 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit. Auch die Säulen vor dem Münsterportal sind jeweils durch 4 Bodenstrahler beleuchtet. Mit der Planung der Anstrahlung wurde das Ingenieurbüro Walter Bamberger beauftragt, das auch die Innenbeleuchtung des Münsters plante.

Einige Beleuchtungsproben waren nötig, bevor das optimale Konzept stand; so werden künftig 17 spezielle Strahler den 16 Meter hohen  Hauptturm beleuchten. Die Herausforderung für die Lichtplaner war die gleichmäßige Anstrahlung mit einer bestimmten Lichtfarbe, die zu der historischen Sandsteinfassade des Münsters passt. Dafür wurden spezielle LED-Lichtfarben und Filter eingesetzt. Um die Fassade des
Münsters gleichmäßig zu beleuchten, mussten einige der Strahler in einem teilweise extrem engen Ausstrahlwinkel und in unterschiedlichen Höhen angebracht werden.

Ermöglicht wurde die Umstellung von konventioneller Beleuchtung auf LED-Strahler durch den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten, deutschlandweiten Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“. Die Stadt Freiburg beteiligte sich gemeinsam mit der Firma
Hess aus Villingen-Schwenningen an dem Wettbewerb und gehört zu den zehn Gewinnerinnen. Die Kosten der Münsteranstrahlung von rund 750.000 Euro werden vollständig im Rahmen des Wettbewerbs durch den Bund gefördert. Insgesamt werden im Rahmen dieses Wettbewerbes zwei Millionen Euro unter Federführung des Garten- und Tiefbauamts (GuT) mit vielen beteiligten Ämtern, Gesellschaften und Firmen umgesetzt.

Die Badenova und die Firma Ullmann installierten im Auftrag des GuT die Strahler am und um das Münster. Die Anstrahlung wurde mit dem Erzbischöflichen Bauamt, dem Erzbischöflichen Ordinariat, der Münsterbauhütte, dem Denkmalschutz, dem Stadtplanungsamt und der FWTM in mehreren Probebeleuchtungsterminen abgestimmt. Ziel
war es, eine dezente, nicht zu helle Anstrahlung zu erreichen.

Die neue innovative Beleuchtung des Münsters ist in Freiburg das erste und auch größte umgesetzte Projekt des Wettbewerbs. Weitere Projekte werden vom Lichtplanungsbüro Generation Licht betreut und sind noch in
der Planungsphase, wie beispielsweise die Beleuchtung des Rathausplatzes, die Beleuchtung im Stadtgarten, die Umrüstung der historischen Leuchten in der Innenstadt oder die Anstrahlung der Stadttore. Neben der Förderung der neuen, besonders energieeffizienten, wartungsarmen und langlebigen LED-Leuchten soll langfristig die Lichtqualität in der Innenstadt verbessert und die verschiedenen Freiburger Wahrzeichen durch präzise architektonische Beleuchtung betont werden. Zusätzlich kann mit den LED-Leuchten der Energieverbrauch an öffentlichen Gebäuden deutlich reduziert werden.

Die deutliche Energieeinsparung durch LED wird am Beispiel des Turmes deutlich. Bisher wurde der Turm mit 1100 Watt angestrahlt, Durch die neue LED-Anstrahlung können nun 60 Prozent (!) Energie eingespart werden, das bedeutet, dass die Anstrahlung des Turmes jetzt lediglich noch 400 Watt beträgt. Für das gesamte Münster werden künftig 3800 Watt verbraucht.

Mit den geplanten Projekten wird Freiburg zu einer Art Beleuchtungs-Modellstadt für andere deutsche Kommunen. Mehr Städte sollen dazu bewegt werden, ihre Beleuchtungsanlagen mit veralteten Lampen durch
energieeffiziente LED-Leuchten zu ersetzen.


 

(Stadt Freiburg)

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