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Insolvenzverfahren eröffnet

Für Albea Kunststoff gibt es 17 Interessenten

Zwar wurde das Insolvenzverfahren über Albea Kunststofftechnik eröffnet, aber Insolvenzverwalter Stefano Buck ist optimistisch, dass sich ein Investor findet. Weitere gute Nachricht: Die Produktion läuft und die Gehälter der 150 Mitarbeiter können weiter bezahlt werden. Betriebsratsvorsitzender Karsten Hinrichsen schätzt die Lage "positiv" ein: "Ich gehe davon aus, dass wir innerhalb von zwei Monaten eine Lösung finden werden."

Am 1. Juni wurde über die Albea Kunststofftechnik GmbH beim Amtsgericht Offenburg das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Geschäftsbetrieb wird trotz der Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter aufrecht erhalten, da die Gespräche mit den Interessenten noch nicht abgeschlossen sind. „Wir hatten anfangs über 50 Interessenten, jetzt stehen wir mit 17 potenziellen Übernehmern in konkreten Verhandlungen“, so Insolvenzverwalter Stefano Buck (Kanzlei Schultze & Braun in Achern). Es handelt sich bei allen Interessenten um Mitbewerber aus dem Automotiv-Bereich.

Ende Mai ist das dreimonatige Insolvenzgeld ausgelaufen, die Löhne und Gehälter der knapp 150 Mitarbeiter werden für die kommenden Monate, beginnend mit dem Monat Juni, aus der Insolvenzmasse bezahlt werden. „Es muss keiner der Mitarbeiter befürchten, jetzt nach der Verfahrenseröffnung kein Geld mehr zu bekommen“, so Buck. Der Insolvenzverwalter hatte die Mitarbeiter, von denen seit Verfahrenseröffnung drei aufgrund von Eigenkündigungen ausgeschieden sind, am 27. Mai auf einer Betriebsversammlung über die zu erwartende Verfahrenseröffnung und den Stand der Übernahmeverhandlungen informiert.

Albea hatte am 25. Februar 2009 einen Insolvenzantrag gestellt. Auslöser war die Krise im Automobilsektor, die einen Auftragsrückgang zur Folge hatte. Nach der Insolvenz von BenQ im Herbst 2006 wurde das Unternehmen Ende 2006 durch die Balda AG an die IHG Industrie Holding GmbH veräußert. Nach dem Ausscheiden aus der Balda-Gruppe hat die Albea Kunststofftechnik GmbH ihre Stellung als Folienkompetenzcenter gefestigt und Maßnahmen zur Restrukturierung des Unternehmens ergriffen. Das in 2007 erzielte positive Ergebnis zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Restrukturierung des Unternehmens gegriffen haben. Die Krise im Automobilsektor führte jedoch ab Herbst 2008 zu einem weiteren Auftragsrückgang.

Letztendlich haben Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern dazu geführt, dass Albea kein ‚frisches Geld’ mehr zur Verfügung gestellt bekommen hat. Der erst seit November 2009 amtierende Geschäftsführer Erhard Binder erklärte Anfang April gegenüber www.suedbaden.business-on.de, dass es Liquiditätsprobleme gegeben habe: "Geld ist abgeflossen in Richtung alte Gesellschafter . Wir wissen noch nicht, ob etwas zurückfließt." Hintergrund: Die IHG wurde kurz vor dem Insolvenzantrag von Schweizer Aktiengesellschaft Winowa gekauft.

Albea in Seelbach ist in der Kunststoffverarbeitung tätig und produziert und vertreibt hochwertige Folien, die ihre Anwendung bei anspruchsvollem Oberflächendesign finden. Hauptabsatzträger sind derzeit der Telekommunikationsmarkt sowie der Interieurbereich im Automotiv-Sektor. Die Firma Albea Kunststofftechnik GmbH gehört in diesem Marktsegment zu den weltweit führenden Anbietern. Der Rest des Umsatzes stammt aus den Bereichen „Dekor und Funktion“ in den Märkten Medizintechnik, Haushaltsgeräte sowie Unterhaltungselektronik.

(Redaktion)


 


 

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