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Autozulieferer

Für Mahle-Standort in Zell sind keine Entlassungen geplant

Derzeit können die rund 500 Mitarbeiter der Mahle-Niederlassung in Zell im Wiesental aufatmen: Entlassungen sind laut Unternehmenssprecherin Birgit Albrecht nicht geplant. Doch es wird dort weiter Kurzarbeit geben – wie an allen deutschen Standorten von Mahle.

Die Krise der Autoindustrie ist auch im beschaulichen Wiesental zu spüren: In Zell werden bei Mahle Ventilsitzringe und Ventilführungen sowie Turboladerteile für Motoren hergestellt - und davon werden derzeit weniger benötigt. Folge: Kurzarbeit für die 520 Beschäftigten (davon 19 Auszubildende). Entlassungen sind allerdings derzeit nicht geplant. 

Die Konzern-Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat des Mahle-Konzerns hatten Ende Mai eine Vereinbarung getroffen, die ein umfangreiches Paket zur Kapazitätsanpassung, Personalkostenreduzierung und Absicherung der Beschäftigung an den deutschen Standorten enthält: Fortführung von Kurzarbeit in den nächsten zwölf Monaten nach Auslauf der aktuellen Vereinbarungen, Verschiebung der 2,1-prozentigen Tariferhöhung bis Dezember 2009 sowie – mit Ausnahmen – der Ausschlussbetriebsbedingter Kündigungen vor dem 31. März 2010.

Das Personal kann jedoch mit sogenannten „weichen Maßnahmen“ (Aufhebungsverträge, Altersteilzeit, Vorruhestand etc.) reduziert werden. Weiterhin können Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (BQG) als Instrumente zur Anpassung der Personalkapazität und zur Reduzierung der Personalkosten genutzt werden, soweit die „weichen Maßnahmen“ an einzelnen Standorten nicht ausreichen. Dabei ist als letztes Mittel auch der Ausspruch von Beendigungskündigungen zur Ermöglichung des Übergangs der Mitarbeiter in die BQG vorgesehen.

Bei den Verhandlungen wurde eine Einigung über das Konzept zur Restrukturierung des Standortes Alzenau (Bayern) mit einem entsprechenden Interessenausgleich und Sozialplan erzielt werden. Danach wird die Produktion im Verlauf des Sommers 2009 am Standort Alzenau zunächst schrittweise zurückgefahren und zeitnah Kurzarbeit im maximalen Umfang („Kurzarbeit 100 Prozent“) für einen Zeitraum von 24 Monaten eingeführt. Geschäftsführung und Betriebsrat werden ein Projektteam einrichten, um bis zum Ablauf dieses Kurzarbeitszeitraums anhand entsprechender Wirtschaftlichkeitsrechnungen eine Prüfung vorzunehmen, welche Mahle-Produkte mit nachhaltig positiver Umsatzrendite am Standort Alzenau zukünftig produziert werden könnten. Eine Entscheidung über die Produktion im Betrieb Alzenau nach der Kurzarbeit, erfolgt vor Ende des Kurzarbeitszeitraums von 24 Monaten.

Prof. Dr. Heinz K. Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mahle-Konzerns, führt hierzu aus: „Die jetzt vereinbarten Maßnahmen ermöglichen Mahle in einem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld eine Kostenentlastung und stellen sicher, dass erforderliche Kapazitätsanpassungen erfolgen können. Für den Standort Alzenau wurde eine Lösung gefunden, die zeitnah die notwendige Reduzierung in der europäischen Kolbenproduktion ermöglicht und gleichzeitig eine weitgehende soziale Absicherung der Mitarbeiter gewährleistet.“

Der Mahle-Konzern ist einer der 30 weltweit größten Automobilzulieferer. Als führender Hersteller von Komponenten und Systemen für den Verbrennungsmotor und dessen Peripherie zählt Mahle zu den Top-3-Systemanbietern von Kolbensystemen, Zylinderkomponenten, Ventiltriebsystemen, Luftmanagement-Systemen und Flüssigkeitsmanagement-Systemen. Mahle beschäftigt rund 45.000 Mitarbeiter an über 100 Produktionsstandorten und in acht Forschungs- und Entwicklungszentren. 2008 erzielte Mahle einen Umsatz von über 5 Mrd. EUR (7,3 Mrd. USD).

(Redaktion)


 


 

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