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Wärmedämmung

Gebäudehülle lückenlos dämmen minimiert Energieverluste

Bei der Wärmedämmung haben viele Altbauten Nachholbedarf. Energiesparende Dämmtechniken gibt es für Fassade, Kellerdecke und Dach.

In Altbauten geht ein großer Teil der Heizenergie durch eine schlechte Wärmedämmung verloren. „Als Energiesparmaßnahme lohnt sich deshalb eine nachträgliche Dämmung der Gebäudehülle besonders“, empfiehlt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums. Allein die energetische Sanierung von Fassade, Kellerdecke und Dach könne den Energiebedarf um fast die Hälfte reduzieren, so Rist. Das erhöhe auch den Wohnkomfort: Wärmere Zimmerwände steigern die Behaglichkeit. Neben den gängigen Dämmmaterialien Steinwolle und Polystyrol gibt es Naturdämmstoffe
wie Hanf, Kork oder Zellulose. Besonders effizient ist die Vakuumdämmung: Hier erzielen bereits geringe Dämmstärken große Einsparungen. 

Eine lückenlose Dämmung der Gebäudehülle senkt den Heizbedarf drastisch. „Die Dämmung packt das Haus warm ein und verringert somit die Wärmeverluste an die kalte Umgebung “, erklärt Rolf Canters vom Deutschen Energieberater-Netzwerk DEN e.V. „ Zur Dämmung der Gebäudehülle zählen die Fassade, die Kellerdecke und das Dach. Werden alle Bauteile gedämmt und Lücken in der Dämmung, sogenannte Wärmebrücken vermieden, sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes erheblich.“ Ein weiterer Vorteil: Muss eine neue Heizung angeschafft werden, kann diese um einiges kleiner ausfallen.

Unsanierte Häuser aus den siebziger Jahren können so ihren Energiebedarf von 250 bis 300 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter auf die Hälfte reduzieren. „Die jährlichen Heizkosten etwa eines ungedämmten Hauses mit 120 Quadratmeter Wohnfläche sinken so von rund 3.000 auf 1.500 Euro“, rechnet Claudia Rist von Zukunft Altbau vor. Die Investitionen liegen je nach Gebäudetyp und Wärmedämmsystem bei 20.000 bis 30.000 Euro. Über die Lebensdauer der Sanierung spart das mehrere Tausend Euro. Moderate Investitionskosten fallen vor allem dann an, wenn der richtige Zeitpunkt genutzt wird: Beispielsweise wenn das Gerüst für einen neuen Putz bereits steht.

Energiesparende Dämmtechniken gibt es für alle Bauteile „Eine oft angewandte Lösung für die Fassade ist das Wärmedämm- Verbundsystem. Dämmung und Außenputz sind hier aufeinander abgestimmt. Die Dämmstoffplatten können direkt auf dem tragfähigen Putz aufgeklebt oder gedübelt werden“, so Rolf Canters vom DEN. „Als Materialien eignen sich neben den konventionellen Dämmstoffen auch Holzfaserdämmplatten, Kork oder faserfreie Mineraldämmplatten.“ Die Dämmschicht sollte mindestens zwölf Zentimeter dick sein, um die gesetzlichen Mindeststandards der Energieeinsparverordnung EnEV zu erfüllen. Für eine staatliche Förderung der KfW sind 16 bis 22 Zentimeter erforderlich. Eine vollständige Fassadendämmung kann bis zu 25 Prozent Energie einsparen.

Es lohnt sich, auch die Kellerdecke und das Dach zu dämmen. Der Keller ist meist unbeheizt und das Dach am stärksten Wind und Wetter ausgesetzt. „Wenn es die Kopfhöhe erlaubt, ist an der Unterseite der Kellerdecke eine Dämmstärke von acht bis 14 Zentimetern empfehlenswert“, so Rolf Canters. „Das mindert die Energiekosten um fünf bis acht Prozent.“ Beim geneigten Dach sollten 20 bis 24 Zentimeter angebracht werden, empfiehlt der Experte. Ist der Dachraum nicht ausgebaut, kann anstelle der Dachschräge die oberste Geschossdecke gedämmt werden. Die Dachdämmung reduziert die Heizkosten um weitere 15 Prozent.

„Als Dämmmaterial bieten sich neben den gängigen Dämmstoffen auch Naturdämmstoffe, etwa Hanf, Schilf, Kork, Zellulose oder Holzwolle an“, bekräftigt Canters. „Sie schonen unsere Ressourcen und tragen wegen ihrer Dampfdurchlässigkeit zu einem angenehmen Raumklima bei. Diese Materialien werden besonders bei der Sanierung von historischen Gebäuden von den Denkmalbehörden gerne gesehen. Mit Naturdämmstoffen wird aufgrund des höheren Gewichts außerdem ein besserer sommerlicher Wärmeschutz erzielt.“

Erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist die Vakuumdämmung. Anders als bei Baustoffen oder Luft hat Vakuum praktisch keine Wärmeleitfähigkeit. Das hat zur Folge, dass das Dämmmaterial im Vergleich zu konventionellen Wärmedämmstoffen zehnmal besser dämmt und so deutlich schlanker ausfallen kann. Vakuumdämmplatten werden in Altbauten dort eingesetzt, wo wenig Platz zur Verfügung steht, aber trotzdem eine gute Wärmedämmung erforderlich ist. Etwa bei nachträglichem Ausbau von Kellerräumen oder an Dachgauben. Der Nachteil: Die Dämmung ist deutlich teurer als andere Techniken und erfordert mehr Planungsaufwand. Besonders brisant: Schäden an der Hülle zerstören die Dämmwirkung komplett.

Angesichts der großen Auswahl von Dämmsystemen und der vielen Anwendungsmöglichkeiten am Haus raten Experten wie Rist und Canters, einen erfahrenen Gebäudeenergieberater zur Seite zu ziehen. Er könne einschätzen, wann welches Material sinnvoll ist. Auch eine sorgfältige Ausführung sei wichtig. Die Qualitätssicherung durch einen unabhängigen Energieberaterberater fördert die KfW mit bis zu 2.000 Euro.

Auskunft zu Dämmtechniken geben Gebäudeenergieberater aus der Region und Experten am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.

(Zukunft Altbau)


 


 

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