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Gesetzliche Krankenkasse

Mit einem Wahl­tarif gibt's Geld zurück

Bis zu einem Monatsbeitrag zahlen die Kranken­kas­sen Versicherten zurück, die mit einem Wahl­tarif ein Jahr lang auf Leistungen verzichten. Das können fast 600 Euro im Jahr sein.

Ein finanzielles Risiko gehen die Kunden damit nicht ein: Werden sie doch krank und brauchen Leis­tungen, stehen sie nicht schlechter da. Finanztest klärt auf.

Wahltarif mit echten finanziellen Vorteilen

Das kann sich sehen lassen: Gut verdienende Versicherte bekommen bis zu 575 Euro im Jahr von ihrer gesetzlichen Krankenkasse zurück, wenn sie ein Jahr lang nichts außer Vorsorge und Schutzimpfungen benötigt haben. Voraussetzung: Sie müssen sich in einen Wahltarif einschreiben und sich damit für ein Jahr binden. Falls die Kasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, dürfen sie vorzeitig kündigen.

Ein Drittel der Kassen bieten die Tarife an

Rund ein Drittel der 93 Kassen im Krankenkassentest von Finanztest hat solche Wahltarife im Angebot. Die Prämie, also der Vorteil für den Versicherten, darf höchstens ein Zwölftel des Jahresbeitrags ausmachen. Das sind maximal 575 Euro für alle, die den Höchstbeitrag zahlen. Für einen Arbeitnehmer, der 3 000 Euro brutto im Monat verdient, sind es bis zu 465 Euro im Jahr. Jemand mit 1 000 Euro Einkommen bekommt höchstens 155 Euro im Jahr.

Manche Kasse erst nach einem Jahr spendabel

Allerdings zahlen nur sieben Kassen die höchstmögliche Prämie gleich vom ersten Jahr an: BKK Hoesch, Audi BKK, Big direkt gesund, BKK Gildemeister Seidensticker, BKK Mobil Oil, Novitas BKK und Securvita BKK. Andere Kassen erstatten zu Beginn erst einmal viel weniger. Bei einigen erhöht sich die Prämie allerdings im zweiten und dritten Jahr, wenn der Versicherte die ganze Zeit über nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus musste.

Andere Kassen mit Wahltarif knausern

Einige Kassen dagegen sind knauserig. Die IKK classic oder die BKK vor Ort zum Beispiel geben Arbeitnehmern nicht den vollen Monatsbeitrag zurück, sondern nur den Arbeitnehmeranteil. Kassen wie Techniker, Barmer GEK und BKK Gesundheit zahlen sogar noch weniger.

Trotzdem zur Vorsorge gehen

Vorsorgeuntersuchungen durch Arzt und Zahnarzt sowie Schutzimpfungen können Versicherte in diesen Wahltarifen trotzdem wahrnehmen, ohne ihre Prämie zu gefährden. Stellt der Arzt jedoch eine Krankheit fest, die behandelt werden muss, ist die Prämie weg. Auch jeder Arztbesuch von mitversicherten Ehepartnern oder Kindern ab 18 Jahren führt zum Verlust des Geldes. Nur Kinder unter 18 Jahren dürfen alle Kassenleis­tungen in Anspruch nehmen.

Wahltarif besser als Tarif mit Selbstbehalt

Immerhin: Die Kassenmitglieder machen mit dem Wahltarif auf keinen Fall eine Minus, wenn sie doch krank werden oder einen Unfall haben. Das ist der Vorteil dieser Art von Wahltarifen gegenüber Tarifen mit Selbstbehalt. Dort verpflichten sich Versicherte, Behandlungskosten bis zu einer bestimmten Summe selbst zu tragen, und erhalten dafür eine Prämie. Im Krankheitsfall zahlt der Kunde drauf, da der Selbstbehalt höher ist als die Prämie. In den Wahltarifen mit Beitragsrückzahlung ist er im Krankheitsfall dagegen genauso gestellt, als hätte er keinen Wahltarif.

Tipps zur gesetzlichen Krankenkasse

(Stiftung Warentest)


 


 

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