Weitere Artikel
Warnstreik

Gewerkschaft ver.di macht Druck bei Essilor in Freiburg

Kurz vor Ende der Nachtschicht und zu Beginn der Frühschicht sind heute, Dienstag, die Beschäftigten der Firma Essilor in einen befristeten Warnstreik von einer Stunde eingetreten. Im Standort Freiburg werden Gleitsichtgläser für Brillen produziert. Die überwiegende Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen der Nachtschicht beteiligten sich laut Gewerkschaft ver.di zusammen mit vielen aus der Frühschicht an dem Protest.

Nachdem Essilor in der zweiten Verhandlung laut ver.di ein "völlig unzureichendes Angebot vorgelegt" habe, wollten die Streikenden in den frühen Morgenstunden vor der dritten Tarifverhandlung am 2. Juni Druck auf die Arbeitgeber machen. Doris Below, Gewerkschaftssekretärin ver.di Bezirk Südbaden, erklärt, dass nach Jahren der Reallohnverluste nun deutliche Lohn - und Gehaltssteigerungen erforderlich sind. 

Das bisherige Angebot der Arbeitgeber für einen zweijährigen Tarifvertrag , mit 250 Euro Einmalzahlung im ersten Jahr und weiteren ein Prozent im zweiten Jahr, sei für die Kolleginnen und Kollegen eine "Provokation". "Jetzt sind wir dran", forderten die Streikenden und erklärten: "Wenn bei den Verhandlungen am 2. Juni kein anständiges Angebot von den Arbeitgebern vorgelegt wird, können wir auch noch anders.” Das läßt sich als Hinweis auf einen möglichen längeren Streik deuten. Die Gewerkschaft ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt , mindestens 140 Euro, und die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um ebenfalls 6,5 Prozent.

Hintergrund: Mit mehr als 31.000 Mitarbeitern in 100 Ländern ist Essilor Hersteller augenoptischer Produkte. Innerhalb der Essilor-Gruppe ist Deutschland einer der wichtigsten Märkte. An den deutschen Standorten werden insbesondere die technisch besonders anspruchsvollen Highend-Produkte gefertigt, für die spezialisiertes Know-how gefordert ist. Der Erfolg von Essilor basiert auf mehr als 155 Jahren Erfahrung in Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Brillengläsern. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen mehr als 800 Mitarbeiter an den Standorten Braun­schweig, Rathenow, Freiburg und Hanau. In Braun­schweig befindet sich der Firmensitz der deutschen Essilor GmbH. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt hier auf der Fertigung von organischen, also von Kunststoff-Einstärken- und Mehrstärkengläsern. In Rathenow werden überwiegend mineralische Brillengläser gefertigt. Das hatte in Rathenow schon eine lange Tradition, bevor Teile der Optischen Werke Rathenow 1991 in das Essilor Netzwerk eingegliedert wurden. Der Standort Freiburg ist auf die Produktion von organischen Gleitsichtgläsern spezialisiert. In Hanau, schließlich, befindet sich das Logistikzentrum für Brillengläser.

Die Wurzeln Essilors reichen bis in die frühen Zeiten der augenoptischen Industrie zurück. Bereits 1849 wurde in Frankreich das Unternehmen gegründet, das einige Jahre später den Namen „Essel“ erhielt. Durch die Fusion mit Silor, einem anderen traditionsreichen Augenoptikunternehmen in Frankreich, entstand 1971 Essilor International. In Deutschland beginnt die Geschichte Essilors mit der 1920 gegründeten Optischen Anstalt Emil Ehinger GmbH in Freiburg. 1958 stellte der Essel-Ingenieur Bernard Maintenaz das erste Gleitsichtglas vor, das unter dem Namen Varilux bis heute verkauft wird.

(Redaktion)


 


 

essilor
freiburg
ver.di
tarifverhandlung
lohn
gehalt
tarifvertrag
streik

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "essilor" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: