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GfK-Studie

Markt für Elektrogeräte gewinnt trotz Krise

Der Gesamtmarkt für Technische Gebrauchsgüter in Deutschland konnte mit dem bisher größten gemessenen Marktvolumen seit Bestehen des GfK TEMAX® in Höhe von 12,5 Milliarden Euro positiv auf das letzte Quartal des „Krisen-jahres“ 2009 blicken.

Das vierte Quartal schloss mit einem Um-satzwachstum von 4 Prozent und sorgte somit dafür, dass das Ge-samtjahr mit 1,1 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 42,2 Milliarden Euro erfreulich abschloss. Insbesondere die Informationstechnologie, Elektrogroß- und Elektrokleingeräte so-wie die Unterhaltungselektronik konnten zum Jahresende Um-satzgewinne verzeichnen. Der Bereich Foto konnte den positiven Trend des Vorquartals nicht fortsetzten, in den Sektoren Tele-kommunikation und Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) gingen die Umsätze weiter zurück.

Die Veröffentlichung des GfK TEMAX® für das dritte Quartal hatte damit geschlossen, der Einzelhandel hätte allen Grund, auf ein gutes Jahresendgeschäft zu setzen. Diese Erwartungen konnte der von GfK Retail and Technology beobachtete Einzelhandel erfüllen und sich über einen sehr zufrieden stellenden Jahresabschluss freuen. Das Umsatzvolumen von 12,5 Milliarden Euro ist das höchste erzielte Ergebnis seit Bestehen des GfK TEMAX®. Insgesamt 4,0 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal stellen eine der höchsten gemessenen Wachstumsraten dieses Indikators dar. Wies das Gesamtjahr 2008 noch ein schwaches Wachstum von 0,5 Prozent auf, waren es nun trotz eines äußerst schwierigen Umfelds sehr gute 1,1 Prozent. Der Elektrogerätemarkt wuchs damit im dritten Jahr in Folge.

Informationstechnologie: insgesamt 16,5 Prozent Wachstum

Einen außergewöhnlichen Zuwachs verzeichnete der Sektor Informationstechnologie (IT): Das letzte Quartal 2009 zeigte ein Marktvolumen von 3 Milliarden Euro bei einem Wachstum von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Seit bestehen des GfK TEMAX® wurde nur einmal ein größerer Zuwachs eines Sektors gemessen – im Vorfeld der Europameisterschaft 2008, als die Unterhaltungselektronik einen großen Schub erlebte. Die Ergebnisse im vierten Quartal 2009 waren umso erfreulicher, da sich die IT in diesem Zeitraum nicht auf einen solchen "Booster" stützen konnte. Insbesondere die mobilen Rechner – jeder zweite Euro bei IT wurde hier investiert – wuchsen um ein Fünftel an Wert. Im Weihnachtsmonat verstärkte sich dieser Trend noch und es wurden über die Hälfte mehr mobile Computer verkauft als im Dezember 2008. Dies ergab einen Umsatzzuwachs von einem Drittel. Es waren vor allem die Bildschirmgrößen unter 12 Zoll , die im vierten Quartal sowohl nach Menge wie auch an Wert überproportional zulegten.

Desktop-Computer legten im letzten Quartal über ein Drittel an Wert zu. Hier gewannen vor allem die Micro-PCs, Rechner mit einer Höhe und Breite von 20-30 cm, sowie die AIO-Rechner, All-in-One-Geräte, die alle relevanten Komponenten im Bildschirmgehäuse beherbergen, an Bedeutung. Die positive Entwicklung bei Desktop-Rechnern war unter anderem auf ein sehr gutes Jahresendgeschäft im Business-to Business-Bereich zurückzuführen, der den überwiegenden Anteil dieses Marktes ausmacht.

Betrachtet man die Dynamik der Sektoren über das gesamte Jahr hinweg, nahm auch hier die IT mit 7,6 Prozent Umsatzplus den Spitzenplatz ein.

Elektrogroßgeräte: erstmals 2-Milliarden-Euro-Marke erreicht

Erstmalig erreichte der Markt der Elektrogroßgeräte bei einem ebenfalls deutlichen Umsatzwachstum von 7,2 Prozent eine Marktgröße von 2 Milliarden Euro. Träger des guten Ergebnisses waren insbesondere Geschirrspüler, Wäschetrockner und Kochmulden, die im letzten Quartal 2009 zweistellig an Wert zulegten. Ein stabiles Wachstum wiesen auch Kühlgeräte und Waschmaschinen auf. Durch höherwertige, innovative Produkteigenschaften wie Energieeffizienz, Wasser- und Energiesparsamkeit, No-Frost, Betriebslautstärke, Beladungsklassen, aber auch Design gelang es nach wie vor, die Durchschnittspreise hochzuhalten. Zudem haben die Verbraucher weiterhin Ersatzbedarf bei diesen Geräten. Im Gesamtjahr setzte die Branche 7,3 Milliarden Euro um. Dies entspricht einem Zugewinn von 4,7 Prozent. Die Wachstumsdynamik hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht.

Elektrokleingeräte: konstant im Plus

Mit 5 Prozent Plus im vierten Quartal verzeichneten auch die Elektrokleingeräte einen Zuwachs (870 Millionen Euro), was das geringere Wachstum im dritten Quartal kompensierte. Für das Gesamtjahr ergab sich bei guten 4,9 Prozent Wachstum ein Marktvolumen von 2,7 Milliarden Euro. Deutlich profitieren konnten die wertmäßig wichtigsten Warengruppen: Heißgetränkezubereiter, Staubsauger und Rasierer. Bei den Warengruppen für Heißgetränke waren es vor allem die Espressovollautomaten, die ihr deutliches Wachstum weiterhin fortsetzten. Robust zeigten sich auch die Bodenstaubsauger. Hier entwickelten sich vor allem die kleinen Segmente der Akku-Handsauger sowie der Roboter-Staubsauger dynamisch. Ebenfalls zu den erfolgreichen Warengruppen im Jahr 2009 zählten Küchenhilfen, Lockenbürsten und Frisierstäbe.

Der Sektor der Elektrokleingeräte ist der einzige Teilmarkt, der seit Beginn der Beobachtung durch den GfK TEMAX® kontinuierlich positive Wachstumsraten verzeichnet. Die Branche scheint es konsequent zu schaffen, jeweils den "Lifestyle" in Umsätze zu überführen.

Unterhaltungselektronik: ein gutes Jahr ohne Großsportereignis

Der Sektor Unterhaltungselektronik steigerte seinen Umsatz um 1,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich legte der Markt im Jahr 2009 um 0,4 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu – und dies ohne ein sportliches Großereignis. Von Krise also keine Spur. Während nahezu keine Röhrenfernsehgeräte mehr verkauft wurden und Plasma-Geräte verloren, legten LCD-Fernseher ungebrochen zweistellig zu. Allerdings war hier das Mengen-Wachstum etwas höher als das Wert-Wachstum. Besonders gefragt waren beim Konsumenten LED-Technik, 200-Hertz-Technologie, Web-Zugang sowie High Definition (HD) TV-Tuner. Dazu bestand auch eine hohe Ausgabenbereitschaft für einen guten Klang: So legten die HiFi-Warengruppen insgesamt zu, insbesondere Home-Theatre-Sets, aber auch HD-Settop-Boxen und Blu-Ray-Player. Bei gleich bleibenden gesellschaftlichen Trends wie dem "Homing" – also der Neigung, in die Qualität der eigenen vier Wände zu investieren – und den zwei sportlichen Großereignissen Olympische Winterspiele in Vancouver sowie der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika kann die Branche erwarten, dass 2010 das Niveau mindestens gehalten werden kann. Diesen Trend könnten die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten unterstützen, da sie derzeit beginnen, in HD zu übertragen.

Fotomarkt: Spiegelreflexkameras weiterhin beliebt

Leicht ins Minus tendierte der Fotomarkt mit einem Rückgang von 1,7 Prozent. Auf das Gesamtjahr gesehen lag der Umsatzrückgang bei 3,3 Prozent und 2,5 Milliarden Euro. Während die beiden ersten Quartale noch mit einem Preisrückgang zu kämpfen hatten, zeigte sich im dritten Quartal eine Erholung der Preise. Im letzten Quartal waren Werbeaktionen von Herstellern, die im unteren Preissegment tätig sind, dafür verantwortlich, dass der Durchschnittspreis sank und so zu einer negativen Bilanz führte. Das Zugpferd 2009 blieben Spiegelreflexkameras, die jedoch auch unter dem verstärkten Preiswettbewerb zu leiden hatten. Mit demselben Problem sahen sich die vermehrt nachgefragten digitalen Bilderrahmen konfrontiert. Insgesamt verloren Digitalkameras leicht; dagegen gewannen wie in den Vorquartalen Objektive, aber auch Stative als Zubehörwarengruppen hinzu.

Office Equipment: Rückgang verlangsamt sich

Der Umsatz im Bereich Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) sank im vierten Quartal erneut, zeigte sich jedoch mit minus 4,3 Prozent weniger schwach als im Vorquartal. Getragen wurde diese positive Entwicklung vor allem durch Druckerpatronen und Tintenstrahldrucker, die sich im vierten Quartal 2009 erstmals im Jahr erfreulich entwickelten. Insbesondere die Multifunktionalen Inkjet-Geräte waren dabei im Umsatzplus. Auch der Umsatz mit Multifunktionalen Color-Lasergeräten war positiv. Ebenfalls an Wert gewannen im Dezember auch Daten- und Video-Projektoren; insbesondere die günstigen LED-Projektoren waren gefragt.

Telekommunikation: Touchscreen-Handys im Trend

Ein eher trübes Bild lieferte derzeit der Telekommunikationsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal büßte der Markt im vierten Quartal 9,6 Prozent seines Umsatzes ein. Unter dem Strich bedeutete dies 10 Prozent Umsatzminus für das Gesamtjahr. Allerdings verlangsamten Mobiltelefone wie auch Faxgeräte ihren Umsatzverlust, die Teilgruppe der Smartphones wuchs sogar zweistellig. Der Trend im Weihnachtsgeschäft waren berührungsempfindliche Smartphones mit einem "Touchscreen", die inzwischen vereinzelt schon für unter 100 Euro verkauft werden. Faxgeräte verloren dagegen zweistellig. Besonders stark brach die Nachfrage nach Tintenstrahlfaxgeräten ein.

Guter Jahresabschluss mit Hilfe des vierten Quartals

Im vierten Quartal trat der GfK TEMAX® mit einem Umsatzsprung von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal der Krisenstimmung entgegen. Die negativen Wachstumsraten des zweiten und dritten Quartals verschwanden in der Gesamtjahressicht und entwickelten sich zu einem erfreulichen Umsatzzuwachs von 1,1 Prozent.

In der Veröffentlichung des GfK TEMAX® Q4-2008 wurde bereits darauf hingewiesen, dass 2009 kein einfaches Jahr werden würde, aber attraktive Produkte und Innovationen gute Chancen für Umsätze nach sich ziehen würden. Dies hat sich bestätigt. Es waren 2009 die Märkte mit attraktiven, innovativen Geräten, die Gewinne verbuchen konnten.

Das Jahr 2010 wird wieder spannend: Geplante Entlastungen für die Steuerzahler stehen einer höheren erwarteten Inflation sowie angekündigten höheren Abgaben gegenüber. Aufgrund dieser Unsicherheit werden die Verbraucher voraussichtlich zurückhaltend konsumieren. Erste Anzeichen deuten 2010 auf eine Stagnation der Verbraucherausgaben. Für die Unterhaltungselektronik dürfte dies aufgrund der nächsten Sportgroßereignisse erfahrungsgemäß weniger gelten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Phänomen "Homing" weiterhin die Kaufentscheidungen der Konsumenten beeinflussen. Innovative, mobile oder dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtete Produkte werden weiterhin im Trend liegen. Darüber hinaus liegt es weiterhin am Handel auch selbst Akzente zu setzen und die Lust an Neuem zu stimulieren.

(gfk)


 


 

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