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Aktienmärkte weiter im Rückwärtsgang

GM braucht 30 Mrd. $ für das weitere Überleben – 47.000 Jobs bedroht

Die US-Börsen mussten gestern deutliche Verluste hinnehmen. Insgesamt schwache Konjunktur-daten, aber auch die Angst, dass die bisher eingeleiteten Konjunkturprogramme nicht ausreichen könnten waren ursächlich. Die Kursverluste zogen sich über alle 10 Sektoren des S&P 500-Index hinweg. Am deutlichsten traf die Financials. Es halten sich Befürchtungen, dass die Bilanzen der Banken weiter bereinigt und erneute Abschreibungen vorgenommen werden müssen. Der Sektor gab 9,8 % nach.

Damit wurde sowohl auf Intraday- als auf Schlusskursbasis ein neues 52-Wochen-Tief ausgebildet, was prozyklisch zu werten ist. Rund 98 % der S&P 500-Komponenten notierten schwächer. Angesichts der trüben Konjunkturaussichten verlor der Ölpreis 6,8 % auf 34,93 $. Hingegen profitierte der Goldpreis. Dieser kletterte um 3,2 % auf 971,30 $ je Unze.
Von konjunktureller Seite stehen heute zahlreiche Datenveröffentlichungen auf dem Programm. Bei den Importpreisen spricht die Entwicklung der Ölpreise für einen kleinen Vormonatsrückgang. Die Konsensschätzung von -1,0 % ist weitgehend realistisch. Für Aufmerksamkeit sorgen die Hausbaubeginne und die Baugenehmigungen. Eine Trendwende am Immobilienmarkt zeichnet sich bis jetzt nicht ab. Allein die schwierige Situation am Arbeitsmarkt macht eine Erholung un-wahrscheinlich. Bei der Industrieproduktion sind die Vorgaben negativ. So weist der Index der geleisteten Arbeitsstunden auf einen nochmaligen Rückgang hin. Enttäuschungspotenzial gegen-über der Konsensschätzung ist vorhanden. Zu erwähnen sind noch das Protokoll der FOMC-Sitzung vom 28. Januar und eine Rede von Fed-Chef Bernanke. Es dürfte klar zum Ausdruck kommen, dass an der Nullzinspolitik und an der quantitativen Lockerung bis auf weiteres fest-gehalten wird.
Beim deutschen Aktienhandel hat sich die Talfahrt am Dienstag fortgesetzt. Dafür verantwortlich war unter anderem anhaltend hohe Sorgen vor einer Flut von Gewinneinbrüchen und die Angst vor einem Abgleiten der osteuropäischen Volkswirtschaften in eine tiefe Rezession. Die Ratinga-gentur Moody`s hatte erklärt, dass der Abschwung dort voraussichtlich intensiver ausfallen wird, als anderswo. Der deutlich besser als erwartet ausgefallene ZEW-Konjunkturausblick hat nur für eine vorübergehende Erholungsphase gesorgt. Der Leitindex DAX büßte bis zum Handelsschluss 3,44 Prozent auf 4.216,60 Punkte ein. Größter Dax-Verlierer war die Metro. Die Aktie ging um 7,59 % nach unten. Bei Salzgitter (-7,41 %), MAN (-6,98 %), Allianz (-6,73 %) und BMW (-6,16 %) waren die Abschläge ebenfalls deutlich. Bester Wert war RWE, das Papier gab lediglich -0,50 % nach. Aktuell lohnt ein Blick auf das technische Bild des Dax. Wie zu erkennen ist, wurde per gestern die fallende Fibonacci-Fanline unterschritten. Das Closing nahe des Tagestiefs deutet grundsätzlich auf eine Beschleunigung der laufenden Bewegung hin, so dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte, wann die letzte Haltelinie – ein Gann-Angel im Bereich von 4.185 – unterschritten wird. Neue Impuls- und Verlaufstiefst-kurse wären die logische Konsequenz. Um eine Vorstellung zu bekommen, wo die weitere „Rei-se“ hinführen könnte, gilt es die Supportmarken auf der Unterseite zu definieren. Diese finden sich für den Dax bei 3.969, 3.844 und 3.721 Punkten. Beachtenswerte Supportlevels im Eurostoxx 50 sind 2.025, 1.936, 1.849 und 1.764 Punkte.

Pressemeldungen

Commerzbank:

Die teilverstaatlichte Commerzbank hat im Schlussquartal 2008 die Talfahrt weiter beschleunigt und tiefrote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich sei wegen der Zuspitzung der Krise ein Verlust von 809 Millionen Euro angefallen nach einem Gewinn von 201 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem etwas höheren Minus ge-rechnet. "Das vierte Quartal war eines der schwersten der Commerzbank", sagte Vorstandssprecher Martin Blessing. Der operative Verlust lag bei 822 Millionen Euro nach +169 im Vorjahr.

Lufthansa:

Flugreisende müssen sich in Deutschland in den nächsten Wochen auf Behinde-rungen im Flugverkehr einstellen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Lufthansa berate die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo aktuell wieder über Warnstreiks, die schon in dieser Woche den Flugverkehr beeinträchtigen könnten, sagte ein Ufo-Sprecher.

ThyssenKrupp:

Der Industriekonzern führt nach den Sparten Stahl und Edelstahl jetzt auch im Dienstleistungssektor Kurzarbeit ein. Mehrere tausend Mitarbeiter sollen dabei betroffen sein. Mit dem Gesamtbetriebsrat der Sparte sei eine Vereinbarung für die Einführung von Kurzarbeit in Deutschland geschlossen worden, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp Services dem "Handelsblatt" (Mittwoch). Der Geschäftsbereich will dabei den gesetzlich möglichen Rahmen von 18 Monaten voll ausschöpfen.

Sanofi-Aventis:

Der Pharmakonzern will Berichten zufolge den brasilianischen Generikahersteller Medley übernehmen. Sanofi-Aventis und Medley befänden sich dazu in Gesprä-chen, berichteten die französischen Tageszeitungen "Les Echos" und "La Tribune" (Dienstag). Beide Blätter zitierten einen Bericht der brasilianischen Zeitung "Valor Economico", wonach der französische Konzern Interesse an Brasiliens größtem Generikahersteller haben soll. Medley werde dabei mit rund 220 Millionen US-Dollar bewertet.

GM:

Der angeschlagene US-Autokonzern benötigt für sein Überleben erneut bis zu 30 Milliarden Dollar an Staatshilfen. Das ist rund doppelt so viel Geld wie der US-Autobauer bislang schon bekommen hat. Ohne weiteres Geld drohe die baldige Pleite, warnte der Hersteller am Dienstag. Die 30 Milliarden Dollar seien der schlimmste Fall, legte GM in seinem 117 Seiten langen Sanierungsplan für das US-Finanzministerium dar. (tagblatt.ch)
Continental
Der Finanzchef der Schaeffler-Gruppe muss laut "FTD" auf Druck von Gläubiger-banken gehen.

HRE:

Das geplante Übernahmegesetz für angeschlagene Banken kann nach Angaben aus Kreisen der Bundesregierung heute auf den Weg gebracht werden.

Merck:

Der Pharma- und Chemiekonzern hat im vierten Quartal 2008 wegen eines Ein-bruchs im Geschäft mit Flüssigkristallen deutlich weniger verdient. Der bereinigte operative Gewinn (Core Operating Result) sei auf 306 Millionen von 431 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gesunken, teilte Merck am Mittwoch in Darmstadt mit. Analysten hatten im Schnitt mit 421 Millionen Euro deutlich mehr erwartet. Im Bereich Flüssigkristalle brach der operative Gewinn stärker als von Experten er-wartet um 60 Prozent auf 52 Millionen Euro ein. Die Gesamterlöse von Merck lagen im Schlussquartal bei 1,903 Milliarden Euro, ein Plus von 5,4 Prozent. Für das laufende Jahr gab der Vorstand keine Prognose ab. 

Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research

Weitere Informationen unter: www.helaba.de

(Redaktion)


 


 

Aktienmärkte Rückwärtsgang; General Motors; General Motors 47.000 Jobs

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