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Abwanderung Herrenknecht

Zieht Herrenknecht wirklich ins Ausland ab?

Nachdem bekannt wurde, dass sich Martin Herrenknecht (68) mit seiner Tunnelbaufirma aus Schwanau zurückziehen will, herrscht große Verunsicherung in Südbaden. Herrenknecht droht mit der Abwanderung seiner Tunnelbaufirma, wenn ein endgültigen Baustopp des Bahnprojekts Stuttgart 21 erlassen wird.

Sollte die grün-rote Landesregierung sich dazu entschließen, dass Stuttgart 21nicht gebaut werde, so werde Herrenknecht den Firmensitz seiner Tunnelbaufirma nach Bayern oder ins Ausland verlagern. Der Tunnelbohrunternehmer Herrenknecht teilte sein Vorhaben in der vergangenen Woche der Stuttgarter Zeitung mit. Vor einigen Tagen verlegte Herrenknecht bereits die private Vermögensverwaltung-GmbHaus steuerlichen Gründen nach Rust.

Herrenknecht bangt um Großauftrag

Von dem umstrittenen Projekt Stuttgart 21 erhofft sich Herrenknecht einen Großauftrag. Sollte der Bau gestoppt werden, so will er sein Unternehmen in eine Region verlegen, in der Unternehmen noch geschätzt werden, so zitiert die Stuttgarter Zeitung den Unternehmer. Falls die Deutsche Bahn keine seiner Tunnelbohrmaschinen verwendet, so sähe Herenknecht sich zu diesem Schritt gezwungen.

Die Produktionsstätte von Herrenknecht soll vermutlich aber in Südbaden bleiben. Schwanau hätte also nur in gewissem Umfang Steuereinnahmen einzubüßen.

Bevölkerung soll über die Zukunft von Stuttgart 21 entscheiden

Die neue Landesregierung von Baden-Württemberg hat in ihrem Koalitionsvertrag einen Kompromiss zu Stuttgart 21 ausgehandelt. Dieser sieht vor, die Bürger in Baden-Württemberg über den neuen Bahnhof abstimmen zu lassen. Spätestens im Oktober soll der Volksentscheid stattfinden. Die Bahn soll die Bauarbeiten bis dahin ruhen lassen und so lange auch keine Aufträge mehr vergeben.

Ob das Unternehmen Herrenknecht wirklich ins Ausland abzieht, wird vermutlich erst dann bekannt.

Das Unternehmen Herrenknecht AG

Die Herrenknecht AG ist, nach eigenen Angaben, Technologie- und Marktführer im maschinellen Tunnelvortrieb. Das 1977 gegründete Unternehmen mit weltweit 3.300 Mitarbeitern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 935 Millionen Euro. Zum Herrenknecht Konzern zählen 68 in- und ausländische Tochter- und geschäftsnahe Beteiligungsgesellschaften.

Stuttgart 21 ist ein Städtebau- und Verkehrsprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart. Die Zahl 21 in dem Namen bezieht sich auf das 21. Jahrhundert, in dem das Bahnprojekt verwirklicht werden soll. Bauträger ist die Deutsche Bahn. Das Projekt geht auf einen Vorschlag des Verkehrswissenschaftlers Gerhard Heimerl von 1988 zurück. 1994 wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt, am 2. Februar 2010 begannen die Bauarbeiten. Am 29. März wurde der Bau vorläufig gestoppt. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2019 geplant. Seit Jahren wird das Bahnprojekt Stuttgart 21 heftig umstritten. Hauptsächlich wird kritisiert, dass das Projekt umweltbelastend und überteuert sei.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von ebse
25.05.11 21:56 Uhr
Nur gute Projekte, die von der Bevölkerung

auch wirklich gewünscht sind und die den gewünschten Nutzen bringen, sollten auch umgesetzt werden.

Da kann Hr. Herrenknecht nicht wirklich dagegen sein, wenn er nach Treu und Glauben und kaufmännischen Grundsätzen - nicht nur für sich, natürlich, sondern für die Geselschaft - vorgeht.

 

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