Hygieneampel
Gastronome der Region sind geteilter Meinung
Südbaden. Die Bundesregierung plant zum kommenden Jahr die Einführung einer Hygieneampel in der Gastronomie. Ziel ist es, die Hygienestandards in den Betrieben für die Verbraucher noch besser sichtbar zu machen und somit den Verbraucherschutz insgesamt zu erhöhen.
Nächstes Jahr soll die Hygieneampel eingeführt werden: Eine Farbenskala, die von grün über gelb bis rot schon an der Eingangstür über die Sauberkeit eines Restaurants oder Imbisses informiert.
Die Hygieneampel ist eine Farbenskala, die von grün über gelb bis rot schon an der Eingangstür über die Sauberkeit eines Restaurants oder Imbisses informiert.
Rüdiger Bosse, Vorsitzender des Arbeitskreises Tourismus der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, kann die Überlegungen der Bundesregierung im Kern durchaus nachvollziehen, weist aber auch auf die Kehrseite der Medaille hin: „Verbraucherschutz ist richtig und wichtig. Unsere Gäste haben Anspruch auf hygienisch einwandfreie Produkte und Zubereitungsstandards. Allerdings sind bei der praktischen Umsetzung des Vorhabens der Hygieneampel noch viele Fragen offen, was für die Gastronomie nicht wenige Risiken birgt.“
So seien das Prinzip der Hygieneampel, ihre Bewertungskriterien und auch die sich für die Unternehmen daraus ergebenden Konsequenzen zu wenig bekannt. Ebenfalls müsse sichergestellt sein, dass ein Unternehmen, das negativ bewertet wurde, nicht lange auf eine Nachkontrolle und damit eine mögliche Rehabilitierung warten muss. „Das wäre das sicherere Todesurteil für diesen Betrieb“, sagt Bosse.
Laut Bosse stehen die Gastronomiebetriebe der Region der Hygieneampel daher mit gemischten Gefühlen gegenüber. Nicht wenige seien der Auffassung, dass mit einer konsequenteren Anwendung des bereits geltenden Rechts genauso viel erreicht werden könne, wenn nicht sogar mehr.
Bosse: „Deutschland hat das beste Lebensmittel- und Futtermittelrecht weltweit - wenn seine Einhaltung auch überwacht wird. Bislang werden hierzulande aber jährlich nur rund 45 Prozent der Betriebe kontrolliert, während es in Dänemark, das als erstes Land ein derartiges System eingeführt hat, gut dreiviertel sind.“ Hier sei also durchaus noch Luft nach oben.
Unter dem Strich glaubt aber auch Rüdiger Bosse, dass die Hygieneampel für Gastronomekommen wird. Bis dahin gelte es aber, alle offenen Fragen zu klären: „Das System sowie die Kriterien für eine grüne, gelbe oder gar rote Ampel muss transparent sein und genau erläutert werden. Sobald das feststeht, ist es notwendig, alle Gastronome darüber zu informieren. Dabei denke ich an eine gemeinsame Informationsveranstaltung von IHK und Deutschem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) für die Gastronomie.“
(Redaktion)
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