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IHK-Konjunkturumfrage

Wirtschaftliche Erholung hat begonnen

Nach dem beispiellosen Konjunkturabsturz im vergangenen Jahr fasst die regionale Wirtschaft wieder Tritt. Die aktuellen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage deuten darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist. Im laufenden Jahr erwarten die Unternehmen wieder bessere Geschäfte. Insgesamt kletterte der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Einschätzungen der regionalen Unternehmen zur aktuellen und zukünftigen Geschäftslage zusammenfasst, im Vergleich zum Vorjahr um 30 Punkte auf einen guten Mittelwert von 106 Punkten.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung steht jedoch unter dem Vorbehalt einer ausreichenden Finanzierung. Obwohl von einer Kreditklemme auch weiterhin nicht gesprochen werden kann, sieht jedes vierte Unternehmen die Finanzierungsfrage als potenzielles Risiko für den Aufschwung an. Die Kreditversorgung könnte zur Schlüsselfrage für den Aufschwung werden, mahnte daher IHK-Präsident Karlhubert Dischinger. Schlechte Kreditkonditionen, höhere Anforderungen an Sicherheiten sowie umfassendere Dokumentationspflichten machen den Unternehmen auch weiterhin zu schaffen. „Der sich abzeichnende Aufschwung darf nicht durch eine restriktive Unternehmens- oder Branchenbewertung regelrecht abgewürgt werden“, so Dischinger.

Unterdessen hat der Stimmungswechsel, der sich bereits seit dem Sommer 2009 abzeichnete, offenbar an Kraft gewonnen. In den vergangenen Monaten haben vor allem die optimistischeren Zukunftserwartungen der Unternehmen den Index getrieben. So ist der Indikator der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung seit Frühsommer 2009 um beachtliche 45,5 Punkte in die Höhe geschnellt. Mit einem Wert von 8,8 Punkten befindet er sich nun wieder deutlich im positiven Bereich.

Auch ihre aktuelle Lage schätzen die Unternehmen mittlerweile wieder deutlich besser ein. Derzeit beurteilt jedes vierte Unternehmen im IHK-Bezirk seine Lage als gut, während 54 Prozent der Befragten die eigene Lage als befriedigend einschätzen und 22 Prozent als schlecht. Damit scheint die Trendwende geschafft, wenn auch noch nicht alle Branchen gleichermaßen aufatmen können. So fällt der Index im Südbezirk der Kammer mit 6,7 Punkten deutlich besser aus als im stärker industriell geprägten Nordbezirk. Dort greift die wirtschaftliche Erholung nur langsam und der Lageindikator notiert mit -0,8 Punkten nach wie vor im leicht negativen Bereich.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist nach wie vor die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl sich dieser mit Hilfe der Kurzarbeit sowie flexibler Arbeitszeitregelungen bisher als sehr robust erwiesen hat, ist zu befürchten, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten noch ansteigen wird. Laut IHK-Umfrage rechnen 21 Prozent der heimischen Unternehmen mit fallenden Beschäftigtenzahlen. Immerhin 72 Prozent der Befragten gehen aber von einer gleichbleibenden Personalstärke aus und ganze sieben Prozent trotzen dem Trend und wollen sogar zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Die Branchen im Vergleich

Die Geschäftslage in der Industrie stabilisiert sich zum Jahresbeginn 2010 ausgehend von einem niedrigen Niveau weiter. Obwohl die Lagebeurteilung immer noch schlechter ausfällt als in den anderen Branchen, sind die Anzeichen einer Erholung eindeutig. Dies wird noch deutlicher, wenn man sich die Erwartungshaltung der Unternehmen anschaut. Bereits das zweite Mal in Folge blickt diese Branche optimistischer in die kommenden zwölf Monate als die anderen untersuchten Wirtschaftszweige.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Dienstleister und des Handels in der Region verläuft wie im Mittel über alle Branchen: Die Lage stabilisiert sich, der Blick in die Zukunft wird optimistischer. Der Indikator zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung nimmt in der Dienstleistungsbrache jedoch trotz Aufwärtstendenz weiterhin einen negativen Wert an. Im Handel hingegen konnte der Index seit der letzten Umfrage ins Positive drehen.

Gute Neuigkeiten sind aus der Hotellerie und Gastronomie in der Region zu vermelden. Ausgehend von einem stabilen Niveau im Herbst 2009 verbesserte sich der Indikator zur Beurteilung der Geschäftslage erneut und nimmt zum Jahreswechsel mit 30,2 Punkten einen Wert an, der deutlich besser ausfällt als in den anderen untersuchten Wirtschaftszweigen. Er übersteigt damit sein langfristiges Mittel deutlich um 14,5 Punkte. Ausgehend von dieser sehr robusten Lageeinschätzung sowohl für den Beherbergungs- als auch für den Restaurationsbereich, blickt die Branche ebenfalls optimistisch in das Jahr 2010.

Lediglich in der Baubranche verschlechterte sich die Lagebeurteilung seit Herbst 2009. Neben saisonalen Effekten spielt hier sicherlich eine Rolle, dass diese Branche den wirtschaftlichen Einbruch in 2009 erst mit einer Verzögerung zu spüren bekommt. Die Unsicherheit und das Zögern der Wirtschaft in den letzten Monaten verbunden mit der Investitionszurückhaltung drücken sich zum Jahresbeginn 2010 in einem markanten Einbruch der Auftragseingänge im gewerblichen Bau aus. Im Zuge der abnehmenden Wirkung von staatlichen Stützungsmaßnahmen ist es ebenfalls dieser Wirtschaftszweig, der am pessimistischsten in das Jahr 2010 blickt.

(IHK Südlicher Oberrhein)


 


 

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