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Lebensversicherungen

Im Sog der Finanzkrise.

Durch die Banken-Pleitewelle drohen Anlegern auch an anderer Stelle Einbußen – bei Lebensversicherungen und Betriebsrenten.

Kritisch sieht es für Anleger aus, die in Versicherungen machen. Die 50 Milliarden Euro schwere Last-Minute-Rettung der HRE kostet die Lebens- und Krankenversicherungen bis jetzt schon 1,4 Milliarden Euro. Warum Versicherungen eine Bank mitretten? Ganz einfach: Eine Pleite der angeschlagenen Hypothekenbank hätte deren Pfandbriefe, in denen Milliardensummen der Lebensversicherungskunden investiert sind, für unbestimmte Zeit unverkäuflich gemacht.

Allerdings stecken die Geldmanager der etwa 100 Lebensversicherungen und 152 Pensionskassen, die 1.100 Milliarden Euro verwalten, auch ohne die Pleite der HRE tief im Schlamassel. In der Vergangenheit konnten sie einzelne Krisen über ihre langfristig ausgerichtete Kapitalanlage ausbügeln. Schließlich müssen Lebensversicherungskunden und Betriebsrentner nicht selten 20 und mehr Jahre auf ihre Leistungen warten.

Nun aber trifft sie mit der jetzigen Finanzkrise und nach dem Platzen der Technologieblase der zweite heftige Schlag innerhalb von nur sechs Jahren. Schon die Aktien- Baisse 2002 brachte mit Gerling und Mannheimer zwei deutsche Versicherungskonzerne sowie eine Reihe von betrieblichen Versorgungswerken in Schieflage. Was jetzt mit dem Erdbeben im Finanzsystem kommt, könnte auch ohne weitere Pleiten Betriebsrentner und Lebensversicherungssparer weit mehr kosten als der Absturz der Technologieaktien.

Ein knappes Drittel der 690 Milliarden Euro Anlegergelder haben die Lebensversicherer allein in Bankschuldverschreibungen gesteckt, dazu summieren sich Schuldschein- und Darlehnsforderungen gegen die Geldhäuser und Aktienpakete. Knapp ein Prozent, 6,5 Milliarden Euro, stecken in Private-Equity- oder Hedgefondsanlagen, die dick im Minus stehen und denen wegen der Kreditklemme das Geld ausgeht. Weitere acht Prozent entfallen auf Unternehmensanleihen, deren Kurse ebenfalls unter Druck stehen.

Schon jetzt gehen den Managern von Lebensversicherungs- und Pensionsgeldern die Anlagealternativen aus: Sichere Staatsanleihen bringen derzeit weniger als vier Prozent, Aktien sind im Sinkflug, und auch die Immobilienmärkte bieten ein trostloses Bild. Einige Lebensversicherungen und Pensionskassen können ihren Kunden daher kaum mehr als die magere Garantieverzinsung von 2,25 Prozent bieten – wohlgemerkt nur auf den Teil, der tatsächlich im Anlagetopf ankommt, nach Abzug aller Kosten. Bei einer Lebensversicherung sind dies in der Regel nur 70 bis 75 Prozent der Prämie. Nach Abzug der Inflationsrate macht der Anleger also in jedem Fall ein Verlustgeschäft, sollte nur noch die Garantieverzinsung fließen.

Derzeit spricht viel dafür!

„Wenn eine deutsche Großbank pleiteginge, würde dies den Lebensversicherungen große Probleme bereiten, ihre Leistungsversprechen einzuhalten“, sagt Manfred Poweleit, Herausgeber des map-report. Dass dieses Szenario nicht weit von der Realität entfernt ist, zeigte die Beinahepleite der Hypo Real Estate, deren Pfandbriefe wahrscheinlich so gut wie alle Lebensversicherungen in ihren Portfolios halten.

(Redaktion)


 


 

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