Sie sind hier: Startseite Südbaden Aktuell News
Weitere Artikel
Unternehmen/Innovationen

Innovation beim Skifahren: Sensorgeregelt beheizbarer Handschuh

In den Skihandschuhen der nächsten Generation steckt eine große Portion Erfindergeist aus Baden-Württemberg. Wissenschaftler des internationalen Textilforschungszentrums Hohenstein Institute haben gemeinsam mit Reusch Deutschland BV aus Tübingen und dem Infineon-Ableger Interactive Wear GmbH in Starnberg neuartige Skihandschuhe mit optimiertem Energiemanagement entwickelt.

Das Ergebnis der vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten aufwändigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wird am 1. Juli auf dem 16. Innovationstag Mittelstand in Berlin präsentiert.

Mancher Wintersport-Fan kann ein Lied davon singen: Ohne Vorwarnung bleibt der Skilift bei eisigen Temperaturen für lange Minuten einfach stehen. Dann kann sich glücklich schätzen, wer beheizbare Handschuhe an den Händen hat. Reduziert der menschliche Körper bei großer Kälte doch vor allem die Durchblutung der Extremitäten, um den Wärmeverlust zu minimieren. Das tut weh. Leider ist die Wärmeabgabe marktüblicher beheizbarer Handschuhe bislang meist ungeregelt; die noch recht klobigen Akkus sind im Handumdrehen leer.

Mit der Neuentwicklung ist jetzt für Skifahrer und Snowboarder endlich Abhilfe in Sicht: Durch eine exakt an die Temperaturverteilung der Hand angepasste Sensor- und Steuerungstechnik konnte die Effizienz des selbstregulierenden Heizsystems wesentlich verbessert werden. Der integrierte Wärmesensor überwacht die Temperatur im Handschuh und teilt dem System mit, wann es wärmen muss – etwa, wenn bei einem unfreiwilligen Lift-Stopp die Hände auszukühlen drohen. Zwei kleine, extrem flache, leichte und schnell aufladbare Lithium-Ionen-Akkus sorgen für die erforderliche Energie. Neben dem Dauerheizbetrieb kann die sensorgesteuerte Heizung auch über zwei programmierbare Komforttemperaturen reguliert werden. Nach einer Startphase, bei der das Innere der Handschuhe auf 45 0C aufgeheizt wird, geben die hochflexiblen Heizelemente nur noch Wärme ab, wenn eine vorgegebene Temperatur (33 0C bzw. 25 0C) im Handschuh unterschritten wird.

Der Stromverbrauch bleibt dabei extrem gering. Die ausgewählte Materialkombination sorgt zudem für eine optimale Wärmeisolation. So verlängert sich die Heizdauer beträchtlich und sichert über mehrere Stunden hinweg warme Hände. Insgesamt hat das System samt Akkus ein Gewicht von nur 70 Gramm pro Handschuh.

Die in Deutschland einzigartige Neuerung hat sich bereits einen kleinen, aber feinen Absatzmarkt für Ski-Handschuhe erobert. Sie ist fester Bestandteil einer eigenen Produktreihe namens Solaris und wird vom Textilhersteller Reusch erfolgreich vertrieben. Weitere Anwendungsfelder jenseits von Piste und Loipe sind durchaus denkbar: z. B. Arbeits-Handschuhe für Menschen, die in extremer Kälte im Freien oder in Kühlhäusern arbeiten.

Beim 16. Innovationstag Mittelstand des BMWi am 1. Juli werden in Berlin mehr als 160 Top-Lösungen präsentiert, mit denen Mittelständler ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und einen strategischen Beitrag für mehr Umsatz und Beschäftigung leisten.

Weitere Informationen: www.zim-bmwi.de, www.hohenstein.de, Tel. 07143 271-723

(Redaktion)


 


 

Skihandschuhen der nächsten Generation
Erfindergeist aus Baden-Württemberg
Textilforschungszentrums

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Skihandschuhen der nächsten Generation" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: