30.01.2009  13:12 Uhr

Integration
Integration als politisches Ziel

Südbaden. Aus Afrika stammende Germanistin will für die CDU in den Stadtrat. Sylvie Nantcha (34) hat klar formulierte Ziele: Die in Kamerun geborene promovierte Germanistin will für die Freiburger CDU in den Stadtrat einziehen.

Sie hat einen aussichtsreichen Listenplatz ergattert, ist aber politisch in der Stadt noch nicht groß in Erscheinung getreten. Im Gespräch erzählt sie, wie ihr Lebensweg sie von Afrika über die Uni Freiburg nun fast schon ins Freiburger Rathaus geführt hat.

Frau Dr. Nantcha, sie sind in Kamerun geboren und leben heute in Freiburg. Was hat Sie hierher verschlagen?

Vor 17 Jahren bin ich nach Freiburg gekommen, um Germanistik zu studieren. Freiburg wurde mir empfohlen, weil es eine studentische Stadt ist, an der Grenze von Frankreich liegt und die wärmste Region Deutschlands ist. Ich habe hier nicht nur studiert und promoviert, sondern auch meinen Mann kennen gelernt und meine Familie mit drei Kindern gegründet. Freiburg ist für mich und meine Familie inzwischen unser Zuhause geworden. Mein Sohn ist ein großer SC Freiburg-Fan.

Sie sind seit einigen Monaten CDU-Mitglied und kandidieren nun auf dem 9. Listenplatz für den Gemeinderat. Was sind Ihre politischen Triebfedern?

Mir ist klar geworden, dass ich als Mutter, als Akademikerin, als Frau, als Christin und als Migrantin die Interessen von vielen Freiburgern und Freiburgerinnen auf der kommunalpolitischen Ebene vertreten kann, deswegen bin ich in die CDU eingetreten und kandidiere als Stadträtin. Ich bin fest davon überzeugt, in dieser Partei die für mich richtige politische Heimat gefunden zu haben, denn die CDU hat die Bedeutung der Schlüsselthemen Bildung, Wissenschaft, Integration und Familie erkannt und sie steht vor allem für das christliche Menschenbild und die christlichen Werte. Ich habe die CDU als Integrationspartei kennen gelernt.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie im Freiburger Rathaus voranbringen?

Wissen Sie, Freiburg hat eine exzellente Universität und außeruniversitäre Einrichtungen. Zu einer zukunftsorientierten Gesamtstrategie gehört es, die Vorzüge dieser Stadt auch international bekannt zu machen. Freiburg braucht ausreichende und gute Kinderbetreuungsangebote, denn Bildungschancen dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Ich werde mich für die Integration einsetzen. Ich werde mich auch als Französisch-Muttersprachlerin für die Stadtentwicklung im Bereich des Aufbaus der Metropolregion Oberrhein mit unseren Partnern aus Frankreich und aus der Schweiz einbringen.

Sie waren zuletzt an der Uni Freiburg tätig und haben sich dort um ausländische Doktoranden gekümmert. wie erleben Sie persönlich denn die Stadt?

Ich habe als Koordinatorin die Internationale Graduiertenakademie (IGA) aufgebaut. Als Mentorin habe ich ein Betreuungskonzept für internationale Doktoranden und Studierende entwickelt. Bei diesen Aufgaben hatte ich zwei wesentliche Ziele vor Augen: Freiburg als Wissens- und Wirtschaftsstandort für Menschen aus dem In- und Ausland attraktiver zu gestalten und die Integration von internationalen Doktoranden und Studierenden zu erleichtern.


 

(Redaktion)

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