Sie sind hier: Startseite Südbaden Fachwissen
Weitere Artikel
Web-Präsenz

Internationaler Internetauftritt: Übersetzen allein reicht nicht

Sprach- und Übersetzungsmanagement

Sind die Inhalte für die zentrale Sprachversion erstellt, beginnt die Übersetzung. Hierbei gibt es zwei Ansätze für das Übersetzungsmanagement: Die dezentrale Übersetzung der Inhalte durch Mitarbeiter vor Ort und die zentralisierte Übersetzung durch das Marketing oder Übersetzer in der Hauptniederlassung.

Für die erste Variante ist es entscheidend, dass die Übersetzungs-Workflows klar definiert sind. Wird beispielsweise eine Pressemitteilung auf Deutsch verfasst, so muss diese den Ländern bereitgestellt werden. Diese können die Übersetzung direkt im Content- Management-System vornehmen und stellen die Inhalte auf den Länderseiten ein. Ab diesem Zeitpunkt ist allerdings kaum noch eine Qualitätssicherung (Qualitätssicherung Definition) möglich: Ist die Meldung erst einmal ins Finnische, Arabische oder Chinesische übersetzt, so kann nur noch schwer nachvollzogen werden, ob die Inhalte stimmig sind. Dieses Problem tritt insbesondere dann auf, wenn nachträgliche Änderungen durchgeführt werden sollen. Hier sind ein klares
Reporting sowie eine Aufgabensteuerung über das Content-Management-System hilfreich.

Die zentrale Übersetzung der Inhalte ist meist effektiver, allerdings auch mit höheren Kosten verbunden. Durch die zentrale Steuerung von Übersetzern und die Pflege der Inhalte durch eine interne Redaktion, werden die Arbeitsprozesse meist vereinfacht und Inhalte können schneller aktualisiert werden.

Zur Automatisierung der Übersetzungsprozesse bieten zudem immer mehr Content- Management-Systeme Schnittstellen zu Lösungen, so zum Beispiel Trados oder across. Über ein XML-Format können Inhalte aus dem CMS exportiert, anschließend in den Übersetzungsprogrammen durch einen Übersetzer bearbeitet und wieder in das System eingespielt werden. Ist der Einsatz einer solchen Lösung geplant, ist es wichtig, dies bereits bei der Konzeption des Projektes und der Auswahl des Content-Management-Systems zu
berücksichtigen.

Weltweiter Service, weltweiter Support

Ist ein Projekt einmal international angelegt, so muss im laufenden Betrieb auch der weltweite Support und die Schulung der Redakteure gewährleistet werden. Die Arbeit in verschiedenen Zeitzonen erschwert dies. Viele Kunden setzen hier auf Internet-basierte Werkzeuge: Schulungen per Web-Konferenz oder Online-Ticketsysteme für Support- Anfragen sind bei hohen Nutzerzahlen unerlässlich. Auch ist eine erhöhte Kooperationsbereitschaft nötig, um Fehlermeldungen oder Arbeitsanweisungen eindeutig zu kommunizieren.

Internationale Präsenz bedeutet aber auch, dass Service-Angebote wie zum Beispiel ein Kontaktformular oder die Bestellung von Informationen über die Webseite auch mit entsprechenden Prozessen hinterlegt sein müssen. Die einzelnen Anfragen müssen effizient und zeitnah an die zuständigen Personen vor Ort weitergeleitet werden.

Analyse und Auswertung

Um den Erfolg internationaler Web-Projekte messen und analysieren zu können, ist der Einsatz einer umfassenden Analyse-Software entscheidend. Lösungen, als Beispiel dienen hier Google Analytics oder etracker, erfassen Zugriffszahlen, Interessen der Besucher und deren Verweildauer. Diese sollten je Sprach- oder Landes-Webseite getrennt erfasst und ausgewertet werden können. So ist es beispielsweise möglich, die Besucher nach Ländern oder Sprachen zu gruppieren und festzustellen, welche Interessen oder Vorlieben die
jeweiligen Nutzer haben.

Die entsprechenden Zahlen können dann nach Ländern oder Sprachen gefiltert den lokalen Redakteuren oder Mitarbeitern bereitgestellt werden. Über automatisierbare Berichte, die beispielsweise Google Analytics bereitstellt, können zudem Mitarbeiter oder die verantwortlichen Personen vor Ort monatlich über die neusten Entwicklungen informiert werden.

Technischer Roll-Out und Betrieb

Auch auf der technischen Seite gibt es einige Aspekte, die mit einbezogen werden müssen: Webseiten, die beispielsweise im asiatischen Raum bereitgestellt, aber auf einem deutschen Server betrieben werden, können in den jeweiligen Ländern durchaus sehr langsam dargestellt werden. So macht es bei komplexen Projekten und einer entsprechend hohen Relevanz der Zielgruppe durchaus Sinn, lokale Versionen der Webseiten auch auf Servern in den jeweiligen Regionen abzulegen. Der Standort des Servers wirkt sich nämlich nicht nur auf die Performance der jeweiligen Seiten aus, sondern ist ebenfalls in Sachen  Suchmaschinenoptimierung ein wichtiger Faktor. So haben Tests ergeben, dass Google beispielsweise neben der Domain-Endung auch den Server-Standort in das Ranking einfließen lässt.

Zusammenfassung

Internetprojekte im internationalen Kontext sind eine anspruchsvolle Herausforderung. Neben einer komplexen Planung sind es vor allem konzeptionelle Themen und organisatorische Fragen, die es zu klären gilt. Mittelständische Unternehmen mit weltweiten Niederlassungen und Standorten sollten für den Roll-Out eines internationalen Internetprojektes durchaus einige Monate, wenn nicht sogar mehr als ein Jahr Zeit einplanen. Jede weitere Internetseite, die neben der Hauptseite in Erscheinung tritt, benötigt ein separates Konzept und muss detailliert gepflegt werden. Besondere Vorsicht gilt bei länderspezifischen Vorgaben und doppeldeutigen Übersetzungen oder Bilddarstellungen. Und auch hier gilt wie bei jedem Internetprojekt: Nach dem Launch ist vor dem Launch.

(Matthias Steinforth)


 


 

Web-Präsenz
internationaler Internetauftritt
kernpunkt
Content Management
Länder
Sprachen
Maßeinheit

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Web-Präsenz" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: