Sie sind hier: Startseite Südbaden Aktuell News
Weitere Artikel
Arcandor

Jobs bei Arcandor und Quelle stehen auf dem Spiel

Noch immer ist für den angeschlagenen Reise- und Handelskonzern keine Besserung in Sicht. Während Arcandor auch am Wochenende um die Verlängerung von Krediten in Höhe von bis zu 900 Millionen Euro rang, meldeten sich die Konkurrenten zu Wort. Der Versandhändler Otto will Teile von Primondo und Quelle übernehmen, Metro und Galeria Kaufhof meldeten Interesse an Karstadt an.

Niemand weiß, wohin die Reise von Arcandor in den nächsten Wochen genau gehen wird, am allerwenigsten die gebeutelten Mitarbeiter. Die Financial Times berichtete, dass sich das aus Commerzbank, BayernLB und RBS bestehende Bankenkonsortium wahrscheinlich weitestgehend auf eine Verlängerung der Kredite für Arcandor geeinigt hätte. Das ist überlebenswichtig und gibt dem Unternehmen Zeit, die nächste schmerzhafte Umstrukturierung im Konzern einzuläuten. Damit sollten auch die Löhne der nächsten Monate pünktlich gezahlt werden können (wir berichteten).

Das kostet Geld, welches Konzernlenker Karl-Gerhard Eick gerne aus dem Deutschlandfond der Bundesregierung der Bundesregierung bekommen möchte. Im Gespräch sind knapp eine Milliarde Euro für die nächsten drei bis fünf Jahre. Kritiker führen an, dass Arcandor schon vor der Wirtschaftskrise in Schieflage geraten sei und für die Situation eher das Missmanagement unter den Vorgängern Eicks verantwortlich sei. Andererseits wurden auf dem knapp 100 Milliarden Euro schweren Fonds erst knapp fünf Prozent angefragt, auch Porsche und die VW Bank bemühen sich angeblich um Mittel (wir berichteten). 

Metro-Chef und Karstadt-Konkurrent Eckhard Cordes erblickt in möglichen Beihilfen für Arcandor aber eine Wettbewerbsverzerrung. In einem Brief an Wirtschaftsminister zu Guttenberg skizzierte er am Wochenende, dass Arcandor auch durch eine privatwirtschaftliche Lösung gerettet werden könne. Gegen ein Zusammengehen von Karstaft und Kaufhof sprechen aber ernste kartellrechtliche Bedenken, zudem stehen auch hier Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Sinnvoller erscheint da der Vorstoß von Otto-Chef Hans-Otto Schrader. Der Hamburger Versandhändler interessiert sich vorallem für die Spezialversender aus dem Primondo-Portfolio, auch die E-Commerce-Bereiche von Quelle seien interessant, sagte er gegenüber der Wirtschaftswoche. Sollte Arcandor jedoch - wie von den Konkurrenten gewünscht - zerschlagen werden, stehen massenhaft Arbeitsplätze auf dem Spiel. Quelle würde in Fürth und Umgebung einen weiteren schweren Aderlass hinnehmen müssen.

(Redaktion)


 


 

arcandor
insolvenz
news
karstadt
otto
quelle
eick
schrader
cordes
metro
kaufhof
primondo
zerschlagun

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "arcandor" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: