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Finanzpolitik

Konjunkturentwicklung aus finanzpolitischer Sicht

- Deutliche Wachstumsverlangsamung im vergangenen Jahr. - Verschlechterung der kurzfristigen Wachstumsperspektiven. - Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit stieg im Dezember erstmals seit Februar 2006. - Beruhigung des Preisklimas zum Jahresende.

Im vergangenen Jahr hat sich das Wirtschaftswachstum gegenüber 2007
erheblich abgeschwächt. So ist nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2008 im Jahresdurchschnitt um preisbereinigt 1,3 % angestiegen, nach einer Zunahme um 2,5 % im Jahr 2007.

Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Jahresdurchschnitt 2008 wurde vor allem durch die unerwartet starke Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität im 1. Quartal geprägt, die durch das milde Winterwetter begünstigt wurde.

In den darauffolgenden drei Quartalen ist das BIP dann spürbar zurückgegangen; im 4. Quartal dürfte der Rückgang sogar noch deutlich stärker als in den beiden Quartalen zuvor ausgefallen sein.

Wachstumsimpulse kamen ausschließlich aus dem Inland (Wachstumsimpuls Inländische Verwendung: +1,5 Prozentpunkte). Der Außenbeitrag war erstmals seit 2003 negativ (-0,3 Prozentpunkte). Die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität wurde vor allem von den Bruttoanlageinvestitionen getragen. Wachstumstreiber waren die Investitionen in Ausrüstungen (real +5,3 %). Die
Bauinvestitionen stiegen um real 2,7 %. Dabei konnten Investitionen in Nichtwohnbauten die guten Ergebnisse von 2006 und 2007 nochmals übertreffen und stiegen so stark wie seit 1992 nicht mehr (real +5,6 %). Die preisbereinigten
Wohnungsbauinvestitionen entwickelten sich verhalten (real +0,7 %). Die Investitionstätigkeit profitierte 2008 unter anderem von den vergleichsweise milden Wintermonaten am Jahresanfang. In den folgenden Quartalen
neigten sowohl die Investitionen in Ausrüstungen als auch in Bauten deutlich zur
Schwäche.

Die starke weltwirtschaftliche Abkühlung hinterließ auch im Investitionsverhalten der Unternehmen ihre Spuren. Der private Konsum stagnierte im Vergleich zu 2007. Durch den starken Preisniveauanstieg für Nahrungsmittel und Energiegüter bis zum Herbst 2008 kam es zu deutlichen Kaufkrafteinbußen, die die Entwicklung der Realeinkommen der privaten Haushalte dämpften. Die Lohnsteigerungen, die sowohl auf den hohen Beschäftigungsaufbau als auch auf die Tariflohnerhöhungen zurückgehen, konnten die Beeinträchtigungen durch die Preisniveausteigerungen nicht kompensieren.

Die Beschäftigung erreichte im Jahresdurchschnitt den höchsten Stand seit der
Deutschen Einheit. Dabei wurde der Anstieg der Erwerbstätigenzahl vor allem von der Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung geprägt. Dies spiegelt sich in einem spürbaren Anstieg sowohl der abgeführten Lohnsteuer (+5,9 %) als auch der Sozialbeiträge (+5,2 %) von Arbeitnehmern (beides in Abgrenzung der VGR nach dem Inländerkonzept) wieder.

(Redaktion)


 


 

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