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Konsum in der Krise – Krise beim Konsum?

Die Wirtschaft kriselt, die Exporte brechen ein, die Binnennachfrage schwächelt. Wie geht es mit dem Konsum in Deutschland weiter? Diese und andere Fragen beantworteten die Marktforscher von der GfK auf ihrer gestrigen Pressekonferenz.

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind beim Verbraucher noch nicht angekommen und auch die Konsumstimmung zeigte sich über die letzten Monaten hinweg überraschend krisenresistent. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass der Konsum zumindest im ersten Halbjahr einen Teil der Exportrückgänge auffangen könnte. "Die GfK geht von einem Konsumwachstum von bis zu 0,5 Prozent aus", so Professor Dr. Klaus L. Wübbenhorst, Vorstandsvorsitzender der GfK AG, in seinem Fazit. Allerdings wird der Konsum den Export als Konjunkturmotor nicht vollständig ersetzen können. Hierzu bewegt sich die Konsumstimmung insgesamt auf zu bescheidenem Niveau.

Anders als bei den Unternehmen, bei denen sich die Krise unmittelbarer auf die Auftragsbücher auswirkt, kommt die Krise beim Verbraucher erst dann an, wenn sie sich über den Arbeitsmarkt manifestiert. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist in Deutschland – trotz der erfreulichen Rückgänge in den letzten drei Jahren – besonders ausgeprägt. So verursacht beispielsweise ein Arbeitsloser bei drei weiteren Beschäftigen Angst vor dem eigenen Jobverlust. Dies führte bereits in der Vergangenheit zu einer – auch im europäischen Vergleich – merklichen Konsumzurückhaltung. Jedoch liegt die Konsumneigung in Deutschland derzeit höher als in anderen europäischen Staaten. Auch wenn die jüngsten Arbeitslosenzahlen bereits anziehen, so gehen die Experten doch überwiegend davon aus, dass sich die Krise vermutlich erst 2010 entscheidend auf den Arbeitsmarkt und damit auf das Konsumverhalten auswirken wird.

Natürlich verunsichern die täglichen negativen Meldungen auch die Verbraucher. Doch im Privaten kontern sie die öffentliche Betriebsamkeit (noch) mit einer für sie recht ungewöhnlichen Gelassenheit. Hieß es früher, den Gürtel enger zu schnallen, steigt die Konsumfreudigkeit seit Monaten stetig. Freilich geht es dabei zumeist um "den kleinen Luxus" und eher selten um größere Investitionen. Diese kleinen Extras finden die Konsumenten vor allem im Lebensmittelhandel. Während die Ausgaben für Non-Food, das sind beispielsweise Produkte aus den Bereichen Elektro, Textil und Hartwaren, seit Jahren zurückgehen, steigen diejenigen für Güter des täglichen Bedarfs kontinuierlich an. Die Verbraucher konsumieren derzeit nach dem Motto: "Wenn schon kein neuer Kühlschrank, dann soll der alte wenigstens gut gefüllt sein", so Wolfgang Twardawa, Division Manager Strategic Marketing der GfK Panel Services Deutschland.

(Redaktion)


 


 

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