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Finanzkrise

KPMG-Studie: Versicherer weltweit trotz Finanzkrise optimistisch

Trotz der Finanzkrise beurteilen Versicherer rund um den Globus ihre Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate vorsichtig optimistisch. Das ist das Ergebnis einer internationalen Umfrage* im Auftrag von KPMG unter 315 führenden Versicherungsunternehmen, von denen zwei Drittel mehr als 500 Millionen US-Dollar Umsatz verzeichnen.

So geht jeweils über die Hälfte der Befragten davon aus, dass sich die Chancen für ein organisches Umsatzwachstum bzw. ein Wachstum durch Zukäufe oder Übernahmen in absehbarer Zeit verbessern dürften (55 bzw. 53 Prozent). Ebenso viele sind zuversichtlich, in den nächsten zwölf Monaten ihr Prämienvolumen steigern oder die Kostenquote senken zu können (jeweils 53 Prozent).

„Die Versicherungsbranche ist von der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ganz so stark betroffen. Daher fallen die Prognosen für das kommende Jahr etwas optimistischer aus als in anderen Finanzdienstleistungsbereichen”, so Dr. Frank Ellenbürger, KPMG-Vorstand und Head of KPMG's Global Insurance. „Das fehlende Vertrauen in die Kapitalmärkte hemmt aber auch das Wachstum der Versicherer erheblich.” Nur 40 Prozent der Befragten glauben, dass sich der Aktienkurs ihres Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten verbessern wird.

Die Auswirkungen der Finanzkrise machen sich auch dadurch bemerkbar, dass die Versicherungsunternehmen dem Risikomanagement heutzutage deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen als noch vor Jahresfrist. Während sich vor einem Jahr das Management nur in jedem fünften Unternehmen (19 Prozent) mindestens ein Drittel seiner Zeit mit Risikomanagement-Fragen beschäftigte, sind es heute schon 56 Prozent – also drei Mal so viele. Fast ebenso wichtig sind vielen die Kapitalanlagen des eigenen Hauses: Die Hälfte der Versicherer verwendet mindestens ein weiteres Drittel ihrer Zeit darauf, diese zu managen - doppelt so viele wie noch vor einem Jahr.

Frank Ellenbürger: „Beim Risikomanagement zeichnet sich ein interessanter Trend ab: Versicherer gehen zunehmend dazu über, analog zum Prüfungsausschuss auch einen Risikoausschuss zu bilden, der die Risikoplanungen des Unternehmens überwachen und hinterfragen soll. Schon zwei Drittel der befragten Versicherer haben einen solchen gegründet oder sind dabei, dies zu tun.“

Der Einfluss von Regulierern bzw. Regierungen auf Risk Management-Regeln und ihre Anwendung ist enorm gestiegen: 65 Prozent bzw. 32 Prozent der Befragten nennen diese die derzeit wichtigsten Faktoren. Ratingagenturen haben dagegen an Bedeutung verlieren; ihr Einfluss hat sich praktisch halbiert auf nur noch 14 Prozent.

Über 80 Prozent der Versicherer bezeichnen derzeitige und zukünftige regulatorische Anforderungen als wichtigste Einflussfaktoren bezüglich des Kapitalbedarfs, noch vor internen betrieblichen Erfordernissen, Bonität, Markt-(Aktionärs-)Erwartungen und Aktienkursen. Ellenbürger: “Gut strukturierte und handhabbare Prozesse zum Umgang gerade mit jenen Risiken, die für Instabilität auf den Finanzmärkten gesorgt haben, werden der Schlüssel sein, Vertrauen in den Markt zurück zu gewinnen. Die Umsetzung von Solvency II wird dabei im Mittelpunkt stehen.”

*“A Glimmer of Hope: Growth prospects in the global insurance industry and the escalation of risk and capital management” – Umfrage von KPMG und Economist Intelligence Unit

(Redaktion)


 


 

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