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Schweinegrippe

Land erhöht Vorrat an Grippemitteln - Erster Verdachtsfall im Kreis Reutlingen

Da die WHO die Alarmstufe 5 ausgerufen hat und vor einer zweiten Virus-Welle warnt, nutzen wir unser Optionsrecht und stocken die Bevorratung der antiviralen Medikamente von 14 auf 20 Prozent auf. Damit erhöhen wir die Vorsorgekapazität weiter.“ Dies erklärten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz am Dienstag (5.Mai 2009) in Stuttgart. Das Kabinett hatte am Vorabend die Ministerin beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Mit der nun ausgeübten Option gehe die Landesregierung nach dem Pandemieplan Baden-Württemberg vor, sagten Oettinger und Stolz. Aktuell verfüge Baden-Württemberg über 1,4 Millionen Therapieeinheiten der Grippemittel Tamiflu und Relenza. „Das entspricht einer Versorgungsquote von rund 14 Prozent der Bevölkerung. Zusätzlich sind weitere antivirale Medikamente bei öffentlichen oder privaten Einrichtungen wie beispielsweise Kliniken und Firmen bevorratet“, sagten Oettinger und Stolz.

Weltweit seien nach Auskunft des EU-Zentrums für Seuchenbekämpfung (ECDC) mehr als 1.000 Menschen an der Neuen Grippe, die auch als Schweinegrippe bezeichnet wird, erkrankt. Es seien bisher in 21 Ländern bestätigte Fälle aufgetreten. Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts habe die Krankheit bei den derzeit neun Infizierten in Deutschland einen leichten Verlauf genommen. Dennoch sei es für eine Entwarnung noch zu früh. „Es ist wichtig, dass bei jedem Verdachtsfall sofort gehandelt wird“, erläuterte Stolz. Die Ärzte und Krankenhäuser im Land seien informiert und auch entsprechend sensibilisiert. Stolz sagte: „Die eingeführte Meldepflicht ist ein weiterer Baustein.“ Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Samstag eine Verordnung über die Meldepflicht bei Influenza, die durch das erstmals im April 2009 in Nordamerika aufgetretene neue Virus („Schweine-Grippe“) hervorgerufen wird, erlassen. Die Meldepflicht gilt seit Sonntag.

Ein weiterer bedeutender Beitrag zur Vorbeugung von Influenza sei die Einhaltung von normalen Hygieneregeln. „Hierzu zählt natürlich das regelmäßige Händewaschen, aber auch regelmäßig Lüften“, so die Ministerin. Oettinger und Stolz erklärten, dass das Land sich regelmäßig mit den anderen Länder und dem Bund austausche. „So stellen wir sicher, dass wir unsere Empfehlungen und Maßnahmen dem aktuellen Geschehen anpassen können.

Ein Verdacht auf Schweinegrippe im Kreis Reutlingen wird gerade untersucht. „Ein erster Schnelltest auf Influenza hat gezeigt, dass eine Influenza-Erkrankung vorliegt. Ob es sich dabei aber um den Subtyp „Schweinegrippe“ handelt, muss noch untersucht werden.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 29. April die Phase 5 ausgerufen. Phase 5 wird charakterisiert durch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus in mindestens zwei Staaten einer WHO-Region. Die WHO betont, dass die meisten Staaten weltweit noch nicht betroffen sind von Influenza A/H1N1. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die WHO die höchste Pandemiestufe sechs ausruft. Die Phase 6 bedeutet, dass Übertragungen von Mensch zu-Mensch nicht mehr örtlich begrenzt sind. Über die Schwere des Verlaufs und mögliche Todesraten sagt die Warnstufe nichts aus.

(Redaktion)


 


 

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