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  • 17.09.2009, 09:06 Uhr
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  • Südbaden
Verbraucherschutz

Mehr Transparenz bei Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten!

„Mogel-Schinken, Plastik-Käse und künstliche Aromastoffe nehmen in unseren Lebensmitteln immer mehr zu. Es wird daher höchste Zeit, dass wir solchen Schummel-Packungen einen Riegel vorschieben und die Verbraucher besser schützen“, sagt Bundesratsminister Wolfgang Reinhart. Das Land Baden-Württemberg hat deshalb einen Entschließungsantrag vorgelegt, dem der Bundesrat in seiner Sitzung am kommenden Freitag (18. September) voraussichtlich zustimmen wird.

„Mit dem Entschließungsantrag unseres Landes soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich auf europäischer Ebene für transparentere und strengere Regelungen für die Kennzeichnung von Lebensmitteln einzusetzen“, fordert Wolfgang Reinhart, der die unionsgeführten Länder im Bundesrat koordiniert und derzeit den Vorsitz der Europaministerkonferenz der Länder inne hat.

Der geplanten Kennzeichnungspflicht, die in der EU im Zusammenhang mit einem im Europäischen Parlament und Europäischen Rat behandelten Verordnungsvorschlag bereits diskutiert werde, liege europäisches Recht zu Grunde, daher sei eine EU-einheitliche Regelung unabdingbar. „Wenn wir diese Kennzeichnungspflicht europaweit hinbekommen, haben wir einen „Meilenstein in der Geschichte des Verbraucherschutzes“ erreicht. Die federführenden Ausschüsse des Bundesrates, Agrarausschuss, der Ausschuss für Fragen der Europäischen Union, der Gesundheitsausschuss und der Wirtschaftsausschuss, haben bereits für die Zustimmung plädiert.

In den vergangenen Monaten hatten die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Landesbehörden zunehmend die Verwendung von so genannten Lebensmittelimitaten bei zubereiteten Lebensmitteln festgestellt. „Für den Verbraucher ist es oft nicht erkennbar, ob er ein Schnitzel ohne echtes Fleisch verzehrt“, erklärt der Minister. Außerdem würden oftmals Imitate nach einer Weiterverarbeitung in der Gastronomie und beim Verkauf unverpackter beziehungsweise loser Ware im Einzelhandel, wie etwa in Bäckereien, nicht mehr als solche bezeichnet.

„Die Entscheidung, ob ein Originalprodukt, wie zum Beispiel Käse, oder ein Imitat gekauft wird, muss aber aktiv vom Verbraucher gefällt werden können. Es kann nicht sein, dass Imitate erst unter der Lupe und nach sorgfältigem Studium erkennbar sind. Der Entschließungsantrag fordert daher die Bundesregierung auf sich bei der Europäischen Union dafür einzusetzen, eine Pflicht, Imitate künftig direkt in Verbindung mit der in Bezug genommenen Verkehrsbezeichnung auf der Verpackung kenntlich zu machen in den aktuell diskutierten Vorschlag für eine EU-Verordnung zu integrieren. Die Kennzeichnung loser Ware in der Gastronomie oder im Handel muss entsprechend geregelt werden.“

(Staatsministerium)


 

 

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