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Ratgeber Geldanlage Mikrofinanzfonds

Mikrofinanzfonds - Junges Anlageformat mit großem Potential

Bei dem Finanzprodukt des Mikrofinanzfonds handelt es sich um ein noch recht unbekanntes Anlageformat. In Deutschland wurde der erste Mikrofinanzfonds vor gerade einmal drei Jahren aufgelegt. Das Bundeswirtschafts- und das Bundesarbeitsministerium sowie die KfW Bankengruppe und die GLS Bank begannen das Projekt, um jungen Unternehmern mit geringem Kapitalbedarf ohne eigene Sicherheiten die Gründung einer Firma zu ermöglichen.

Dass man mit der Idee des Mikrokredits erfolgreich arbeiten kann und gleichzeitig sogar brachliegendes Potential zur wirtschaftlichen Entfaltung bringt, bewies der Erfinder des Gedankens, der Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus. Für die Entwicklung dieses sozialen Investmentgedankens wurde ihm dafür im Jahr 2006 sogar der Friedensnobelpreis zugesprochen. In seinem Heimatland Bangladesch verlieh Yunus sogenannte Mikrokredite an Personen, die zwar über Kreativität und Leistungswillen verfügten, gleichzeitig aber keinerlei finanzielle Spielräume besaßen.

Aus der zunächst privat angelegten Initiative entwickelt sich 1983 die erste Bank, die Grameen Bank. Mit ihr etablierte sich zugleich die Idee des Mikrofinanzfonds auf der ganzen Welt. Heute verleiht die Grameen Bank ein jährliches Kreditvolumen von über sieben Milliarden Dollar.

Für private Anleger ist es seit 2007 ebenfalls möglich, in Mikrofinanzfonds zu investieren. War ein Investment bis zu diesem Zeitpunkt nur institutionellen Anlegern vorbehalten, wurde mit der Novellierung des Investmentgesetzes (InvG) diese Einschränkung abgeschafft.

Dabei fließt das Geld des Anlegers zunächst in den jeweiligen Mikrofinanzfonds. Von dort wird es an ein entsprechendes Mikrofinanzinstitut geleitet. Diese Institutionen zahlen die Kredite direkt an den Kreditnehmer aus. Ein Beispiel für einen Kreditnehmer sind Menschen mit geringen oder sogar keinem Einkommen in Süd-Ost Asien, die bereits mit Krediten von unter 100 Dollar ihr eigenes Geschäft eröffnen können.

Mittlerweile haben verschiedene Banken wie zum Beispiel Dexia, Credit Suisse oder Rothschild offen zugängliche Fonds aufgelegt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um reine Publikumsfonds, wie man sie als Anleger sonst kennt. Der Grund dafür: Kreditgeschäfte werden üblicherweise von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft. Weil die Kredite der betreffenden Fonds aber von ausländischen Mikrofinanz-Instituten vergeben werden, fallen sie nicht unter das Kreditwesengesetz und werden von der BaFin auch nicht durchleuchtet. Deshalb dürfen sie offiziell nicht zugelassen werden.

Für den interessierten Anleger sind sie also nur über die direkte Anfrage bei einer Fondsgesellschaft oder über die Banken erhältlich. Die Fondsgesellschaften verwenden aber sehr viel Aufwand darauf, die jeweiligen Mikrofinanz-Institute zu überprüfen. Anders wäre die hohe Rückzahlungsquote nicht zu halten. Innerhalb der Mikrofinanzfonds lässt sich ein flexibles Spektrum im Bezug auf die Mindestanlage feststellen. So gibt es derzeit auch Mikrofinanzfonds ohne einen bestimmten Mindestanlagebetrag.

Wie bei allen Fondsarten hängt der Erfolg eines Mikrofinanzfonds natürlich hauptsächlich vom jeweiligen Fondsmanagement ab. Bei einem Mikrofinanzfonds kann sich der Anleger aber einer ausreichenden Qualifizierung des Fondsmanagers besonders gewiss sein. Der Grund liegt in den gesetzlichen Vorgaben für diese Tätigkeit: ein Manager für Mikrofinanzfonds muss hiernach neben dem Fachwissen für Investmentgeschäfte zudem über besondere Kenntnisse im Mikrofinanzbereich verfügen und diese auch nachweisen.

Die Risiken bei einem Mikrofinanzfonds sind eher gering. Das Maximalrisiko besteht darin, dass ein Darlehen nicht zurückgezahlt werden kann und dadurch die Rendite des Fonds leidet. Ein kurzer Verweis auf die extrem hohe Rückzahlungsquote relativiert aber diese potentielle Gefahr. Auch die geringen Einzelsummen der Kredite verringern die Bedeutung des Ausfallrisikos.

Seit der Auflegung von Mikrofinanzfonds in Deutschland haben sich die Fonds sehr gut behauptet. Eine durchschnittliche Rendite von bis zu acht Prozent erzielten die Fondsanteile, die in Deutschland gehandelt wurden. Mit dem Anlageprodukt Mikrofinanzfonds können die Anleger ein Stück Entwicklungshilfe leisten, ohne dabei gleichzeitig auf eine gute Rendite verzichten zu müssen. (Oliver Mest)

(ddp)


 


 

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