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Umfrage

Widerrufsrecht macht dem Online-Handel das Leben schwer

Das Online-Fachmagazin shopbetreiber-blog.de hat von seinen Lesern in einer Online-Umfrage wissen wollen, ob sie Beeinträchtigungen durch Ausübung des Rückgabe- bzw. Widerrufsrechtes erleiden würden. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Die Online-Händler schäumen vor Wut.

72 Prozent der befragten Online-Händler fühlen eine „sehr starke“ oder sogar „existenzbedrohende“ Beeinträchtigung, weil Kunden das Widerrufs- beziehungsweise Rückgaberecht im Online-Handel nutzen. Insgesamt nahmen 667 Leser an der nicht repräsentativen Umfrage teil und antworteten wie folgt:

  • 288 Teilnehmer (43 Prozent) erleiden sehr starke Beeinträchtigungen durch das Widerrufsrecht,
  • 191 Teilnehmer (29 Prozent) müssen mit geringen Beeinträchtigungen umgehen,
  • 139 Teilnehmer (21 Prozent) sehen sogar ihre Existenz bedroht und nur
  • 49 Teilnehmer (7 Prozent) sehen keine Beeinträchtigung.

Leihhaus Internet?

Die Umfrage bestätigt eine Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK fordert angesichts des Missbrauchs von Widerrufs- und Rückgaberecht strengere gesetzliche Regelungen. Aber nicht für den Händler, sondern vielmehr sollen die Regeln für den Verbraucher verschärft werden.

„Es kommt auch vor, dass Verbraucher über ein Online-Auktionshaus einen Satz Winterreifen kauften, ihn für einen zehntägigen Urlaub nutzten und danach von ihrem Rückgaberecht Gebrauch macht“, so Wansleben gegenüber der Presse.

Die Erweiterung der Ausnahmetatbestände sei zwingend notwendig. Sonst bestehe die große Gefahr, dass der Online-Handel zum Leihhaus mutiere oder große Teile der angebotenen Produkte schlicht aus dem Internet verschwänden, weil die Gesetzeslage den Handel mit diesen Produkten unwirtschaftlich mache.

Was Sie über das Widerrufsrecht in Deutschland wissen müssen:

  1. Das Widerrufsrecht gilt für Fernabsatzverträge, also zum Beispiel für Verkäufe über einen Online-Shop, den Katalog oder das Telefon, zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher.
  2. Ausnahmen vom Widerrufsrecht gelten beispielsweise bei Verkäufen von Reisen, Maßanfertigungen, verderblichen Lebensmitteln, Software, die der Kunde entsiegelt oder Zeitungen. Ob auch Arzneimittel dem Widerrufsrecht unterliegen, ist noch nicht endgültig entschieden.
  3. Der Verbraucher muss vom Online-Händler zweimal über sein Widerrufsrecht informiert werden. Einmal auf der Webseite – hier reicht beispielsweise ein Link zu einer Informationsseite aus – und einmal in Textform zum Beispiel per E-Mail oder auf dem Rechnungsformular.
  4. Innerhalb der Widerrufsfrist von 14 Tagen kann der Verbraucher vom Vertrag ohne Angabe von Gründen zurücktreten. Die Frist beginnt mit dem Erhalt der Widerrufsbelehrung in Textform und der Ware sowie Erfüllung weiterer Informationspflichten.
  5. Macht der Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, muss er die bestellte Ware an den Shopbetreiber zurückschicken oder der Händler lässt die Ware abholen. Liegt der Wert der zurückgeschickten Waren über 40 Euro, muss der Händler die Kosten dafür tragen. Ist der Warenwert geringer, kann er vom Kunden verlangen, dass dieser die Kosten übernimmt, wenn dies so vereinbart wurde.
  6. Wird die Ware während des Rücktransportes beschädigt oder geht verloren, trägt der Händler die Kosten. Der Verbraucher muss allerdings die Ware so verpacken, dass sie gegen Transportschäden geschützt ist.

(Trusted Shops GmbH)


 


 

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