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Weltpremiere Passiv-Hochhaus

In Freiburg steht erstmals ein „Passiv-Hochhaus“

Es glich einer Weltpremiere, als am Gründonnerstag in Freiburg in der Bugginger Straße 50 im Stadtteil Weingarten das erste Passivhochhaus vorgestellt wurde: In 139 Wohnungen auf 16 Stockwerken wird hier künftig mit Passivhausstandard ökologisch korrekt gewohnt.

Auch die Uni hat neun Wohnungen angemietet, um Gastwissenschaftler und deren Familien künftig „typisch Freiburg“ wohnen zu lassen.

Das Hochhaus aus den Sechzigern wurde bei der Sanierung komplett umgestaltet und kommt dank optimaler Wärmedämmung mit einem Minimum an Heizenergie im Vergleich zu konventionellen Häusern aus.

Für die Bewohner, die nun in ihre „Buggi 50“, wie der Block liebevoll genannt wird, zurückkehren, bedeutet die Sanierung eine drastische Senkung der Nebenkosten und gleichzeitig deutlich mehr Wohnkomfort. Das Haus biete nun „zeitgemäße Wohnungszuschnitte und besten Neubaukomfort“, so Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Die Grünen).

Diese Sanierung hat seit Herbst 2009 international für Aufmerksamkeit gesorgt: Delegationen aus China, Tunesien und Algerien haben die Baustelle inspiziert. Das US-Fernsehen schickte zwei Teams nach Freiburg und Architekten aus New York kamen, um sich Infos für ihre eigene Arbeit zu holen. Dazu kamen Politiker und Fachleute aus Ländern wie Schweden, Frankreich, Italien und Belgien. Die „Buggi 50“ ist schon jetzt ein Aushängeschild der „Green City“ Freiburg geworden. Architekt Roland Rombach aus Kirchzarten/Breisgau-Hochschwarzwald ließ das Hochhaus bis auf den Rohbau komplett entkernen. Dann entstanden 139 neue Wohnungen.

Die Freiburger Stadtbau (FSB) hat 13,44 Millionen Euro in die Sanierung auf Passivhaustandard investiert, weitere 2,8 Millionen Euro wurden durch Bund und Land zugeschossen und die Stadt Freiburg hat das Projekt zudem mit 1,9 Millionen Euro gefördert. Ein Abriss und Neubau wäre deutlich teurer geworden, so Rombach. Jährlich wird das Gebäude nun 57 Tonnen CO2- Emissionen einsparen, die Einsparungen bei der Heizenergie liegen bei fast 80 Prozent: Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung beträgt die Einsparung über 400 Euro im Jahr.

(Ralf Deckert)


 


 

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