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Goldene Zeiten

Südbadens Einzelhändler haben 2011 ein prima Geschäftsjahr erlebt

Der Handel in Südbaden hat im vergangenen Jahr im Vergleich zu Bund und Land überdurchschnittlich gute Zahlen erzielt: Das Plus lag im Schnitt bei 4,2 Prozent. Bundesweit wurden nur 2,6, landesweit 3,6 Prozent Umsatzzuwachs erzielt. „Der private Konsum nahm im Jahresvergleich um 1,5 Prozent zu".

Das konstatierte Philipp Frese, der Präsident des südbadischen Handelsverbands in Freiburg, am Freitag.

Die Gründe: Man kauft gerne ein, das Geld ist offenbar da, die Angst vor Arbeitslosigkeit existiert derzeit praktisch nicht und das Vertrauen ins Ersparte ist dank Finanz- und Eurokrise gering.

Neues Qualitätsbewusstsein

Kein Wunder, dass gerade die Uhren- und Schmuckbranche mit einem Umsatzplus von satten 9,5 Prozent in solch einer Situation profitieren konnte. „Schöne Dinge zu besitzen oder zu verschenken hat derzeit einen hohen Stellenwert“, so Manfred Noppel, der Hauptgeschäftsführer des Verbands. Aber das wachsende Qualitätsbewusstsein der Verbraucher schlage sich auch in anderen Branchen nieder, so Noppel weiter: Bioprodukte und Regionales sind im Lebensmittelhandel der Renner. Hier lag das Plus in Südbaden bei 5,1 Prozent. Überdurchschnittlich gut liefen zudem Bettwaren (plus 7,3 Prozent) und Sportartikel (plus 6,7 Prozent). Unterm Strich seien alle Ergebnisse „sehr ansehnlich“, so Frese.

Viele Kunden kommen aus der Schweiz

Selbst Exotenbranchen wie Handarbeiten würden sich zumindest „stabil“ entwickeln, weiß Noppel, der im Sommer in den Ruhestand geht. Sein Nachfolger, der Betriebswirt Utz Geiselhart, ist derzeit Geschäftsführer der Verbandszweigstelle in Konstanz. Er kann berichten, wie sehr in der Hochrheinregion die Kunden aus der Schweiz zuletzt die Geschäfte beflügelt haben: „Der Hochrhein ist mit einem Plus von 10,2 Prozent über alle Branchen hinweg Spitzenreiter der Entwicklung in Südbaden“, so Geiselhart. Dicht gefolgt vom Bodenseeraum, wo das Umsatzplus bei 7,3 Prozent lag. Das habe nicht nur mit dem Wechselkurs des Franken zu tun, sondern auch mit der unterschiedlichen Angebotspalette dies- und jenseits der Grenze.

Ein Fünftel der Betriebe plant Personalaufstockungen

Zudem sei der Trend keine Einbahnstraße, nicht nur zum Tanken würden auch Südbadener gern mal in die Schweiz fahren. Dennoch: Mancher Händler am Hochrhein macht mit den 2,7 Millionen Nordschweizern ordentlich Kasse, bis zu 46 Prozent mehr Umsatz hatten einzelne Händler in 2011 den Schweizern zu verdanken. Weniger spektakulär, dafür aber seit Jahren stabil und wichtig ist für die Händler am Oberrhein und in der Ortenau zudem das Geschäft mit der Kundschaft aus Frankreich, berichtet Manfred Noppel: „Vor allem in Städten wie Kehl, Offenburg und Freiburg sind die Elsässer eine konstante Größe“. Auch das erste Quartal 2012 sei mit einem Durchschnittsplus von 4,9 Prozent für die Händler gut gelaufen, so Frese: Ein Fünftel der Betriebe plane, weiteres Personal einzustellen, außerdem werde kräftig in die Infrastruktur investiert.

(Ralf Deckert)


 


 

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